Nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit und dem Rückstand durch Leon Dajaku zeigte der SSV Jahn Regensburg nach der Pause eine Reaktion. Lucas Hermes und Benedikt Bauer drehten die Partie innerhalb weniger Minuten. Eine Gelb-Rote Karte spielte den Gastgebern zusätzlich in die Karten.
In einem insgesamt zerfahrenen Drittliga-Spiel hat der SSV Jahn nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang einen wichtigen 2:1-Sieg eingefahren. Die Rostocker Pausenführung durch Leon Dajaku wandelte die Jahnelf noch durch die Tore von Lucas Hermes und Benedikt Bauer in einen Heimerfolg um.
Jahn gerät nach Fehler in Rückstand
Cheftrainer Sascha Hildmann änderte die Startelf auf zwei Positionen: Malte Karbstein und Patrick Hobsch rückten für Adrian Fein und David Philipp in die Mannschaft. Die Jahnelf startete mit Mut in die Partie und hatte nach einem Rostocker Ballverlust gleich durch Lucas Hermes die erste Torchance, Hansas Keeper Klewin packte aber zu (3.).
Die Anfangsphase war insgesamt zerfahren, beide Mannschaften suchten zunächst nach Spielkontrolle. Jahn-Torwart Hannes Hermann sah im Ballbesitz im eigenen Strafraum den heranstürmenden Voglsammer nicht, der dessen Schlag abblockte. Dajaku schnappte sich die Kugel und traf mit einem satten Schuss ins lange Eck zum 1:0 (12.).
Der SSV musste sich nach diesem Schock erst einmal schütteln. Rostock hatte durch Michaelis gleich eine weitere Chance, aber der Offensivspieler verfehlte das Jahn-Gehäuse (16.).
Die Partie blieb insgesamt ausgeglichen, vor allem aber körperbetont. Rostocks Kölle (24.) und Regensburgs Wurm (27.) sahen zurecht nach Tacklings die gelbe Karte. In beiden Strafräumen passierte auch in der Folge wenig, die Mannschaften rieben sich in vielen Zweikämpfen im Mittelfeld auf. Der SSV war zwar bemüht, fand aber wenig Zugriff auf die Partie. Gefährliche Torchancen waren bis zum Halbzeitpfiff Mangelware.
Oscar Schönfelder sah in der 40. Minute nach einem Foul an Dajaku seine fünfte gelbe Karte und fehlt damit im Auswärtsspiel kommendes Wochenende in Meppen. Dajaku hatte bereits in der 36. Minute eine Verwarnung bekommen und stieg Boujellab auf die Verse – Schiedsrichter Timon Schulz zeigte dem Rostocker die Gelb-Rote Karte (45.). In der Nachspielzeit stieg auch Schönfelder einem Rostocker auf den Fuß – es blieb bei einer Ermahnung.
Doppelschlag nach der Pause bringt die Wende
Für die zweiten 45 Minuten kamen Bene Bauer und David Philipp neu in die Partie, für Oscar Schönfelder und Poldi Wurm. Und der Jahn hatte sich für den zweiten Durchgang durchaus etwas vorgenommen: Rostocks Reichardt wollte einen zu steil geratenen Pass der Rostocker ins Aus laufen lassen, doch kurz vor der eigenen Grundlinie vertändelte er den Ball gegen Nico Oliveira.
Anschließend legte der Jahn-Außenbahnspieler das Leder in den Rückraum, wo Lucas Hermes lauerte und das Leder platziert ins lange Eck schob (49.).
Und der Jahn machte weiter und sollte innerhalb weniger Minuten das Spiel drehen: Der eingewechselte Bauer spielte mit Boujellab einen sauberen Doppelpass und Erstgenannter wuchtete die Kugel mit voller Überzeugung ins linke Toreck zum 2:1 (52.).
Bauer selber bugsierte auf der anderen Seite dann eine Rostocker Ecke per Kopfball-Bogenlampe aufs Lattenkreuz (54.). Der SSV war nun aber mehr und mehr am Drücker: Hermes (56.) und Bauer (57.) hatten weitere Torgelegenheiten.
Grundsätzlich hatte diese zweite Halbzeit deutlich mehr zu bieten, Rostock steckte in Unterzahl nicht auf. Hobsch hatte das 3:1 auf dem Fuß, doch der Jahn-Stürmer zielte Zentimeter am Tor vorbei (68.). Auf der anderen Seite zwang der eingewechselte Krauß Hannes Hermann zu einer Glanzparade (69.).
Der Druck von Hansa nahm zu, Mühl klärte gegen einen weiteren Vorstoß von Krauß stark (76.). Der eingewechselte Posselt sorgte für etwas Entlastung und setzte einen Kopfball aufs Tornetz (78.).
