Vier Punkte aus den vergangenen beiden Spielen geben den Bunkerladies Rückenwind. Am Samstag wartet im heimischen Bunker allerdings eine deutlich größere Herausforderung. Mit dem HC Rödertal kommt ein Team nach Regensburg, das mit hohen Ambitionen in die Saison gestartet ist und nach einem frühen Rückschlag bereits unter Zugzwang steht.
Am Samstag kommt es im „Bunker“ in der 2. Alsco Handball-Bundesliga der Frauen zum Duell zweier Tabellennachbarn, wenn der Siebte, ESV 1927 Regensburg, den Achten, HC Rödertal (beide 4:2 Punkte), empfängt. So eng beide Teams aktuell beisammen liegen, desto unterschiedlicher könnten die Zielsetzungen nicht sein: Rödertal hat sich einen Platz in der „absoluten Spitzengruppe“ des Unterhauses vorgenommen.
„Wir haben es nicht geschafft, unsere Wünsche und Ziele zu erreichen und unser Potenzial auszuschöpfen.“ Die Mannschaft ist trotz des großen Umbruchs meinen Erwartungen nicht gerecht geworden“, bilanzierte Sportchef Andreas Baier nach Platz vier in der Vorsaison. Der Kader der Bienen wurde daraufhin umgekrempelt: Mit Torhüterin Ann Rammer (Karriereende) sowie Kapitänin Lena Smolik, Isabel Wolff und Alicja Pekala verließen vier langjährige Leistungsträgerinnen das Team. Zudem wechselten Linksaußen Eleonara Stankovic in die Champions League zu Krim Mercator und Jasmin Eckart in die Alsco Handball Bundesliga zum HC Leipzig. Mit den Linkshänderinnen Lilli Holste und Emilia Ronge, dem Talent Adele Kasper und der italienischen Nationaltorhüterin Anja Rossignoli von Ligakonkurrent Buchholz 08-Rosengarten kam ein vielversprechendes Quartett hinzu.
Rödertal steht früh unter Zugzwang
Eine bärenstarke Vorbereitung, die in dem Pokalsieg über den Bundesligisten HC Leipzig Ende August und einem 40:22-Sieg über Leverkusen beim Zweitliga-Heimauftakt gipfelte, unterstrich die Ambitionen Rödertals. Am zweiten Spieltag erlebte der HC jedoch eine überraschende Niederlage beim 1. FSV Mainz 05 und steht somit schon früh in der Saison unter Druck. Die Bienen müssen in Regensburg doppelt punkten, um nicht frühzeitig den Anschluss an die SG Nürtingen-Zizishausen, den VfL Waiblingen, den 1. FSV Mainz 05 (alle 6:0 Punkte) sowie die Füchse Berlin und den Bergischen HC (beide 5:1) zu verlieren.
Bunkerladies gehen als Außenseiterinnen ins Duell
Im Regensburger Lager sieht die Lage ganz anders aus: Dem 31:15-Heimsieg über den TuS Lintfort ließen die Bunkerladies am Samstag einen 36:27-Auswärtserfolg in Bremen folgen. Vier wichtige Punkte für den Klassenerhalt, denen natürlich noch viele weitere folgen müssen. Bonuszähler wären höchst willkommen, gerne bereits gegen Rödertal.
ESV-Trainer Bernhard Goldbach und seinem Staff ist die Schwere der Aufgabe bewusst: „Trotz der Freude über die guten Leistungen können wir diese und uns gut einschätzen. Rödertal ist ein ganz anderes Kaliber und da müssen wir am Limit spielen. Aber natürlich wollen wir sie ärgern und gerne auch die kleine Sensation schaffen, wenn sich die Möglichkeit ergibt“, sagt ESV-Trainer Bernhard Goldbach.
Auch der Sportliche Leiter Robert Torunsky verweist auf die klare Rollenverteilung: „Rödertal hat mehrere aktuelle und ehemalige internationale Nationalspielerinnen sowie weitere Zweitliga-Topspielerinnen in seinen Reihen. Wir verfolgen eine völlig andere Philosophie und werden uns in bester Regensburger David-gegen-Goliath-Tradition dem Favoriten entgegenstellen.“
Mit der Unterstützung von den Rängen soll es für die Bienen ab 18:00 Uhr ein ganz heißer Tanz im Bunker werden.
ESV 1927 Regensburg / RNRed