Der Herbst zieht langsam in den Landkreis Regensburg ein und macht Lust, wieder draußen unterwegs zu sein. Zwischen bunten Wäldern, Flusstälern und herrlichen Aussichtspunkten warten abwechslungsreiche Wege. Drei schöne Spaziergänge rund um Donaustauf, Kallmünz und Laaber stellen wir genauer vor.
Bunte Wälder, raschelndes Laub und herrliche Aussichten: Der Herbst ist die perfekte Zeit, den Landkreis zu Fuß zu entdecken. Drei abwechslungsreiche Spaziergänge führen rund um Donaustauf, Kallmünz und durch das Tal der Schwarzen Laber.
Die Sonne steht schon etwas tiefer, morgens ist die Luft kühler und auf den Wegen liegen die ersten Kastanien. Noch tragen viele Bäume ihr grünes Sommerkleid, doch dazwischen blitzt bereits das erste Gelb und Rot hervor. Genau jetzt beginnt eine der schönsten Zeiten, um den Landkreis Regensburg zu Fuß zu entdecken.
Man muss dafür nicht auf den goldenen Oktober warten. Gerade in diesen Wochen verändert sich die Landschaft beinahe täglich. Im Wald riecht es nach feuchter Erde und Laub, das Licht fällt weicher durch die Bäume und nach und nach wird es bunter.
Also: feste Schuhe aus dem Schrank und raus. Drei Touren im Landkreis eignen sich besonders gut für einen herbstlichen Nachmittag.
Donaustauf: Zwei Klassiker auf einer Runde
Walhalla oder Burgruine? Bei dieser Runde muss man sich nicht entscheiden. Auf knapp sechs Kilometern lassen sich zwei der bekanntesten Aussichtspunkte im östlichen Landkreis miteinander verbinden. Dazwischen geht es durch Wald, über Kies- und Naturwege und immer wieder öffnen sich Blicke hinunter ins Donautal.
Starten kann man in Donaustauf. Wer mit dem Auto kommt, findet im Ort verschiedene Parkmöglichkeiten. Von hier führt die Runde zunächst hinauf zur Burgruine. Schon dort lohnt sich eine Pause, denn von den alten Mauern reicht der Blick über Donaustauf und die Donau. Anschließend geht es weiter Richtung Walhalla. Spätestens auf den Stufen hinauf zur Ruhmeshalle merkt man die rund 150 Höhenmeter der Tour, oben wartet dafür einer der bekanntesten Ausblicke der Region.
Für die knapp sechs Kilometer sollte man etwa zwei Stunden reine Gehzeit einplanen. Wer sich Zeit für Burg, Walhalla und Aussicht nimmt, kann daraus problemlos einen halben Nachmittag machen.
Gut zu wissen: Die Runde ist überwiegend gut begehbar, enthält aber Anstiege, Treppen und naturbelassene Abschnitte. Bequeme Schuhe mit gutem Profil sind deshalb sinnvoll, nach Regen am besten feste Wanderschuhe. Für Spaziergänger mit normaler Kondition ist die Tour gut machbar. Für Kinder, die gerne laufen, ist sie ebenfalls geeignet. Mit Kinderwagen ist die gesamte Runde aufgrund der Treppen und einzelner Wege dagegen nicht zu empfehlen.
Kallmünz: Zwischen Kunst, Burg und Flüssen
Kallmünz ist ohnehin ein Ort, durch den man wunderbar ohne großes Ziel schlendern kann. Für einen richtigen Herbstspaziergang lohnt es sich aber, die Gassen hinter sich zu lassen und den Burgberg mit einzubeziehen.
Besonders abwechslungsreich ist der rund acht Kilometer lange Skulpturenweg. Ein guter Startpunkt ist der Parkplatz beim alten Netto in der Dinauer Straße 6. Von dort führt die Runde durch den Inneren und Äußeren Markt und hinauf auf den Schlossberg zur Burgruine. Unterwegs begegnen Spaziergänger immer wieder zeitgenössischen Skulpturen. Insgesamt liegen 33 Stationen an der Strecke. Spätestens oben auf dem Burgberg übernimmt allerdings die Landschaft die Hauptrolle. Unterhalb treffen Naab und Vils aufeinander, dahinter ziehen sich bewaldete Hänge durch das Tal. Wenn sich dort im Herbst die ersten Blätter verfärben, lohnt sich der Aufstieg gleich doppelt.
