Der Start in den Mai verlief für den ESV 1927 Regensburg in der zweiten Alsco Handball Bundesliga Frauen äußerst erfolgreich: Vor Wochenfrist gewannen die Bunkerladies mit 33:22 gegen den Tabellennachbarn Bergischer HC. Den damit verbundenen Rang sechs möchte das Team von Trainer Bernhard Goldbach unbedingt verteidigen und damit – kumuliert, da die erste Liga aktuell nur aus elf Teams besteht – die beste Platzierung in der fast 100-jährigen Vereinsgeschichte erreichen.
Dafür müssen aber noch einige Punkte aus den verbliebenen vier Partien geholt werden. Die ersten am besten gleich am Samstag in Kamp-Lintfort. „Angesichts der Tabellensituation und des klaren Hinspielsieges erwartet da jeder einen Erfolg. Aber in der zweiten Liga ist kein Sieg selbstverständlich, vor allem nicht nach fast 600 Kilometern Anreise. Wir werden dort sicher nichts geschenkt bekommen und müssen uns den Erfolg hart erarbeiten“, warnt der Sportliche Leiter Robert Torunsky vor einer überzogenen Erwartungshaltung.
„Dieser wehrende Bär muss erst mühsam erlegt werden“
Auch ESV-Trainer Bernhard Goldbach erwartet einen hochmotivierten TuS Lintfort: „Die wollen sich im vorletzten Heimspiel sicher von einer anderen Seite präsentieren und sich auch für das Hinspiel rehabilitieren. Aber wir sind gut drauf und wollen das erneut bestätigen.“
Die Gastgeberinnen profitieren aktuell am meisten von der Situation, dass es durch diverse Umstände keinen Absteiger aus der zweiten Alsco Handball Bundesliga Frauen geben wird. Das Schlusslicht wartet seit acht Spielen und dem Heimunentschieden Mitte Februar gegen den Bergischen HC auf etwas Zählbares. Der nahe der holländischen Grenze gelegene Traditionsverein bleibt sich trotz der schwierigen sportlichen Situation aber treu: Der Vertrag von Trainerinnenlegende Bettina Grenz-Klein, die über 20 Jahre an der Seitenauslinie verantwortlich zeichnet, wurde unbefristet verlängert. Eine Seltenheit im Profigeschäft, aber genau so auch in Regensburg denkbar, wo man sich ebenfalls seiner Möglichkeiten bewusst ist.
Die sollen aber wieder – und damit zum fünften Mal in Serie – maximal ausgeschöpft werden. „Durch den Sieg am vergangenen Samstag kann unsere Punktebilanz schon nicht mehr negativ ausfallen, das ist eine schöne Randnotiz. Im Schlussspurt haben wir nun die Möglichkeit, das Endergebnis überragend zu gestalten und das möchten wir natürlich gerne versuchen“, sagt Torunsky. Ein Zweier in Lintfort wäre bereits Auswärtssieg Nummer acht für die Bunkerladies, aber auch dieser sich wehrende Bär muss erst mühsam erlegt werden, bevor man das Fell zerteilen kann.
H.C. Wagner / Bunkerladies / RNRed