Nach einer schwachen ersten Halbzeit und zu wenig Durchschlagskraft in der Offensive bleibt der SSV Jahn Regensburg bei Rot-Weiss Essen ohne Punkte. Trainer Sascha Hildmann und Abwehrspieler Lukas Mühl benennen nach der Niederlage die Schwächen der Mannschaft.
Mit einer 0:1-Niederlage im Gepäck muss der SSV Jahn Regensburg die weite Heimreise vom Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen antreten. Nach einer schwachen ersten Halbzeit konnte die Jahnelf die zweite Halbzeit ausgeglichener gestalten, jedoch war die Mannschaft von Cheftrainer Sascha Hildmann in der Offensive zu ungefährlich.
Früher Rückstand nach Fehlern in der Defensive
Erneut gab es in der Regensburger Startelf keine personelle Änderung. In der Anfangsphase mussten sich beide Mannschaften erst einmal auf dem rutschigen Geläuf bei stürmendem Regen sortieren. Nach einem Regensburger Ballverlust verzeichneten die Gastgeber die erste Chance des Spiels: Janssen jagte die Kugel im Strafraum abgefälscht über den Kasten (9.). Abiamas satter Distanzschuss prüfte Hermann erstmals (13.). Brumme bestrafte weitere Unachtsamkeiten in der Regensburger Hintermannschaft und köpfte nach einer Abiama-Flanke zur Essener Führung (15.).
Brummes Schuss in der 19. Minute packte sich Hermann – auch hier war ein Abspielfehler des Jahn zuvor die Ursache für die Tormöglichkeit. Potocnik brachte zum Glück aus Sicht des Jahn den Ball nicht aufs Gehäuse, da war mehr drin (21.). Nach einer kurzen Verletzungsunterbrechung zwang Pesch als Nächstes Jahn-Keeper Hermann zu einer Parade (29.). RWE hatte weiter die Spielkontrolle und blieb aktiver: Janssen ließ mit einer weiteren guten Torchance im Strafraum das 2:0 liegen (37.).
Aus dem Nichts hätte dann aber David Philipp fast den Ausgleich erzielt. Nach Zuspiel von Boujellab schlenzte er den Ball Richtung linkes Eck – Golz fischte die Kugel gerade noch raus (42.). Ein kleiner Weckruf kurz vor der Halbzeit, der SSV war auch in den Folgeminuten endlich in dieser Partie angekommen. Mit einem 0:1 aus Sicht des Jahn nach einer fahrigen ersten Halbzeit ging es in die Kabine.
Jahnelf nach der Pause stabiler
Patrick Hobsch kam für Leo Mätzler neu in die Partie, Hildmann stellte defensiv auf Viererkette um. Der SSV wehrte sich nun von Beginn an und stand defensiv kompakter. Essens Offensive kam weniger zur Entfaltung, die Jahnelf legte die notwendige Bissigkeit an den Tag.
Das Spiel war nach einer knappen Stunde ereignisärmer als in den ersten 45 Minuten. Die Jahn-Offensive stagnierte weiterhin. Hildmann brachte mit Zeteny Jano für Philipp einen weiteren Offensivspieler (65.). Boujellab probierte es mit einem Schuss von der Strafraumkante – zwei Meter über das Essener Gehäuse (66.).
Insgesamt fehlten den Regensburgern an diesem Abend jedoch die Durchschlagskraft und die Ideen gegen eine diszipliniert verteidigende Heimelf. Ähnlich wie in der ersten Halbzeit hatte der Jahn auf einmal wieder eine dicke Gelegenheit: Nach einer schönen Ballstaffette tauchte Hermes im Strafraum auf und jagte den Ball in aussichtsreicher Position über den Querbalken (80.). Hobsch brachte nach einer Flanke keinen Druck hinter den Ball (84.).
In den Schlussminuten bemühte sich der SSV, doch die Hildmann-Elf fand kein Durchkommen. Am Ende blieb es beim verdienten Heimsieg für Rot-Weiss Essen. Die Jahnelf trifft am nächsten Samstag (31.10.) zu Hause auf Hansa Rostock.
Rot-Weiss Essen – SSV Jahn Regensburg 1:0 (1:0)
Rot-Weiss Essen: Golz – Kostka, Hüning, Rios Alonso, Celebi (90. Bazzoli) – Sietan, Pesch (76. Bätzner), Brumme (76. Hofmann), Cuber Potocnik (26. Reisig), Abiama – Janssen
SSV Jahn Regensburg: Hermann – Oliveira, Wurm, Mühl, Mätzler (45. Hobsch), Schönfelder – Hingerl, Fein – Philipp (65. Jano), Boujellab (81. Wörner), Hermes (81. Posselt)
Tor: 1:0 Brumme (15.)
Zuschauer: 16.517
Schiedsrichter: Felix Grund (Haidlfing)
Lukas Mühl und Sascha Hildmann kritisieren den Auftritt
Der SSV Jahn unterliegt auswärts bei Rot-Weiss Essen mit 0:1. Nach dem 11. Spieltag äußerten sich Lukas Mühl und Trainer Sascha Hildmann. Hier lest Ihr ihre Kommentare zum Spiel.
Lukas Mühl: „Alles in allem war das zu wenig heute. In der ersten Halbzeit sind wir mit dem Ball nicht nach vorne gekommen und konnten die Bälle nicht festmachen. Wir können das deutlich besser. Heute war mehr drin gewesen. Wir müssen uns steigern und mit dem Ball mehr Verantwortung dafür übernehmen. Wir haben uns vor allem in der ersten Halbzeit das Leben selber schwer gemacht, die Fehler waren viel zu einfach und unnötig. Wir müssen uns mehr auf unsere Stärken besinnen und standhafter sein. Wir müssen die Zweikämpfe und die Körperlichkeit mehr annehmen. Das hat uns heute gefehlt.“
Sascha Hildmann: „Wir sind schlecht in die Partie reingekommen, haben viele Zweikämpfe verloren und es dem Gegner leicht gemacht, uns zu pressen. Wenn du die entscheidenden Duelle nicht gewinnst, wird es sehr, sehr schwer. Essen hat enorm Druck aufgebaut und sich Torchancen erspielt. Du musst den Fußball gerade bei diesen Bedingungen arbeiten. Das haben wir vermissen lassen. Trotzdem haben wir kurz vor dem Pausenpfiff noch die Chance durch David Philipp auszugleichen. Wir haben nach der Pause auf Viererkette umgestellt und wollten mit Patrick Hobsch vorne mehr Druck ausüben. Am Anfang haben wir noch Probleme gehabt, wurden dann aber besser. Wir haben dann die Räume bespielt, die uns in gefährliche Situationen gebracht haben. In Essen hat man selten viele Torchancen. Wir hatten noch eine zum Ausgleich. Es ist uns nicht gelungen. Wir haben das Spiel verloren, weil wir in der ersten Halbzeit nicht gezeigt haben, was wir können. Tut heute sehr weh. Gegen Hansa Rostock müssen wir über unser Limit hinausgehen.“
SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA / RNRed