Mit lautstarker Unterstützung von den Rängen erkämpft sich der ESV 1927 Regensburg einen emotionalen Auswärtssieg in Mainz. Leidenschaft, Nervenstärke und ein starker Teamgeist machen den Unterschied und werden mit wichtigen Punkten belohnt.
Wintersturm Elli hatte für viele Spielabsagen in der Alsco 2. Handball Bundesliga Frauen gesorgt, der ESV 1927 Regensburg war aus mehreren Gründen froh, zum Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 antreten zu können. Zum einen hatte das Team von Trainer Bernhard Goldbach mit vier Siegen aus fünf Partien einen Lauf, der anhalten sollte. Zum anderen war schon seit Monaten im Geheimen ein Fanbus in die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz geplant gewesen. Die Schlachtenbummler überraschten die nichtsahnenden Bunkerladies 15 Minuten vor dem Anpfiff mit einem „Walhalla-Marsch“, der bayerischen Variante des Fastnacht-Klassikers, und übernahmen direkt das akustische Kommando in der Sporthalle Gymnasium Oberstadt. Diese war in den vergangenen Jahren kein gutes Pflaster für den ESV: Der letzte und einzige Auswärtssieg lag ziemlich genau vier Jahre zurück.
Intensive erste Halbzeit mit offenem Schlagabtausch
Nach zwei überragenden Erfolgen in Serie waren die mit gleich vier Linkshänderinnen in der Deckung agierenden Gäste optimistisch, den Bann beim heimstarken Tabellennachbarn brechen zu können. Die Partie startete fehlerbehaftet und ungewöhnlich, denn FSV-Coach Jörg Schulze nahm beim Spielstand von 1:2 in der fünften Minute seine erste Auszeit. Auch danach wechselten sich auf beiden Seiten starke Aktionen und vermeidbare Fehler ab. Die Spielerinnen hatten Schwierigkeiten, sich auf die Linie des jungen Schiedsrichtergespanns einzustellen, das den Abwehrspielerinnen viel, mitunter zu viel, durchgehen ließ. Beim Stand von 7:6 nahm Goldbach seine erste Auszeit, kurz darauf glich Melina Hahn mit einer sehenswerten Finte aus. Gestützt auf eine starke Joelle Arno im Tor, die unter anderem zwei Strafwürfe und drei freie Möglichkeiten der Gastgeberinnen entschärfte, setzten sich die Gäste leicht ab. Dass es nur zu einem 15:15-Halbzeitstand reichte, lag auch an zwei Unterzahlsituationen und einem Strafwurfverhältnis von 5:1 für Mainz.
Nervenstark, leidenschaftlich, erfolgreich
Nach dem Seitenwechsel lagen die Gäste meist knapp in Führung. Mainz ließ mehrere gute Chancen ungenutzt, darunter drei Möglichkeiten innerhalb von fünf Sekunden. Während die Meenzer Dynamites drei Strafwürfe vergaben, verwandelte ESV-Kapitänin Franzi Peter alle vier Versuche souverän. Eine engagierte Deckung um Theresa Lettl, sichere Torhüterleistungen, starker Support von der Tribüne und ein gefährlicher Angriff sorgten für eine 28:24-Führung sechs Minuten vor dem Abpfiff. Dieser Vorsprung reichte, um den Sieg über die Zeit zu bringen.
Stimmen und Ausblick
Trainer Bernhard Goldbach zeigte sich stolz und erleichtert, seine persönliche Serie in Mainz im vierten Anlauf beendet zu haben. Er lobte den leidenschaftlichen Einsatz seines Teams und die entscheidenden Paraden von Joelle Arno. Auch die Fans hatten großen Anteil am Erfolg. Sportlicher Leiter Robert Torunsky bedankte sich ausdrücklich bei den mitgereisten Anhängerinnen und Anhängern, die den Abend unvergesslich gemacht hatten. Durch den Erfolg rückte der ESV 1927 Regensburg auf den fünften Tabellenplatz vor und blickt optimistisch auf das nächste Heimspiel gegen Freiburg.
Besetzung ESV 1927 Regensburg
Tor: Arno, Baur
Feld: F. Peter 9/4, Hahn, Kessler je 5, Birnkammer 4, Mustafic 2, Kollmer, Lettl, Härtl, Opitz je 1 sowie S. Peter, Fuhrmann, Feles und Ewald
H.C. WAGNERs BUREAU / RNRed