Der SSV Jahn Regensburg wartet weiter auf den ersten Heimsieg der Saison. Gegen Tabellenführer MSV Duisburg hatte die Mannschaft lange vieles auf ihrer Seite und schien auf dem richtigen Weg. Doch in der zweiten Hälfte nahm die Partie eine bittere Wendung.
Der SSV Jahn Regensburg unterliegt zu Hause dem MSV Duisburg. Trotz 65-minütiger Überzahl kann die Jahnelf die Führung nicht über die Ziellinie retten. Die Zebras drehen das Spiel innerhalb von zehn Minuten und holen sich im vierten Spiel den vierten Sieg.
Als Reaktion auf das 1:5 gegen den TSG Hoffenheim II brachte Jahn Chef-Trainer Sascha Hildmann einen Mittelfeldspieler mehr. Für den umtriebigen und formstarken Sascha Hingerl blieb Stürmer Patrick Hobsch zunächst auf der Bank. Auch der Gäste-Trainer Dietmar Hirsch tauschte seine Anfangsformation nur auf einer Position. Dominik Kother begann für Conner Noß.
Platzverweis von Lobinger bringt Jahnelf in Überzahl
Der SSV Jahn übernahm wie bereits im ersten Heimspiel gegen Saarbrücken den Ballbesitz, der MSV Duisburg agierte zunächst abwartend. Die erste nennenswerte gehörte dem Jahn. Lucas Hermes schnappte sich das Leder, ließ seine Verfolger stehen und stand plötzlich frei vor MSV-Keeper Braune. Im letzten Moment bekam er einen Rempler vom Abwehrspieler hinter ihm, sodass Hermes der Heber über den Schlussmann aus kürzester Distanz nicht mehr gelang (6.). Doch der Tabellenführer aus Duisburg strotzte vor Selbstbewusstsein und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Nach etwas längerer Zeit war es ein Umschaltmoment, der zur nächsten Strafraum-Szene führte. Nassim Boujellab dribbelte seinen Gegenspielern davon und wollte dann uneigennützig auf Philipp ablegen. Dieses Abspiel missriet dem Deutsch-Marokkaner aber, worüber er sich deutlich ärgerte (19.). Dann musste Jahn Keeper Hannes Hermann erstmals eingreifen. Christian Viet wurde im Strafraum freigespielt und konnte aus zentraler Position abschließen. Hermann lenkte den präzisen Flachschuss um den Pfosten ins Aus (24.) Dieses Aufflammen der Zebras wurde durch eine unschöne Szene beendet.
In einem Zweikampf mit Felix Strauss schlug Torjäger Lobinger mit dem Ellenbogen aus und traf den Jahn-Abwehrspieler im Gesicht. Der japanische Schiedsrichter Tanimoto zögerte nicht lange und zeigte ihm nach Hinweis des Linienrichters den Feldverweis; der MSV war fortan ein Mann weniger (26.). Nicht nur in dieser Szene flammten die Gemüter auf. Nach einem Foulspiel von Bene Bauer bildete sich eine Traube an aufgebrachter Zebras um ihn. Der Unparteiische schlichtete mit gelben Karten für Coskun und Sussek sowie auf Jahn Seite für Bauer und Strauss (30.). Anschließend beruhigte sich auch das Spielgeschehen. Ohne Tore ging es in die Pause.
Jahn bringt Führung nicht nach Hause
Aus der Kabine kam die Jahnelf unverändert, beim MSV nahm Trainer Hirsch einen Wechsel vor: Symalla und Remmert ersetzten Kother und Sussek. Die Jahnelf behielt die Spielkontrolle aus dem ersten Durchgang bei. Das sollte sich lohnen. Aus dem kontrollierten Aufbau flankte Oscar Schönfelder präzise in die Box, dort lauerte natürlich Hermes. Per Kopf traf er zur Führung und machte damit auch im vierten Spiel ein Tor (57.). Danach spielte der SSV Jahn seine Überzahl überlegt aus und schnürte Duisburg ein, ohne jedoch zu großen Abschlüssen zu kommen. Das sollte sich rächen.
Duisburg dreht das Spiel
Der eingewechselte Remmert enteilte im Konter seinen Bewachern und traf zum Ausgleich (71.). Dem SSV Jahn gelang es nicht, gefährlich vor das Tor zu kommen. Die Gäste aus Duisburg machten das besser. Nach einem Eckball verlängerte Bulic auf den freistehenden Fleckstein, der zur Führung einschob (81.). Wie verdaute die Jahnelf die eiskalte Dusche? Hermes wurde von Dizdarevic bedient und konnte aus guter Position abziehen, ließ den Ball jedoch etwas zu sehr über den Spann rutschen (83.). Auch in der Schlussphase zeigte sich ein bekanntes Bild: Der SSV Jahn mit viel Ballbesitz, aber wenig Ertrag. Die Duisburger ließen keine Chance mehr zu und holten sich so den vierten Sieg im vierten Spiel. Für die Jahnelf war es trotz guter Ansätze ein ärgerlicher Nachmittag. Nach vier Spielen steht man mit drei Punkten da und muss kommendes Wochenende zur Alemannia nach Aachen (12.09., 16.30 Uhr).
SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA / RNRed