Die Spannung steigt: Auf die Eisbären Regensburg warten am Wochenende zwei Schlüsselduelle gegen die direkte Konkurrenz. Auswärts bei der Düsseldorfer EG und zuhause im Derby gegen Landshut geht es um wichtige Punkte im Kampf um die Play-offs.
Der Tabellensechste muss am gleichen Wochenende gegen seine beiden engsten Verfolger ran: Die beiden anstehenden Duelle auswärts bei der Düsseldorfer EG (8. Platz/59 Punkte) und zuhause im Derby gegen den EV Landshut (7./60) sind für Eishockey-Zweitligist Eisbären Regensburg (6./64) richtungsweisend. Mit nur noch elf Begegnungen vor der Brust zählt nun jeder Punkt, um das Ziel, die Play-offs, möglichst früh unter Dach und Fach zu bringen – vor allem gegen die direkte Konkurrenz. Die Partie bei den Nordrhein-Westfalen steigt am heutigen Freitag, den 06. Februar, Spielbeginn im dortigen Psd-Bank-Dome ist um 19:30 Uhr. Das mit Spannung erwartete vierte Aufeinandertreffen mit dem EVL folgt dann am Sonntag, den 08. Februar, ab 17:00 Uhr in der Donau-Arena – es ist der große Nachhaltigkeitstag der Eisbären, erneut in Zusammenarbeit mit dem neuen Partner IG Gesunder Boden. Rund um die Partie gibt es daher zahlreiche Aktionen zum Thema – der Tag findet im Rahmen einer ligaweiten Mottowoche der DEL 2 statt. Nicht mit von der Partie werden dabei wohl der angeschlagene Verteidiger Nick Mähler und Stürmer Kevin Slezak sein.
Punkte gegen DEG und EVL hart umkämpft
Düsseldorf ist dabei das einzige verbliebene Team, gegen das die Eisbären in der laufenden Saison noch keinen Sieg errungen: Das erste Gastspiel des Altmeisters aus NRW in der Donau-Arena endete mit 1:2 nach Verlängerung aus Regensburger Sicht (Treffer durch Constantin Ontl in Überzahl), im Rheinland gab es eine am Ende deutlich zu hohe 1:6-Niederlage (Tor von Jeremy Bracco) und das zweite Heimspiel ging mit 4:1 (Alexander Berardinelli traf im Powerplay) ebenfalls an die DEG. Drei Mal präsentierten sich die Oberpfälzer dabei über weite Strecken auf Augenhöhe, sicherten sich am Ende aber nur einen von bisher neun möglichen Punkten gegen den Erstliga-Absteiger. Etwas bessersieht die Bilanz indes gegen Landshut aus: Immerhin eines von drei Derbys gegen die Niederbayern gewannen die Schützlinge von Eisbären-Trainer Peter Flache bislang. Gleich am vierten Spieltag setzten sie sich auswärts mit 4:2 durch (es trafen Pierre Preto, Donát Péter sowie Ontl und Jakob Weber in Überzahl) – das Heimspiel im November ging dann aber 2:4 verloren (beide Tore durch Samuel Payeur) und auch beim zweiten Gastspiel in der Dreihelmestadt gab es nach einer 3:6-Niederlage keine Punkte (Treffer von Payeur und zwei Mal Kevin Slezak). Obwohl die direkten Vergleiche also an die Kontrahenten gehen, haben bislang die Oberpfälzer in der DEL-2-Tabelle leicht die Nase vorn: Mit 64 Punkten liegen sie vier Zähler vor dem Lokalrivalen aus Niederbayern und derer fünf vor der DEG.
Bei Düsseldorf kam zuletzt reichlich Bewegung in den Kader: Jüngst gab der Klub binnen kürzester Zeit eine Vertragsverlängerung, zwei Neuzugänge und zwei Abgänge bekannt. Während das Arbeitspapier mit Torhütertalent Leon Hümer verlängert wurde, verließ der deutsch-schwedische Angreifer David Rundqvist den Klub und unterschrieb beim Regensburger Sonntagsgegner Landshut. Auch Nachwuchsnationalstürmer Lenny Boos kehrte den Rheinländern den Rücken und wechselte in die wichtigste Juniorenliga der USA, die USHL. Dafür rückte mit dem 18-jährigen Offensivmann David Galfinger ein Mann aus der eigenen U 20 in den Profikader auf.
Wiedersehen mit Tariq Hammond
Das zweite neue Gesicht bei der DEG ist indes ein in Regensburg sehr bekanntes: Verteidiger Tariq Hammond, der 2024 mit den Eisbären DEL-2-Meister geworden war, schloss sich den Rheinländern an und könnte gegen seinen Ex-Klub sein Debüt feiern.
Eigentlich als einer der großen Favoriten gehandelt, läuft es beim DEL-Absteiger aus dem Rheinland bislang durchwachsen. Dabei sind einige der DEG-Stürmer in starker Form: So kommt der japanische Nationalspieler und Topscorer Yushiroh Hirano bereits auf 44 Punkte (20 Tore, 24 Assists) in nur 38 Einsätzen und liegt damit nur knapp vor Kanadier Erik Bradford mit 37 (14, 23) und US-Amerikaner Ture Linden mit 36 (19, 17). Hinter dem Spitzentrio klafft allerdings eine große Lücke – viertgefährlichster Angreifer ist Kevin Orendorz, dessen Ausbeute mit bislang 16 Zählern weniger als halb so groß ausfällt. Der aus der DEL nachverpflichtete Luca Tosto, Deutsch-Kanadier Michael Clarke und Simon Thiel kommen jeweils auf 14 Torbeteiligungen, Ex-Nationalspieler Leon Niederberger auf zwölf. Mit Erik Brown und Lucas Lessio stehen zwei weitere kanadische Kontingentspieler zur Verfügung. Für die bisherigen zwölf Treffer der DEG gegen die Eisbären zeichneten sich neun unterschiedliche Schützen verantwortlich – insgesamt sammelten 15 verschiedene Düsseldorfer Punkte gegen Regensburg – Linden kommt allein gegen die Domstädter auf drei Treffer und vier Vorlagen.
