Der SSV Jahn macht den Klassenerhalt endgültig fix und gewinnt ein spektakuläres Auswärtsspiel bei Hansa Rostock. Oscar Schönfelder (12.) und zweimal Eric Hottmann (43., 45.) besorgten die 3:0-Pausenführung. Die Jahnelf blieb stabil und machte über einen Konter und den vierten Treffer von Hottmann den Deckel drauf (87.).
Für das Auswärtsspiel bei Hansa Rostock baute Jahn Chef-Trainer Sascha Hildmann seine Jahnelf um: Felix Strauss und Oscar Schönfelder kehrten nach Verletzungen in die Anfangsformationen zurück. Ebenso rückten Benedikt Bauer, Bene Saller und Eric Hottmann in die Stammelf. Auch sein Trainerkollege rotierte vier Mal: Top-Torschütze Holten fehlte verletzt, auch Dirkner musste nach Gelbsperre ersetzt werden, Krauß und Fatkic nahmen zunächst auf der Bank Platz. Dafür begannen Dietze, Kunze, Kinsombi und Voglsammer.
Rostock mit Ballbesitz, Jahnelf mit den Toren
Der SSV Jahn stellte sich taktisch verändert auf eine große Herausforderung ein. Hansa Rostock musste im ausverkauften Ostseestadion auf Sieg spielen, um weiter im Aufstiegsrennen ein Wörtchen mitreden zu können. Dafür agierte die Jahnelf zunächst kompakt und abwartend. Kinsombi prüfte erstmals Jahn Schlussmann Felix Gebhardt (3.). Der SSV meldete sich anschließend auch im Hansa-Strafraum an. Erst holte Bene Bauer einen Eckball heraus, der beinahe Noel Eichinger im Rückraum fand. Dann machte jener die Kugel mit einem Chip wieder scharf. Keeper Uphoff faustete den aufs lange Eck gezogenen Ball aus der Gefahrenzone (8.). Das sollte es nicht gewesen sein. Eric Hottmann wurde zunächst bei seinem Konter von den Beinen geholt. Aus dieser Aktion resultierte dann auch die nächste gefährliche Situation: Oliveira trieb den Ball ins gegnerische Drittel auf Hottmann, der überlegt ablegte. Oscar Schönfelder war eingelaufen und vollendete ins lange Eck zur Jahn Führung (12.). Doch die Hausherren zeigten prompt eine Reaktion. Mit Not klärte der Defensivverbund erst gegen Kinsombi und dann nach Eckball gegen Dietze (14.). Anschließend beruhigte sich die Partie etwas. Rostock übernahm die Spielkontrolle, die Jahnelf agierte defensiv diszipliniert und wachsam. Einen Moment der Unachtsamkeit nutzte Hansa direkt: Mejdr brachte die Flanke und erreichte in der Mitte Voglsammer, der aus kürzester Distanz seinen Fuß in die Hereingabe hielt. Felix Gebhardt tauchte mit einem klasse Reflex die Kugel noch aus dem unteren Eck (25.). Mit Nadelstichen setzte die Jahnelf offensiv Akzente. Beispielsweise kombinierten sich Nico Oliveira und Adrian Fein über eine Hottmann-Ablage in den Strafraum und bedienten klug Nick Seidel. Der Schuss des Innenverteidigers konnte noch geblockt werden (32.). Kurz darauf tauchte Oliveira vor Uphoff auf und scheiterte nur knapp (33.). Es war die offensiv beste Phase, die beinahe mit einem Treffer gekrönt wurde: Poldi Wurm schlich sich bei einem Fein-Eckball von seinem Bewacher weg und köpfte Richtung kurzen Pfosten, dort lauerte sein Abwehr-Kollege Seidel, der einnetzte. Dabei stand er allerdings im Abseits, so zählte das Tor nicht (35.). Doch vor der Pause sollte es dann doch fallen: Fein bediente Oliveira, der scharf flach in die Mitte gab. Eric Hottmann musste nur noch seinen Fuß hinhalten (42.). In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs kam sogar Hottmann erneut zum Kopfball. Diesmal war der Abschluss nicht so platziert und ging rechts am Gehäuse vorbei (45.+2.). Doch Hottmann sollte in der fünften Minute der Nachspielzeit doch noch einmal jubeln dürfen: Die Jahnelf konterte im Ostseestadion, Eichinger legte quer auf Hottmann, der zum 3:0-Halbzeitstand einschob.
Hottmann erstickt Hoffnung der Kogge im Keim
Zum Wiederanpfiff nahm Heim-Trainer Brinkmann gleich drei Änderungen vor: Adrien Lebeau, Lukas Kunze und Jan Mejdr blieben in der Kabine. Für sie neu ins Spiel waren Nico Neidhardt, David Hummel und Maximilian Krauß gekommen. Die Rostocker waren mit dem Rückstand mächtig unter Druck und das nutzte der Jahn gnadenlos aus. Adrian Fein hob den Ball über die Defensive, Nick Seidel zwang Keeper Uphoff zur Parade. Hottmann holte sich den freien Ball und erzielte seinen dritten Treffer an diesem Nachmittag (49.). Damit war die Geschichte dieser unterhaltsamen Begegnung noch lange nicht zu Ende erzählt: Chris Konsombi verkürzte quasi direkt im Anschluss an das 0:4 auf 1:4 (51.). Der Treffer war die Initialzündung eines kurzen Rostocker Sturmlaufs: Der eingewechselte Krauß mit der gefährlichen Hereingabe, Gebhardt bekam zwar noch die Hände an den Ball, doch in der Mitte war erneut Kinsombi der Nutznießer und verkürzte auf 2:4 (56.). Das Ostseestadion glaubte wieder an eine Aufholjagd. Clausen zwang Gebhardt gleich zu zwei Paraden (60.). Um der Drangphase entgegenzuwirken, brachte Trainer Hildmann Kapitän Kühlwetter und Andreas Geipl für Bene Saller sowie Oscar Schönfelder. Das half die Intensität des Gastgebers etwas zu brechen, dennoch fand die Jahnelf gegen aggressive Rostocker nicht mehr den Zugriff aus Halbzeit eins. Adrian Fein zog einen Freistoß direkt aufs Tor, prüfte damit Uphoff und sorgte für Entlastung (75.). Zwischen Befreiungsschläge und leidenschaftliche Zweikämpfe mischten sich auf gelungene Offensivaktionen. Wie über Kühlwetter, Fein und Eichinger. Letzterer spielte Nick Seidel im Fünfer frei. Er nahm einen weiteren Kontakt und wurde dann von den Beinen geholt. Die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm (79.). Kurz vor Abpfiff beendete die Jahnelf alle Resthoffnungen der Kogge: Ein langer Ball von Bauer auf Eichinger ließ eine Zwei-gegen-Eins-Situation entstehen. Eichinger legte auf den mitgelaufenen Hottmann quer, der seinen vierten Treffer des Tages machte (87.). In der Schlussphase brachte Rostock keinen Fuß mehr in die Tür und musste sich letztlich mit 5:2 den Regensburgern geschlagen geben.
SSV Jahn Regensburg e.V. / RNRed