Der SSV Jahn Regensburg hat sich am Dienstagabend vor heimischer Kulisse nicht für einen engagierten Auftritt belohnt. Gegen Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf begegnete die Jahnelf dem Gegner lange auf Augenhöhe. In der Schlussphase nahm die Partie dann doch noch eine bittere Wendung für die Gastgeber.
Der SSV Jahn Regensburg musste sich am Dienstagabend dem Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf geschlagen geben. Vor 8.027 Zuschauern brachte Nassim Boujellab seine Farben verdient in Führung (18.). Nur drei Minuten später verlor man den ehemaligen Regensburger Erik Wekesser aus den Augen, der eine Flanke zum Ausgleich nutzte (21.). Ein langer Schlagabtausch auf Augenhöhe blieb lange Zeit ohne Aufreger, bis der eingewechselte Eixler Jahn Keeper Hermann umkurvte und zum 1:2-Endstand traf.
Im Vergleich zum 2:2 in Aachen tauschte Jahn-Cheftrainer Sascha Hildmann seine Anfangsformation auf zwei Positionen. Für Außenverteidiger Bene Bauer und Angreifer David Philipp rutschten Nico Oliveira und Nassim Boujellab in die Aufstellung. Auf der Gegenseite wurde die Startelf von Fortuna-Coach Alexander Ende im Sturmzentrum einmal angepasst. Ex-Regensburger Eric Hottmann begann anstelle von Fabian Schleusener. Beide Angreifer waren beim Derby-Sieg gegen den MSV Duisburg erfolgreich.
Wekesser kontert Boujellab
Das Spiel brauchte gar keine Anlaufzeit. Nach einer Eckballvariante über Adrian Fein und Nico Oliveira flog die Hereingabe an den langen Pfosten, wo Erik Majetschak überlegt zurücklegte. Dort lief Nassim Boujellab ein und schloss ab. Seinen ersten Versuch klärte ausgerechnet Hottmann auf der Linie, auch den Zweiten konnte Boujellab nicht im Tor unterbringen. Das hätte das frühe 1:0 für den SSV sein können (2.). Die Jahnelf war im Pressing griffig. Nach einem Ballgewinn kam Torjäger Lucas Hermes zum Schuss. Dieser landete jedoch knapp neben dem Gehäuse (4.). Dann sammelte sich die Fortuna aus Düsseldorf in ihrem angestrebten Ballbesitzspiel, ohne jedoch offensiv wirklich in Erscheinung zu treten. Ein Zusammenspiel der beiden Ex-Jahn-Spieler ließ sie erstmals vor Hannes Hermann auftauchen. Erik Wekesser suchte Hottmann, der von Karbstein am Kopfball gehindert werden konnte (13.). Auf der anderen Seite blieb der Jahn giftig. Erst erzwang Schönfelder einen Ballgewinn, der über Fein und Karbstein gut ausgespielt wurde. In der Mitte pflückte Boujellab den Ball aus der Luft und zog aus zentraler Position wuchtig ab. Louis Lord im Düsseldorfer Tor war chancenlos (18.). Die Führung währte nicht lange, der Zweitliga-Absteiger glich kurz darauf aus. Die Defensive vergaß den eingelaufenen Wekesser, der eine Flanke von rechts per Kopf verwertete (23.). Danach ebbte der Spielfluss etwas ab. Fortuna mit viel Ballbesitz, die Jahnelf immer unangenehm in den Zweikämpfen. Über Philipp Förster kam die Fortuna sogar zum vermeintlichen 1:2, doch im Vorfeld sah der Unparteiische das Foulspiel von Slimani an Leopold Wurm und pfiff die Situation frühzeitig ab (43.). Vor dem Halbzeitpfiff hätte die Jahnelf sogar noch in Führung gehen können. Einen Konter spielten die Rot-Weißen über Oliveira und Hermes gut aus, letztlich fehlte nur wenig (45.). So blieb es zur Pause bei einem unterhaltsamen Remis.