Offensivstärke beweist im Team von Cheftrainer Harry Lange indes auch ein Defensivakteur: Max Faber, in der Vergangenheit bereits mehrfach zum DEL-2-Verteidiger des Jahres gewählt, ist nicht nur Kapitän, sondern mit acht Toren und 26 Assists für 34 Zähler auch viertbester Scorer. Und nicht nur er, auch alle anderen Stammkräfte in der Hintermannschaft (und auch Neuzugang Hammond) bringen teils immense Erstligaerfahrung mit: Max Balinson, Kristian Blumenschein, Förderlizenzspieler Sten Fischer, Nicolas Geitner, Kevin Maginot und Emil Quaas. Ergänzt wird diese starke Riege durch Youngster und Eigengewächs Moritz Kukuk.
Und auch im Tor können die Düsseldorfer auf zwei absolute Hochkaräter zurückgreifen: Ryan Bednard, der US-Amerikaner mit deutschem Pass, hat AHL-Erfahrung – der junge Niklas Lunemann spielt eine starke Saison und kommt bereits auf 25 Einsätze. Beide haben derzeit Fangquoten von etwas mehr als 90 Prozent, gegen die Eisbären stand bisher aber in allen Aufeinandertreffen Lunemann zwischen den Pfosten, zeigte stets sehr gute Leistungen und ließ in 183 Minuten gegen die Oberpfälzer nur drei Gegentore zu (Fangquote von fast 96 Prozent).
Oberpfalz gegen Niederbayern
Ganz besondere Aufmerksamkeit erregt indes stets das Derby gegen den EV Landshut. Auch die bisherigen drei Aufeinandertreffen zwischen den Oberpfälzern und den Niederbayern waren hart umkämpft und knapp, bisher waren alle drei Duelle restlos ausverkauft, was voraussichtlich auch am Sonntag in der Donau-Arena wieder der Fall sein wird. Die Niederbayern strauchelten zuletzt etwas und gaben so eine eigentlich starke Ausgangslage im Kampf um die beste Platzierung vor der Endrunde wieder aus der Hand. Belegte der EVL lange Rang drei, gab es für die Mannschaft von Starcoach Uwe Krupp (einst Nationaltrainer) aus den jüngsten zwölf Partien nur drei knappe Siege.
Die Krupp-Schützlinge kommen wohl ebenfalls mit einigen neuen Gesichtern in die Donaustadt: Neben dem bereits erwähnten Offensivneuzugang Rundqvist verpflichteten die Dreihelmestädter jüngst nämlich auch einen hochkarätigen Verteidiger. Von den Iserlohn Roosters aus der DEL lotsten sie den Deutsch-Kanadier Colton Jobke an die Isar. Der 33-Jährige, der es bislang auf fast 550 Einsätze in der deutschen Beletage bringt, verstärkt damit die ohnehin schon tiefe Defensivabteilung um den nachverpflichteten Dylan Plouffe, die ebenfalls reichlich Erstliga-erfahrenen Wade Bergman und Stanislav Dietz, Kapitän Andreas Schwarz, die hochgewachsenen Alexander Dersch und Martin Haš, den variabel einsetzbaren Elias Lindner sowie die jungen Talente Tobias Fischer und Finn Serikow. Schwarz und Plouffe fehlten zuletzt allerdings verletzt.
Auch im Angriff gab es beim EVL zuletzt zwei Ausfälle: Seonwoo Park und Ex-Eisbär David Stieler (letzterer bisher mit 26 Torbeteiligungen). Doch der Kader der Niederbayern, der satte 21 Stürmer (plus Allrounder Lindner) zählt, kann dies ob seiner Breite gut kompensieren. Die interne Scorerliste Landshuts führt, wie bei Düsseldorf, ein Kontingentspieler-Trio an: Schwede Tor Immo sammelte bislang 49 Punkte (21 Tore, 28 Vorlagen), US-Amerikaner Trevor Gooch 41 (20, 21) und Immos Landsmann Tobias Lindberg 38 (22, 16). Ex-Nationalspieler David Elsner folgt mit 33 (zehn, 23) gleichauf mit Verteidiger Bergman (zwei, 31). Der Finne Jesse Koskenkorva war bislang an 18 Treffern beteiligt (neun, neun) und netzte auch bereits zwei Mal gegen die Eisbären ein.
Jonas Langmann ist indes die Nummer eins im Tor: Der 34-jährige Routinier kehrte zuletzt nach kurzer Verletzungspause zurück und kommt in 20 Einsätzen auf eine Fangquote von knapp 91,1 Prozent. Der junge Philipp Dietl bekommt indes ebenfalls viel Spielzeit und stand bereits 24 Mal zwischen den Pfosten – dabei entschärfte er gut 89,9 Prozent der gegnerischen Abschlüsse.
Die Eisbären müssen in den Partien wohl erneut auf Verteidiger Nick Mähler und Stürmer Kevin Slezak verzichten.
EVR Eisbären GmbH & Co. KG Regensburg / RNRed