Vor allem in der ersten Halbzeit bietet sich dem SSV Jahn Regensburg mehrfach die Chance, in Führung zu gehen. Nach der Pause tut sich die Jahnelf gegen formstarke Wiesbadener deutlich schwerer. Am Ende bleibt eine Serie ohne Niederlage – und die Frage, warum diesmal nicht mehr drin war.
Der SSV Jahn Regensburg trennt sich zum Abschluss der englischen Woche mit einem 0:0 von Wehen Wiesbaden. Der Jahn ließ dabei vor allem im ersten Durchgang mehrere Gelegenheiten liegen, um in Führung zu gehen. Im zweiten Durchgang fehlte gegen formstarke Gäste die Durchschlagskraft, um den Dreier zu holen. Die Jahnelf ist damit seit vier Ligaspielen ungeschlagen.
Jahn-Cheftrainer Sascha Hildmann vertraute trotz der Pause von gerade einmal zwei Tagen zum dritten Mal in Folge der gleichen Startelf. Bei den Gästen aus Hessen gab es lediglich eine Veränderung zur vorangegangenen Partie gegen Aachen. Moritz Flotho rückte für Marcus Müller in die erste Elf von Trainer Jochen Seitz.
Jahn Regensburg lässt mehrere Chancen auf die Führung liegen
Nach fünf Minuten war es zunächst David Philipp, der links im Strafraum frei vor Wiesbadens Torwart Florian Stritzel auftauchte (4.). Zuerst eroberte die Nummer acht des Jahn im Mittelfeld selbst noch den Ball, ehe er ihn über Fein und Schönfelder wieder zurück in den Lauf bekam. Sein Abschluss konnte Stritzel aber noch um den langen Pfosten zur Ecke lenken. Vier Minuten später trat Lukas Mühl vom Mittelkreis aus an und ließ auf dem Weg in Richtung Strafraum zwei Wiesbadener stehen, um letztlich dann auch selbst den Abschluss zu wählen. Der stramme Abschluss des nachverpflichteten Innenverteidigers wurde von Stritzel erneut stark zur Ecke abgewehrt (7.).
Der SV Wehen Wiesbaden beschränkte sich zu Beginn weitestgehend auf Standards und Umschaltgelegenheiten, konnte sich aber nach 15 Minuten auch mal länger am Regensburger Strafraum festsetzen. Erst schoss Massimo von rechts am langen Pfosten vorbei (10.), dann verfehlte Schleimer nach einem flach ausgeführten Eckball in den Rückraum knapp das Tor. Danach wurde der Jahn aber wieder das aktivere Team, ohne dabei wirklich zwingende Gelegenheiten zu erspielen. In Minute 32 war es dann Nassim Boujellab, der bei einem Konter auf rechts von Philipp die Kugel bekam und auf Stritzel zulaufen konnte. Trotz viel Platz und Zeit landete die Kugel aber erneut nur neben dem Tor.
Umkämpfte zweite Halbzeit endet mit einem Remis
Auch nach dem Seitenwechsel gehörten die ersten offensiven Annäherungen wieder dem SSV Jahn. Philipp setzte aber bei seinem Versuch aus 16 Metern etwas zu hoch an (48.), und Oliveiras Abschluss rauschte in der 52. Minute links am Wiesbadener Tor vorbei. In der 54. Minute verursachte Hermann dann einen indirekten Freistoß im eigenen Strafraum. Das bot die beste Gelegenheit der Hessen auf ein eigenes Tor in dieser Partie. Schleimers ersten Versuch klärte Hingerl noch vor der Linie. Im Anschluss traf Janitzek den Ball dann nicht mehr richtig, sodass sein Abschluss ins Toraus trudelte.
Boujellab konnte danach im Strafraum nach einer Hereingabe von Oliveira den Ball nicht mehr für einen Abschluss unter Kontrolle bringen (59.), ehe die Partie bis zur Schlussphase auf beiden Seiten keine zwingenden Gelegenheiten mehr bot. Erst Patrick Hobsch zwang Stritzel in der 87. Minute noch einmal zu einer Glanztat. Oliveiras Flanke drückte der eingewechselte Stürmer aus fünf Metern aufs Tor. Allerdings verschaffte er sich zuvor mit einem Foul überhaupt erst den Platz, sodass ein Treffer ohnehin nicht gezählt hätte. So ging das Spiel mit einem torlosen Remis zu Ende. Als Nächstes reist der Jahn am Freitagabend an die Hafenstraße zum Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen (23.10., 19 Uhr).
