Zwei Tore vor der Pause, zwei Gegentreffer nach dem Seitenwechsel: Der SSV Jahn Regensburg verpasst beim SC Verl den Auswärtssieg. Nach dem Doppelpack von Lucas Hermes und Oscar Schönfelder trifft Dennis Waidner zweimal für die Gastgeber.
Der SSV Jahn und der SC Verl trennen sich am Mittwochabend in der Sportclub-Arena 2:2-Unentschieden. Die Jahnelf führte durch die Tore von Lucas Hermes und Oscar Schönfelder zur Halbzeit bereits 2:0, jedoch konnten die Ostwestfalen in der zweiten Halbzeit durch einen Doppelpack von Dennis Waidner noch ausgleichen.
Jahnelf startet mit Chancen, Verl hat viel Ballbesitz
Beide Trainer vertrauten auf ihre Startelf vom vergangenen Wochenende und nahmen keine Wechsel vor. Der SSV erwischte den besseren Start: Nassim Boujellab wurde halbrechts im Strafraum freigespielt, sein Schuss wurde gerade noch zur Ecke geblockt (2.). Die spielstarken Gastgeber versuchten in den Anfangsminuten, mit viel Ballbesitz Sicherheit zu gewinnen. Die Jahnelf lauerte auf Ballgewinne und schnelle Umschaltmomente.
Nach einem Missverständnis zwischen Poldi Wurm und Hannes Hermann wurde es erstmals im Jahn-Strafraum gefährlich, aber der Jahn-Innenverteidiger konnte gerade noch klären (16.). Der SSV tat sich offensiv bisher schwer, die wenigen Ballbesitzphasen wurden gut unterbunden. Adrian Feins Chipball in die Mitte war zu ungefährlich (25.).
Kurz danach die beste Gelegenheit für die Regensburger: Fein legte quer auf Boujellab, dessen Schuss vom Strafraumrand knapp übers Tor rauschte (28.). Das Spiel nahm an Attraktivität zu und der SSV verzeichnete schließlich die beste Chance des Spiels – und was für eine. Fein schickte Boujellab links auf die Reise, dessen Hereingabe Hermes in der Mitte an den Innenpfosten setzte (31.). Auf der anderen Seite zielte Leopold mit einem Fernschuss zwei Meter vorbei (36.).
Hermes und Schönfelder bringen Jahn mit 2:0 in Führung
Der Jahn aber belohnt sich für die Leistungssteigerung mit zunehmender Spieldauer: David Philipp wurde dieses Mal in die Tiefe geschickt, Hermes köpfte den Ball dieses Mal im Fünfer in die Maschen zum 1:0 (38.). Die Rothosen setzten nach: Hermes blieb mit seinem Versuch zunächst an einem Verler Bein hängen (42.).
Eine Minute später aber war es passiert: Boujellabs langer Schlag fiel am langen Pfosten runter, Schönfelder drückte die Kugel stark über die Linie zum 2:0 (43.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zwang Verls Leopold Hannes Hermann noch zu einer ersten Parade, doch der Jahn-Keeper war aufmerksam (45.). Mit einer verdienten 2:0-Pausenführung für den SSV ging es in die Kabine.
Waidner gleicht mit Doppelpack für den SC Verl aus
Die zweiten 45 Minuten gestalteten sich zunächst ausgeglichen, die Jahnelf zeigte sich wachsam und verteidigte weiterhin resolut. Und hätte in Person von Boujellab das 3:0 machen müssen. Philipp legte in den Rücken der Abwehr, der Deutsch-Marokkaner tankte sich in den Fünfer, scheiterte aber am glänzend reagierenden Schlieck (53.).
Einen Regensburger Ballverlust schnappte sich Verls Heike und setzte den Ball in den ostwestfälischen Nachthimmel (60.). Die Ostwestfalen erhöhten in der Folge den Druck, Poldi Wurm rettete heldenhaft gegen einen Verler Schuss im Strafraum (64.).
Genau in diese kleine Druckphase kam Verl tatsächlich zum Anschlusstreffer: Der Jahn bekam dieses Mal einen Angriff des Sportclubs nicht geklärt und Waidner traf mit einem Schlenzer zum 1:2 (65.). Verl legte nun in der zweiten Hälfte eine ähnliche Effektivität an den Tag wie der Jahn in Durchgang eins: Nach einem weiteren Angriff tauchte erneut Waidner im Sechzehner auf und schob den Ball flach ins lange Eck zum 2:2-Unentschieden (73.).