Für die gesamte Runde sollte man rund drei Stunden reine Gehzeit einplanen. Wer die Kunstwerke genauer anschauen, die Burg erkunden oder anschließend noch durch Kallmünz bummeln möchte, sollte deutlich mehr Zeit mitbringen.
Gut zu wissen: Auf den acht Kilometern sind etwa 150 Höhenmeter zu bewältigen. Die Strecke führt teilweise über den Schlossberg und ist nicht durchgehend barrierefrei. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, bei feuchtem Herbstwetter erst recht. Die Runde eignet sich für Erwachsene und größere Kinder mit etwas Kondition. Wer es gemütlicher möchte, muss übrigens nicht alle 33 Stationen ablaufen. Der Skulpturenweg lässt sich auch abkürzen und einzelne Abschnitte können separat erkundet werden.
Laaber: Durch das Tal der Schwarzen Laber
Wer im Herbst vor allem in die Natur möchte, ist an der Schwarzen Laber richtig. Hier wechseln sich bewaldete Jurahänge, Felsen, Wiesen und der kleine Fluss ab. Eine besonders schöne Runde beginnt direkt in Laaber am Parkplatz Mühlwiese an der Beratzhausener Straße. Von dort geht es zunächst über die Laberbrücke und am Schulzentrum vorbei. Anschließend steigt der Weg auf den Höhenzug oberhalb des Tals. Ein Abstecher führt zu einem Aussichtsfelsen über der Türklmühle, bevor es wieder hinunter zur Münchsmühle geht. Der Rückweg verläuft durch das Tal, vorbei an Hartlmühle und Eisenhammer, bis zurück nach Laaber.
Die Runde ist rund 9,5 Kilometer lang und dauert etwa zweieinhalb Stunden. Mit Pausen sollte man eher drei Stunden einplanen. Gerade im Herbst lohnt es sich ohnehin, nicht auf die Uhr zu schauen. Oben gibt es weite Blicke über die Juralandschaft, unten begleitet die Schwarze Laber ein gutes Stück des Weges. Unterwegs gibt es außerdem einiges zu entdecken. Zu den Besonderheiten der Strecke gehören die Hirschenstube, eine kleine Höhle, und das noch erhaltene Wasserrad an der Schafbruckmühle.
Gut zu wissen: Die Tour gilt trotz ihrer Länge als leicht, rund 150 Höhenmeter kommen dennoch zusammen. Für die Wald- und Naturwege sind feste Schuhe mit Profil die beste Wahl. Die Runde eignet sich für Spaziergänger mit etwas Kondition und für Familien mit größeren, lauffreudigen Kindern. Für einen kurzen Sonntagsspaziergang ist sie eher zu lang, dafür bekommt man eine richtige kleine Herbstwanderung.
Warum der Wald jetzt sein Gesicht verändert
Wer in den kommenden Wochen regelmäßig draußen unterwegs ist, kann fast dabei zusehen, wie sich die Landschaft verwandelt. Mit den kürzer werdenden Tagen bauen Laubbäume das grüne Chlorophyll in ihren Blättern ab. Andere Farbstoffe, die bislang vom Grün überdeckt wurden, treten hervor. Gelb, Orange und Rot übernehmen langsam die Regie.Auch der unverwechselbare Geruch des Herbstwaldes gehört zu diesem Kreislauf. Das herabgefallene Laub wird von Bodenlebewesen, Pilzen und Bakterien zersetzt und verwandelt sich nach und nach in Humus.
Noch sind die Wälder rund um Regensburg vielerorts grün. Doch genau das macht einen Spaziergang jetzt so reizvoll. Heute zeigt sich vielleicht erst ein gelber Ast zwischen den Baumkronen, eine Woche später sieht derselbe Weg schon völlig anders aus.
Der goldene Herbst kommt nicht an einem bestimmten Tag. Er beginnt Blatt für Blatt. Und am schönsten lässt sich das immer noch zu Fuß beobachten.
Kathrin Gnilka / RNRed