SSV Jahn Regensburg – SV Wehen Wiesbaden 0:0 (0:0)
SSV Jahn Regensburg: Hermann – Oliveira, Wurm, Mühl, Mätzler, Schönfelder – Hingerl (84. Majetschak), Fein – Boujellab (71. Wörner), Philipp (71. Posselt), Hermes (64. Hobsch)
Wehen Wiesbaden: Stritzel – Greilinger, Hübner, Janitzek, May (88. Bogicevic) – Brandt, Schleimer (61. Chaikhoun), Fechner (88. Nink), Massimo (61. Kalem), Paula – Flotho (74. Müller)
Zuschauer: 6.591
Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Viechtach)
Die Stimmen zum Spiel
Nach umkämpften 90 Minuten stand am Ende in der Drittliga-Partie zwischen dem SSV Jahn und dem SV Wehen Wiesbaden ein 0:0-Remis auf der Anzeigetafel. Hier lest Ihr die Stimmen von Jahn-Torhüter Hannes Hermann sowie der beiden Trainer Jochen Seitz (Wehen Wiesbaden) und Sascha Hildmann (SSV Jahn).
Hannes Hermann: „Wir waren über weite Strecken besser im Spiel, haben uns heute aber leider wieder nicht belohnt. Aus den letzten drei Spielen haben wir fünf Punkte mitgenommen, womit wir nicht komplett zufrieden sein können, aber wir brauchen uns davon nicht runterziehen zu lassen. In der ersten Halbzeit waren wir gut drin und hatten offensiv gute Möglichkeiten. In der zweiten Halbzeit haben wir leider etwas zu wenig Bälle in die gefährliche Zone gebracht, weshalb es wehtut, dass es am Ende nicht für drei Punkte gereicht hat. Uns war von vornherein bewusst, wie Wehen Wiesbaden auftreten würde, da sie in den letzten Spielen mit ihrer tiefen Grundordnung und Kontern recht erfolgreich waren. Nicht zu verlieren ist zwar eine Basis, aber noch lange nicht das, wo wir hinwollen. Jetzt blicken wir nach vorne, denn am Freitag geht es schon wieder mit einem attraktiven Spiel weiter.“
Sascha Hildmann: „Wir hatten bereits in der ersten Halbzeit zwei, drei sehr gefährliche Torschüsse und haben eine ordentliche Staffelung an den Tag gelegt. Wir haben jetzt fünf Punkte aus der Englischen Woche mitgenommen und sind seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen. Es ist der richtige Weg, auch weil wir hinten erneut die Null gehalten haben. Diese Liga ist so eng beieinander, das ist schon Wahnsinn. Gegen eine Mannschaft wie Wehen Wiesbaden zu spielen, die sich sehr tief reinstellt, ist eine große Herausforderung. Ich bin stolz auf die Jungs, wie mutig sie nach den Strapazen der letzten Tage aufgetreten sind und das gefährliche Umschaltspiel des Gegners gut kontrolliert haben. Am Ende ist leider vorne keiner mehr reingerutscht, aber das 0:0 nehmen wir mit und blicken nun mit Vorfreude auf das Auswärtsspiel in Essen.“
Jochen Seitz: „Wir sind nicht gut in die Partie reingekommen und mussten früh brenzlige Situationen überstehen, in denen unser Torhüter sehr gut pariert hat. Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem Regensburg erwartungsgemäß viel Ballbesitz hatte und wir im eigenen Spielaufbau etwas sauberer hätten agieren können. In der Halbzeitpause haben wir angesprochen, dass wir die Positionierung defensiv wie offensiv anpassen müssen, und in der zweiten Halbzeit hat der Gegner sein Anlaufverhalten entsprechend verändert. Im Laufe des zweiten Durchgangs war beiden Mannschaften der Kraftverschleiß nach drei Spielen in sechs Tagen anzumerken, weshalb die Konterchancen nicht mehr optimal ausgespielt wurden. Die größte Gelegenheit zum Siegtreffer hatten wir durch einen indirekten Freistoß, der knapp auf der Linie geklärt wurde, gefolgt von der Nachschusschance unseres Kapitäns aus wenigen Metern. Am Ende steht unter dem Strich ein leistungsgerechtes Unentschieden, mit dem wir den Punkt gerne mitnehmen.“
SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA / RNRed