Seit 2019 bietet Mercedes-Benz, sein formal noch der Kompaktklasse zugeordnetes, SUV GLB an. Diesel, Benzin, Hybrid und reine Stromer gab es hierbei und die Stromer hatten im Vergleich dabei in den letzten Jahren die meisten Zulassungen in Deutschland. Seit 2026 gibt es nun die neueste Generation des GLB und wir haben einen rein elektrischen, den GLB 250+, zur Ausfahrt im Stern Center in Regensburg abgeholt.
Der GLB zeigt Kante. Eine aufgeräumte Linie mit schnörkelloser Eleganz und insgesamt etwas fließender als die erste Generation. Mit dem Design der Rücklichter hat er zudem ein schönes Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Mercedes-Familie erhalten. Eingepasst sind diese in ein gewohnt steiles Heck – hier wird Platz und Ladevolumen versprochen. Das hält er, denn in unserer Version haben bis zu sieben Leute Platz – im Ladeboden des Kofferraumes verbirgt sich eine aufklappbare dritte Sitzreihe mit zwei weiteren Plätzen. Das sieht man ihm jedoch von außen nicht an und auch die Länge von 4,73 Metern ist eben schon Mittelklassemaß (10 cm länger als der Vorgänger). Vorteil: perfekt für unsere Städte und Parkplätze – zudem er brave 186 cm breit ist. Die zweite Sitzreihe wird dabei etwas nach vorne geschoben, ein Zug an den Schlaufen und die Sitze sechs und sieben sind ready to race – und ebenso schnell auch wieder versenkt. Der GLB bietet maximal etwas über 1.700 Liter Volumen zum Befüllen – und zusätzlich 127 Liter im Frunk unter der Fronthaube. Wer die dritte Sitzreihe optioniert, verliert etwas an Ladehöhe. Auch innen bietet er viele Staumöglichkeiten und Ablagen.
Das Interieur ist wertig verarbeitet und ergänzt das elegante Äußere auf moderne Art und Weise. Besonders gut gefällt das filigran ausfallende Lenkrad mit seiner sportlichen Optik. Einfach zu bedienen ist dabei Tempomat und Abstandsregelung auf der linken Hälfte, rechts wird mitunter das Armaturendisplay bedient. Dabei gibt es ein kleineres Wischfeld, mit dem sowohl die Inhalte des Fahrerbildschirms ausgewählt bzw. durchgewischt werden, so z.B., wenn man den Verbrauch oder andere Fahrdaten betrachten oder zurücksetzen will. Hier wurde versucht, auf möglichst viele Knöpfe zu verzichten, lediglich ein paar wichtige Basisfunktionen wurden unter dem Zentraldisplay bei der Mittelkonsole als Schalter belassen. Passt zum Konzept und man vermisst nichts. Besonders gelungen ist dort auch die Menüführung für die Assistenten: das Fahrzeugsymbol einmal im Display angetippt, erscheinen alle in einzelnen Kacheln und werden einfach an- oder ausgetippt.
Sehr einfach, sehr gut umgesetzt. Optional hat auch der Beifahrer den gesamten Bereich vor sich als großen Touchscreen – dann hat der GLB quasi einen riesigen Bildschirm von Tür zu Tür, multifunktional nutzbar und somit ein Traum zum Reisen, wenn der Co-Pilot auch mal was mitarbeiten soll. Den Rest erledigt der Fahrer ja auch gerne über die Sprachsteuerung und lässt sich über Fahrdaten oder die Route informieren.
Gut – soweit man sich eben korrekt ausdrückt: Ziel „Arber“ hat bislang noch kein einziger Assistent richtig gemacht und hätte uns immer sonst wohin gelotst. Dann nehmen wir eben Bayerisch Eisenstein – man versteht sich.
Und so ist auch die gesamte Abstimmung auf Komfort und gleiten eingestellt. Kein ungebührliches Wanken bei Lastwechseln, keine Unruhe beim Beschleunigen oder starken Abbremsen und ein gutes Feedback von der Lenkung verschaffen dem Fahrer das Gefühl guter Kontrolle und Sicherheit. Auch die Sitze – hier ausgeführt in schön verarbeitetem Microfaser-Kunstleder-Mix – sind bestens geformt und laden zur Langstrecke ein. Wer will, optioniert Massage – im Sportler tabu – hier genau passend. Und so cruisen wir durch den Bayerischen Wald, bei bestem Frühlingswetter und haben einen wundervollen Ausflug. Ausblicke durch das riesige Panoramadach gibt es dabei schon in der Serienausstattung.
Die Power unseres GLB 250+ wird dabei wohldosiert entfaltet – nicht mit einem Nackenschlag, sondern eher vergleichbar der eines Drehmomentstarken Motors mit viel Hubraum. Unser Hecktriebler leistet 272 PS mit quasi immer auf Abruf vorhandenen 335 NM Drehmoment. Damit geht es auch in flotten 7,5 Sekunden auf 100 km/h und erst bei 210 km/h regelt Mercedes ab – die hohe maximale Ladeleistung lädt in 22 Minuten von 10 auf 80% auf. Wir bewegen übrigens knapp 2,2 Tonnen Gewicht.
Wie weit kommen wir? Der Feind ist wie immer der entstehende Gegenwind. Ein SUV hat mehr Stirnfläche und somit mehr zu überwinden als eine flache Limousine. Bei 100 km/h verbrauchen wir auf ebener Strecke 15.1 kWh auf 100 km. Das reicht bei unseren nutzbaren 85 kWh des Akkus für also gut 560 km Reichweite. Bei 130 km/h sind es schon 23,2 kWh, die wir für 100 km benötigen. Wir kämen also knapp 370 km weit. Auf der Landstraße und Innerorts verbraucht man noch weniger als bei 100 km/h – Heizung, Klima und Musik nehmen hier dann zunehmend mehr Einfluss auf die Reichweite als der Fahrtwind.
Den GLB gibt es übrigens auch noch als GLB 200 mit 224 PS und 58 kWh nutzbarem Akku und als GLB 350 4-Matik, also als Allrad und mit satten 354 PS und ebenfalls 85 nutzbaren kWh. Ein Freund für den Winter und in 5,5 Sekunden auf 100 km/h – und das nur für ca. 3.000 Euro Aufpreis zum 250+ – ein must have? Man möchte es fast meinen.
GLB fahren kann man ab 46.868 Euro, elektrisch ab 50.782 Euro und natürlich gibt es viele Möglichkeiten, das Fahrzeug den eigenen Wünschen anzupassen – Stern mehr als verdient!
Nick Lengfellner I filter Magazin