Wenig Durchschlagskraft und kalte Dusche
Personell unverändert ging es in den zweiten Durchgang. Dieser startete mit einer ähnlich couragierten Jahnelf. Adrian Fein mit dem ersten Abschluss in Halbzeit zwei ans Außennetz (48.). Auch die Jahnelf bemühte heute Abend immer wieder den spielerischen Ansatz. Beide Teams fanden in den Anfangsminuten der zweiten Hälfte allerdings nicht den entscheidenden Pass oder die passende Lösung. Bis zur 60. Spielminute blieb es ziemlich ruhig. Dann kontere der Jahn gut über Boujellab und Schönfelder, der in der Mitte Hermes suchte und beinahe fand (61.). Schönfelder versuchte es nach einer Weile vom Strafraumeck, landete mit seinem Schuss jedoch am Außennetz (70.). Düsseldorf hatte nach dem Seitenwechsel dann die größte Chance. Kapitän Hendrix bediente den eingewechselten Jermain Consbruch, der aus ähnlicher Position wie zuvor bei Boujellabs Führungstreffer über das Tor schoss (73.). Auch nur wenig später war er es, der frei vor Hermann auftauchte und per Kopf vergab (75.). Es folgte eine kalte Dusche für den SSV Jahn, der insgesamt betrachtet ein gutes Spiel abgeliefert hatte. Der eingewechselte Julian Eixler enteilte der Hintermannschaft und umkurvte Hermann im Tor. Das 1:2 für die Gäste (79.). Die Jahnelf war bemüht, nochmal vor das Tor zu kommen, es gelang ihr aber nicht. So geht der SSV Jahn ohne Punkte aus dem Flutlichtspiel. Lange Zeit bleibt nicht. Am Samstag (19.09.) geht es zur Zweitvertretung des VfB Stuttgart.
"Tut extrem weh gerade"
Nach der knappen Niederlage war die Enttäuschung bei der Jahnelf entsprechend groß. Spieler und Trainer sahen dennoch viele gute Ansätze in der eigenen Leistung. Das sagten die Beteiligten nach dem Spiel:
Felix Strauss: “Wir haben sehr gut begonnen, Düsseldorf gut unter Druck gesetzt und verdient das 1:0 geschossen. Wir bekommen schnell den Ausgleich, den sie einerseits gut herausspielen, wir andererseits den langen Pfosten vergessen. Die Kräfte sind im zweiten Durchgang bei beiden Teams geschwunden und dann entscheiden kleine Schlüsselmomente. Das ist bitter, wie der Ball durch die Reihen durchläuft. Das tut grad extrem weh, weil wir nah dran sind, gegen sehr gute Gegner Punkte zu holen, aber am Ende ohne Punkte dastehen.”
Sascha Hildmann (SSV Jahn): “Es ist ein maximal bitterer Abend. Wir haben gegen drei Schwergewichte zu Hause gespielt. Gegen Saarbrücken in der 95. Minute das entscheidende Gegentor bekommen, 1:2 gegen den MSV Duisburg verloren und jetzt gegen Düsseldorf, die sehr ambitioniert sind und eine sehr gute Mannschaft haben. Wir wollten hochpressen, eklig sein und sie in ihrem Aufbauspiel stören. Das ist uns gut gelungen. Man schafft es nie, eine solche Mannschaft komplett aus dem Spiel zu nehmen. Das haben sie beim ersten Tor gezeigt. Gefühlt war es die erste Torchance, die sie effizient nutzen. Wir lassen uns dann in der zweiten Halbzeit nach einem einfachen Schnittstellenpass einen einschenken. Das tut mir sehr leid für die Jungs, weil sie voll da sind. Das haben auch die Fans erkannt und da kann ich nur danke sagen an die Hans-Jakob-Tribüne, die uns aufgebaut hat. Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn sich das gerade nicht richtig anfühlt. Wir spielen aber einen ordentlichen Fußball und irgendwann muss der berühmte Bock umfallen. Das würde ich uns allen sehr wünschen. Wir werden weiter arbeiten und wollen am Samstag gegen Stuttgart eine intensive Partie spielen und bestenfalls drei Punkte einfahren.”
Alexander Ende (Fortuna Düsseldorf): “Die 3. Liga ist einfach sehr eng. Viele Spiele werden erst hinten raus entschieden. So war es auch heute. Bei uns war die Überzeugung da, mit unseren Wechseln von der Bank nochmal Einfluss nehmen zu können. Das ist uns heute erneut gelungen mit Scorern. Das freut mich für uns alle, aber auch für die Mannschaft, die nicht von zehn oder elf Jungs lebt, sondern von weiteren Energiegebern von der Bank. Wir haben sicherlich auch noch Luft nach oben, was die Sauberkeit im Passspiel anbelangt. Beim Ausgleich waren wir sauber in den Pässen und Abläufen, spielen uns von hinten nach vorne durch und schlagen eine tolle Flanke, die Weki reinmacht. Gerne mehr davon. Dafür müssen wir aber die Fehlerquote minimieren. Trotzdem bin ich froh, dass wir das zweite Mal bei einem sehr, sehr starken Team bestehen konnten.”
SSV Jahn Regensburg e.V. / RNRed