Besonders Spaß macht es immer wieder, neben den bekannten Touren in unserer Umgebung und dem Bayerischen Wald etwas Neues und Unerwartetes zu entdecken. Gerade das Randgebiet des Bayerischen Waldes bietet dazu viele Gelegenheiten und ist nicht weit zum Anfahren – für diese Tour aus Regensburg sogar nur knappe 70 km.
Jeder kennt die linker Hand auftauchenden Bergrücken auf dem Weg Richtung Passau. Wer direkt dort oder auf die dahinterliegenden Kämme aufsteigt, hat wunderschöne Ausblicke – nach Süden in Richtung Gäuboden, Österreich, den Alpen und dem Regensburger Raum, nach Norden in Richtung der höheren Berge des Bayrischen Waldes wie dem Osser, Arber und Co.

Kreuzhütte Vormittags mit Blick Richtung Norden. © filterVERLAG
Und genau das bietet eben auch die ca. acht Kilometer lange Wanderung auf den Bergrücken des Hadriwa Gipfels – ergänzt jedoch hier noch um zwei herrliche Einkehrmöglichkeiten. Die Wanderung an sich ist eher einfach und auch in der Länge kurz. Wer sie mit Kindern geht, überlegt einfach am ersten oder zweiten Gasthaus Ein- und Umkehr!
Los geht es am „Wanderparkplatz Zierling“. Für Ihr Navi: Zierling 1 (Rattenberg), das ist jedoch ein Wohnhaus, also bitte nicht einfahren – der beschilderte Wanderparkplatz liegt wenige Meter weiter bzw. vorher und ist direkt an einer Teerstraße, die ebenfalls fast bis zum Kreuzhaus geht – welches übrigens über eine andere Straße direkt angefahren werden kann, wie auch die Hansl-Hütte.
Nun ist das ganze als Rundweg ausgeschildert. Wir empfehlen jedoch, nur den Wanderweg über den Rücken zu nehmen und sparen uns die Teerstraße Richtung Kreuzhaus gänzlich. Vom Wanderparkplatz gehen wir deshalb zurück zur Hauptstraße, links bis zum Bauernhof und vor dem Hof links den Hang hinauf. Nach hundert Metern erreichen wir oben schon einen tollen Aussichtspunkt mit einer Bank und sehen von dort entsprechend der Übersichtstafel die Gipfel der „Großen“ des Bayerischen Waldes: vom Hohen Bogen über den Kreuzfelsen, den Riedelstein, Heugstatt, Enzian und den großen und kleinen Arber. Wir folgen dem Wanderweg und wie bereits gesagt: es geht entlang dem Rücken und immer wieder hat man eben entweder den Blick nach Nord zu besagten Bergen oder nach Süden und blickt über den Gäuboden bis zu den Alpen.

Von der später vollen Hansel-Hütte sieht man gegenüber die östliche Skipiste des Pröller. © filterVERLAG
Die Wanderung erzeugt deshalb trotz ihrer Kürze und Einfachheit ein wunderbares Berggefühl, denn die Blicke über die Täler, die Bergrücken und das flache Land sind bezaubernd.
Nach insgesamt 2,3 Kilometern ist dann auch schon das Kreuzhaus erreicht, mit seinem wunderbaren Ausblick über das Tal und Richtung Hoher Bogen. Weiter geht es dann am Haus vorbei und die Teerstraße ein paar Meter hinauf. Oben am Sattel geht es dann links in den Wald und nach einem knappen Kilometer kommt man auch schon an der Hansel-Hütte an. Wer mag, kehrt ein, wir gehen jedoch vor der geräucherten Forelle samt herrlichem Weißbier noch weiter zum Hadwira. Dazu gehen wir von der Hanselhüttenterrasse (entgegen der Karten!) die Teerstraße hinunter nach Norden und folgen nach 100 Metern den Wanderwegen durch die Häuser und nach rechts zwischen den Wiesen hindurch Richtung Hadriwa-Gipfel, 992 Meter Höhe. Nach Überquerung der ersten Wiese kommt kurz nach dem Waldrand eine Gabelung, wir folgen dem Weg nach rechts: „für Geübte“. Hier wird der Pfad teils schmal und hat ab und an ein paar kleine Felsstufen (alles im Flachen!) – wunderschön, etwas wilder und eben immer wieder an schönen Felsstrukturen vorbei. Nach einem weiteren Kilometer sind wir im Wald auch schon am Gipfelkreuz des Hadriwa, auf 924 Metern. Wer mag, kann weiterlaufen und in einer Runde zurück zur Hansel-Hütte gehen, wir drehen hier um und gehen zur obig beschriebenen Brotzeit.

Eine Pause muss einfach sein. © filterVERLAG
Die Wanderung ist einfach, hat nur um die 250 Höhenmeter (Anstieg), bietet beste Verpflegung und schöne Ausblicke.
Nick Lengfellner I filter Magazin