Doch Hansa schnürte die Regensburger nun in deren Hälfte ein. Kiedl (81.) und Krauß (83.) ließen weitere Möglichkeiten liegen. Die Jahnelf sehnte sich den Schlusspfiff herbei und überstand mit leidenschaftlichem Abwehrverhalten auch die vierminütige Nachspielzeit. Am Ende stand ein sehr wichtiger 2:1-Heimsieg auf der Anzeigentafel im Jahnstadion Regensburg.
Spielbericht:
SSV Jahn Regensburg – F.C. Hansa Rostock 2:1 (0:1)
SSV Jahn Regensburg: Hermann – Oliveira, Wurm (45. Philipp), Mühl, Karbstein, Schönfelder (45. Bauer) – Hingerl, Mätzler – Boujellab (90. Stolze), Hobsch (73. Majetschak), Hermes (73. Posselt)
Hansa Rostock: Klewin – Karada, Carstens, Pfanne, Reichardt (60. Krauß), Kölle (77. Brzozowski) – Schuster (90. Gürleyen), Fatkic, Michaelis (60. Kopacz), Dajaku – Voglsammer (77. Kiedl)
Tore: 0:1 Dajaku (12.), 1:1 Hermes (49.), 2:1 Bauer (52.)
Gelb-Rote Karte: Dajaku (45.)
Zuschauer: 8.670
Schiedsrichter: Timon Schulz (Hannover)
Stimmen zum Spiel
Der SSV Jahn besiegte Hansa Rostock am 12. Spieltag mit 2:1. Hier lest Ihr die Stimmen von Benedikt Bauer sowie der beiden Cheftrainer Sascha Hildmann und Andre Breitenreiter.
Benedikt Bauer:
„Es tut sehr, sehr gut. Vor allem, weil in den letzten Wochen die Leistungen akzeptabel waren, aber die Ergebnisse nicht zufriedenstellend waren. Deshalb war es sehr wichtig, dass wir das Spiel nach dem Rückstand drehen und einen Heimsieg einfahren konnten. Ein Vorteil war natürlich die Gelb-Rote Karte kurz vor der Halbzeit für uns. Auch der Doppelschlag hilft natürlich enorm, dieses Spiel mit einer Führung über die Zeit zu bringen. Darauf wollen wir jetzt aufbauen.“
Sascha Hildmann (SSV Jahn):
„Es war in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel, auch wenn wir uns zu viele Ballverluste im Mittelfeld geleistet haben. Du bekommst ein Tor, das du so nicht kassieren darfst. Davon waren wir erst geschockt und mussten erst wieder ins Spiel kommen. Rostock wurde zwar stärker, aber hatte keine zwingenden Torchancen. Bis zur Gelb-Roten Karte war es ein ausgeglichenes Spiel. In der Pause haben wir umgestellt und waren gut drin. Wir klauen den Ball vor dem 1:1 und Nico legt ihn gut quer auf Hermes. So ein Tor brauchst du dann in dieser Phase. Dann machen wir das zweite Tor und es war die Frage, ob wir aufs Dritte gehen sollen. Das war auch eigentlich der Plan und du hattest auch die Riesenchance dafür. Rostock hat dann viel Druck aufgebaut und ist ins Risiko gegangen. Das mussten wir wegverteidigen und es ist uns in einigen Spielen nicht gelungen. Heute ist es uns gelungen. Das freut mich sehr für die Truppe. Es zeigt, wir können eine knappe Führung auch über die Zeit bringen. Das ist gut für die Moral und deshalb macht es mich sehr glücklich. Ich bin froh für unsere Fans. Es war kein schönes Fußballspiel, aber es war spannend.“
Andre Breitenreiter (FC Hansa Rostock):
„In der ersten Halbzeit haben wir kein schönes Spiel gesehen, auch unsere Leistung war für mich trotz der Führung nicht ansehnlich. Wir waren zu langsam im Ballbesitz und haben nicht schnell genug nach vorne gespielt. Manchmal sind es die Tage, die man benötigt, um einen dreckigen Sieg einzufahren. Wir sind nach gutem Pressing in Führung gegangen und haben nichts bis wenig zugelassen. Es bestand kaum Gefahr und wir schwächen uns aus dem Nichts selbst mit einer absolut unnötigen Gelb-Roten Karte. Wir haben uns in der Halbzeit gesammelt und uns gut aufgestellt, wie wir kompakt verteidigen wollen. Rutschen dann aus beim 1:1 und ermöglichen dem Gegner einen einfachen Treffer. Das passiert uns zu oft und geht uns allen auf den Keks. Wir haben große Ambitionen, da dürfen solche Fehler über Wochen nicht passieren. Wir bekommen dann das zweite Gegentor. Dann kann man positiv erwähnen, unsere Moral. Wir haben offensiv umgestellt und Druck erzeugt. Wir hatten Torchancen und Torraumaktionen. Der Ball wollte wieder nicht rein, so sind wir heute der Verlierer in Regensburg.“
SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA / RNRed