Gelungener Heimauftakt für die Bunkerladies: Gegen den TuS Lintfort zeigte der ESV 1927 Regensburg vor allem in der Defensive eine starke Leistung. Nach einer zunächst ausgeglichenen Partie übernahmen die Gastgeberinnen zunehmend die Kontrolle und setzten am Ende sogar eine neue Bestmarke.
Das erste Heimspiel in einer Saison ist schon aufgrund des eigenen Erwartungsdrucks für Spielerinnen generell nicht einfach, gegen den TuS Lintfort musste der ESV 1927 Regensburg auch mit der Favoritenrolle klarkommen. Die Gäste von der holländischen Grenze hatten in der abgelaufenen Runde der 2. Alsco Handball Bundesliga den letzten Platz belegt, aber die Karten wurden hüben wie drüben neu gemischt. Lintfort verzeichnete zahlreiche Neuzugänge und hatte vor Saisonbeginn den „frühzeitigen Klassenerhalt“ als Ziel ausgerufen. Die knappe 24:27-Heimniederlage gegen den HSV Solingen-Gräfrath vor Wochenfrist hatte auch gezeigt, dass das Vorhaben gelingen kann. Dementsprechend gut wollte sich das Team von Zweitliga-Rekordtrainerin Bettina Grenz-Klein auch in Regensburg verkaufen.
Die ersten Minuten hatten einen völlig anderen Charakter als das letzte Duell im „Bunker“, das Anfang Januar mit 44:27 geendet hatte. Beide Teams hatten durchaus ihre Möglichkeiten, doch die Chancenverwertung ließ in der Anfangsviertelstunde zu wünschen übrig.
Überzahl bringt Regensburg auf Kurs
Als beim Stande von 4:3 Lintforts Eva Manthei eine Zeitstrafe verordnet bekam und wenig später Yara Vlaswinkel einen Wechselfehler beging, nutzten die Bunkerladies die 6:4-Überzahl, um davonzuziehen. Gästetrainerin Grenz-Klein bezeichnete diese Situation in der Pressekonferenz nach dem Spiel als „entscheidend“. Die Bunkerladies überzeugten nicht nur mit der starken Rückraumreihe Fuhrmann/Hahn/Peter, sondern wussten in Joelle Arno einen starken Rückhalt hinter sich. Die Keeperin entschärfte im Spielverlauf etliche Hochkaräter, darunter drei Siebenmeter. Die Gastgeberinnen hatten alles im Griff, doch einige Fehlwürfe und eine Zeitstrafe sorgten in den Schlussminuten des ersten Durchgangs dafür, dass der Halbzeitstand nicht höher als 13:8 ausfiel.
„Rückblickend war das vielleicht sogar gut, denn dadurch haben wir den Fokus für die zweite Hälfte nochmal schärfen können“, blickte ESV-Trainer Bernhard Goldbach nach Spielende auf diese Phase zurück. Der Coach forderte in seiner Halbzeitansprache mehr Tempospiel ein und sein Team setzte dies auch um. Die Abwehr kämpfte leidenschaftlich und machte Lintfort das Leben so richtig schwer. Dahinter machten Joelle Arno und später Ella Jaeschke einen exzellenten Job. Im Angriff lief Melina Hahn heiß und auch Kreisläuferin Sara Mustafic war eine Bank.
Nur 15 Gegentore in 60 Minuten
So baute der ESV seinen Vorsprung kontinuierlich aus und durfte sich am Ende nach dem 31:15 über einen neuen Zweitliga-Bestwert freuen: In 152 Partien hatte Regensburg noch nie nur 15 Gegentore kassiert, der bisherige Rekord datierte aus dem April 2024, als man in Rödertal 22:17 gewonnen hatte. Besonders erfreulich war auch das Kurzcomeback von Theresa Lettl, die gleich ein Tor und einige Assists verbuchen konnte. ESV-Trainer Bernhard Goldbach lobte sein Team ausdrücklich: „Mir hat imponiert, wie die Mädels durchgezogen und über 60 Minuten verteidigt haben. Darauf können wir in den nächsten schweren Spielen gut aufbauen.“ Maxie-Leonie Fuhrmann, die zur Spielerin des Spiels gewählt worden war, freute sich: „Wir hatten nach der guten Leistung beim Bergischen HC heute vor, uns zu belohnen. Das haben wir geschafft und es hat viel Spaß gemacht. In Bremen müssen wir kommende Woche aber trotz der Reisestrapazen mindestens so eine Leistung abrufen, um bestehen zu können.“
ESV 1927 Regensburg / RNRed