Verl drängt auf den Siegtreffer
Die Jahnelf musste sich erstmals wieder sammeln, die beiden Treffer hatten Wirkung gezeigt. Auch in der Schlussphase sollte Verl viel Ballbesitz verzeichnen, die Jahnelf mühte sich gegen die immer mutiger werdende Heimmannschaft. Verl hatte durch Heike (85.), Waidner (87.) und erneut Heike (90.+3) tatsächlich noch die Chance auf das 3:2, aber der Siegtreffer sollte nicht mehr fallen.
Am Ende nimmt der SSV Jahn einen Punkt aus Ostwestfalen mit und schließt die Englische Woche nun am kommenden Samstag mit dem Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden (17.10.) ab.
SC Verl – SSV Jahn Regensburg 2:2 (0:2)
SC Verl: Schlieck – Berner (71. Bamba), König, Seidel, Kijewski – Eze (56. Wessig), Waidner (87. Otto) – Mesanovic, Clausen (56. Rabihic), Leipold (87. Japaur) – Heike
SSV Jahn Regensburg: Hermann – Oliveira, Wurm, Mühl, Mätzler, Schönfelder – Hingerl (71. Seibold), Fein – Philipp (60. Wörner), Boujellab (87. Posselt), Hermes (71. Jano)
Tore: 0:1 Hermes (38.), 0:2 Schönfelder (43.), 1:2 Waidner (65.), 2:2 Waidner (73.)
Zuschauer: 2.406 (141 Jahnfans)
Schiedsrichter: Jonah Besong (Duisburg)
Die Stimmen zum Spiel
Der SSV Jahn spielt 2:2-Unentschieden beim SC Verl. Hier lest Ihr die Stimmen von Torschütze Lucas Hermes sowie der beiden Trainer Orest Shala (SC Verl) und Sascha Hildmann (SSV Jahn).
Lucas Hermes: „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, uns mit zwei Toren belohnt und sind verdient mit einer 2:0-Führung in die Pause gegangen. Verl hat in der zweiten Halbzeit zwar guten Fußball gespielt und uns unter Druck gesetzt, aber wir wussten auch schon im Vorfeld, dass sie eine spielstarke Mannschaft sind. Es darf eigentlich nicht passieren, dass wir am Ende noch zwei Gegentore fangen. Das 2:2 ist am Ende des Tages wohl ein gerechtes Ergebnis für beide Mannschaften, auch wenn wir natürlich enttäuscht sind, weil man eine 2:0-Führung ins Ziel bringen möchte. Vielleicht hat uns am Ende noch die letzte Konsequenz gefehlt, um die drei Punkte mitzunehmen. Mit bisher vier Punkten läuft die Englische Woche für uns ordentlich, wir sind ungeschlagen und wollen am Samstag genau daran anknüpfen.“
Sascha Hildmann: „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, gut verteidigt und kaum etwas zugelassen. Direkt nach der Pause hatten wir durch Nassim Boujellab die Riesenchance auf das dritte Tor, haben diese jedoch liegengelassen. Danach ist Verl immer stärker geworden, hat Druck aufgebaut und wir konnten das hinten raus nicht mehr so konsequent wegverteidigen. Wenn man 2:0 führt, tut das 2:2 am Ende natürlich weh, aber unter dem Strich ist es ein gerechtes Unentschieden.“
Orest Shala: „Meine Mannschaft hat heute einmal mehr bewiesen, dass sie gelernt hat, mit Rückschlägen im Spiel umzugehen. In der ersten Halbzeit waren wir sicherlich nicht gut genug und haben ohne die nötige Konsequenz im letzten Drittel agiert. Nach dem Wechsel haben die Jungs dann aber genau das gezeigt, was gefordert war, und das Tempo sowie die Zielstrebigkeit deutlich nach oben geschraubt. Die beiden Tore waren die logische Konsequenz aus unserer dominanten Phase nach der Pause. Am Ende steht ein leistungsgerechtes Unentschieden gegen einen sehr kompakten und umschaltstarken Gegner.“
SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA / RNRed