Der SSV Jahn und der TSV 1860 München lieferten sich am Wochenende ein packendes Duell im Grünwalder Stadion. Nach Rückstand drehte Regensburg die Partie noch vor der Pause, ehe die Löwen mit voller Wucht zurückschlugen.
Vor der Partie nahmen beide Chef-Trainer einige personelle Änderungen vor. Jahn Coach Sascha Hildmann musste auf die zuvor angeschlagenen Felix Strauss (Sprunggelenk) und Malte Karbstein (muskuläre Probleme) verzichten. Zudem setzte er auf John Posselt und Benedikt Bauer anstelle von Eric Hottmann (Bank) und Oscar Schönfelder, der wie Phil Beckhoff kurzfristig erkrankte. Beim TSV 1860 München gab es nach dem verpatzten Auswärtsspiel in Cottbus (0:3) fünf Veränderungen in der Startelf: Faßmann, Rittmüller, Pfeifer, Althaus und Niederlechner erhielten den Vorzug vor Schifferl, Danhof, Lippmann, Maier und Steinkötter.
Unterhaltsame erste Hälfte mit besserem Ausgang für den Jahn
In toller Atmosphäre auf Giesings Höhen begannen beide Mannschaften spielfreudig. Nach gleich zwei Minuten kamen die Hausherren des TSV zur ersten Gelegenheit: Eine Ablage missglückte der Jahn Abwehr, so sprang der Ball zum lauernden Sigurd Haugen, der Althaus zentral bediente. Der Schuss des Youngsters streifte knapp über das Jahn Tor. Die Löwen strahlten Torgefahr aus: Außenverteidiger Faßmann suchte mit einer scharfen Hereingabe Haugen, der nur hauchzart am Ball vorbeigrätschte (5.). Auf der anderen Seite meldete sich auch die Offensivabteilung der Jahnelf an: Bene Bauer setzte den Schuss vom Strafraum nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei (8.). Danach beruhigte sich die Anfangsphase etwas. Kevin Volland prüfte aus rund 16 Metern Felix Gebhardt im Jahn Tor (14.). Selbes tat kurz darauf Jahn Kapitän Kühlwetter, auch Dähne war zur Stelle (15.). Aus einer Abseitsposition sicherten sich die Münchner den nächsten Abschluss, Althaus mit dem Doppelpass und dem Versuch. Gebhardt war ohnehin da (20.). Die beste Chance gehörte dem Jahn: Noel Eichinger ließ mit einem Haken seinen Gegenspieler stehen und überwand beinahe auch Dähne, der das Leder letztlich entscheidend an den Pfosten lenkte (23.). Die Jahnelf wurde besser, kurz darauf die nächste Möglichkeit, diesmal etwas unverhofft. Nick Seidel fiel nach einem Eckball etwas zufällig der Ball vor die Füße. Dähne verkürzte den Winkel und wehrte ab (24.). Es war eine Einzelaktion, die den TSV in Front brachte: Volland schickte Haugen, der nicht lange fackelte und wie bereits Toto-Pokal traf (29.). Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Innenverteidiger Seidel hatte Platz und feuerte ungehalten – der Schuss wurde abgefälscht und so richtig gefährlich, ging aber am Tor vorbei (31.). Der Jahn haderte mit der Chancenverwertung, Bauer bekam von Eichinger den Ball vors Tor gespielt, doch die Abnahme in Bedrängnis ging über das Gehäuse (35.). Doch noch vor der Pause sollte es passieren: Adrian Fein zirkelte einen Standard aus dem Halbfeld gefährlich vors Tor, dort kam Leo Mätzler mit dem Kopf an den Ball und lenkte ihn ins Netz – 1:1 (42.). Doch bevor es in die Kabinen gehen sollte, köpfte Verteidiger Reinthalter einen Eckball wuchtig aufs Gehäuse, Gebhardt reagierte mit einem wahnsinnigen Reflex (45.). Und erneut war das nicht der letzte Höhepunkt im ersten Akt – der Jahn holte zum Doppelschlag aus (45.+2). Kapitän Kühlwetter fand den aufgerückten Mittelfeldspieler Müller auf Strafraumhöhe. Wie bereits am Dienstag gegen Aue blieb der 21-Jährige eiskalt und schub zu 2:1 ein.
Gebhardt pariert Strafstoß und rettet Jahnelf den Punkt
Die zweite Hälfte begann wie die erste endete – mit einem Aufreger. Niederlechner erhielt nach einem Fehler im eigenen Ballbesitz hinter der Jahn Kette den Ball. Der herauseilende Felix Gebhardt konnte ihn nur noch mit einem Foulspiel stoppen. Den fälligen Strafstoß übernahm Löwen-Kapitän Jacobsen. Gebhardt ahnte die Ecke und hielt, auch beim Nachschuss war er auf der Linie parat (54.). Der Jahn Torwart echauffierte immer mehr zum entscheidenden Mann. Gegen Volland war er wieder mit der Faustabwehr beteiligt (63.). Auf der anderen Seite setzte der Jahn einen offensiven Akzent, einen Steckpass verpasste Müller vor Keeper Dähne (68.). Es war eine seltene Offensivaktion, die Hausherren erhöhten nach dem vermasselten Strafstoß den Druck. Leopold Wurm konnte exemplarisch für seine Abwehrreihe Schlimmeres verhindern, als er eine Hereingabe vor zwei Münchnern klärte (76.). Dann hielt die aufopferungsvoll verteidigende Defensive nicht mehr stand: Sigurd Haugen lauerte am zweiten Pfosten und verwertete eine Althaus-Flanke zum 2:2 (81.). Der TSV mobilisierte nun alle Kräfte, die Jahnelf war bemüht dagegen zu halten. Schifferl hatte nach einem Eckball die Gelegenheit (89.).
Alle Anstrengungen blieben letztlich unbelohnt. Der SSV Jahn trennt sich vom TSV 1860 München 2:2-Unentschieden. Damit geht es mit vier Punkten aus der Englischen Woche rein in die Heimspielwoche. Am Freitagabend, den 17. April, reist Alemannia Aachen nach Regensburg.
SSV Jahn Regensburg e.V. / RNRed