Die Baseball Champions League feierte am vergangenen Wochenende in Regensburg einen gelungenen Auftakt, auch wenn die Heimmannschaft in ihren Spielen eine nicht erwartete knappe Niederlage hinnehmen musste.
Am Samstag, den 23. Mai, war es noch einmal besonders spannend: Im letzten Inning standen zwei Regensburger auf den Bases, zwei Outs. Die Chance das Spiel noch zu drehen. Doch es sollte nicht sein, Norwin Staps ging Strike Out. Die Guggenberger Legionäre verloren ihr Auftaktspiel der Baseball Champions League Europe gegen die Oosterhout Twins 1:2. Es war das Abendspiel des ersten Spieltags der Baseball Champions League Europe in der Armin-Wolf-Baseball-Arena, und es fasste zusammen, was den Tag für Regensburg bestimmte: sieben Hits, vier Walks und zu wenig Ertrag.
Gelungene Premiere
Die Baseball Champions League Europe hat ihre Gruppenphase in der Armin-Wolf-Baseball-Arena eröffnet. Vier Vereine aus vier europäischen Ligen – Deutschland, Niederlande, Italien und Tschechien – spielen an diesem Wochenende um zwei Startplätze für das Finale im September. Vor gut besuchten Rängen eröffnete WBSC-Präsident Riccardo Fraccari und Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker das Turnier. Füracker: „Die Eröffnung der Baseball Champions League Europe ist ein echtes Highlight für Sportbegeisterte und bringt die besten Teams unseres Kontinents nach Bayern. Baseball begeistert mit seiner einzigartigen Kombination aus Strategie, Schnelligkeit und Teamgeist – und zeigt eindrucksvoll, wie Sport Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammenführt. Die Faszination dieses Sports liegt in jedem Spielzug, in der Spannung und im Zusammenspiel der Mannschaften. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg, faire Wettkämpfe und vor allem viel Freude!“
Zurück zum Spiel: Den besseren Start hatten die Legionäre. Im zweiten Inning gelangten Elias von Garßen und Daniel Patrice per Single auf die Bases. Devon Ramirez Beaver brachte dann mit einem Double Von Garßen von der zweiten Base zum 1:0 nach Hause.
Christian Pedrol hielt diese Führung. Der Rechtshänder ist in der DBL in dieser Saison mit 41 Strikeouts auf 24 Innings und einer ERA von 1,12 gestartet und blieb zunächst auch gegen Oosterhout schwer zu schlagen.
Homerun entscheidet
Die Gegentreffer kamen im vierten Inning durch zwei aufeinanderfolgende Doubles: Nando Mostaert traf ins linke Zentrum, Luuk Bun brachte ihn mit einem weiteren Double nach Hause, Ausgleich zum 1:1. Ein Inning später folgte der entscheidende Schlag: Robert Philip Paller, israelischer Olympia-Teilnehmer, trat mit zwei Outs an die Platte und traf den vierten Pitch seines At-Bats weit über den Zaun. Führung für Oosterhout. „Ich hatte das Gefühl, dass sie mir die ganze Zeit innen pitchten“, sagte Paller nach dem Spiel. „Ich wollte schneller am Spot sein als der Pitcher und habe den Ball gut genug getroffen.“
Im darauffolgenden Inning wollte Regensburg direkt antworten. Domenic Rauwolf und Alexander Schmidt gelangten mit einem Out auf die Bases. Doch Daan Verpaalen, zweiter Baseman der Twins, machte mit einem laufenden Catch im rechten Feld den Angriff der Legionäre zunichte. Im achten Inning war Verpaalen erneut der entscheidende Feldspieler: Als Kohei Sasagawa per Bunt auf der zweiten Base stand und Elias von Garßen per Walk auf der ersten, startete er ein 4-6-3-Double Play gegen Patrice und beendete die nächste Regensburger Chance. „Es ist schön, solche Plays zu machen und dem Team zu helfen“, sagte Verpaalen nach dem Spiel.
Vance: Gutes, knappes Spiel
Nicolas Antoine übernahm im sechsten Inning den Mound und ließ in drei Innings zwar zwei Hits, aber keinen einzigen Run zu. Tim Fischer ergänzte im neunten mit einem scorelosen Frame ohne Hit. Den Abschluss machte Closer Stijn van der Schaaf für Oosterhout: Er schlug alle drei Regensburger Batter aus – pitchend um einen Hit by Pitch und einen Walk –, ehe Staps als letzter Batter der Partie swinging scheiterte.
Ayumu Ishikawa, der zwölf Seasons in der Nippon Professional Baseball bei den Chiba Lotte Marines bestritt, gab in sechs Innings einen Run auf fünf Hits und zwei Walks ab und schlug sechs Batter aus. Er bekam den Sieg, Pedrol die Niederlage, Van der Schaaf den Save.
Headcoach Matt Vance zog nach dem Spiel ein nüchternes Fazit: „Es war ein wirklich gutes, knappes Spiel. Uns haben ein oder zwei Hits gefehlt. Ein paar Bälle wurden hart getroffen, aber direkt zu den Feldspielern. Insgesamt bin ich zufrieden, wie wir gespielt haben. Unser Pitching war gut. Wir müssen nur noch ein paar mehr Lücken finden.“
Parma siegt deutlich
Das Nachmittagsspiel hatte ASD Parma gegen Draci Brno dominiert. Bis zum dritten Inning war die Partie eng – dann schlug Ericson Neptali Leonora einen Grand Slam über das linke Feld und machte aus einem 0:2-Rückstand eine 5:2-Führung. Im neunten Inning krönte Robel Garcia, ehemaliger MLB-Spieler bei den Chicago Cubs, den Abend mit einem Two-Run-Homerun zum 12:2-Endstand.
Für die Guggenberger Legionäre geht es am Samstag um 19:00 Uhr gegen Draci Brno weiter. Gegen die Tschechen, die das Nachmittagsspiel verloren haben und ebenfalls noch ohne Sieg sind. Matt Vance hatte vor dem Turnier formuliert, sein Team wolle zwei Siege holen und sich für das Finale qualifizieren. Nach dem ersten Spieltag ist dafür noch alles offen. Spiel 1 bestreiten um 14 Parma und Oosterhout. Die beiden Erstplatzierten des Round-Robin-Turniers fahren zu den Finals, die am 26. und 27. September ausgetragen werden.
Zweite Niederlage im zweiten Spiel der Champions League
Acht Regensburger Runner left on base. Das ist die Kurzfassung des Samstagabends in der Armin-Wolf-Arena. In anderen Worten: Vier Runs im ersten Inning, eine Kulisse, die mitgeht und am Ende eine bittere Niederlage. Die Guggenberger Legionäre verloren ihr zweites Gruppenspiel der Baseball Champions League gegen Draci Brno mit 7:11 im eigenen Stadion. Die Qualifikation für das Final Four im September ist nach zwei Spielen nicht mehr möglich. Am Sonntag, den 31. Mai, aber wartet noch einmal eine Gelegenheit: Gegen das bis dahin ungeschlagene ASD Parma können die Legionäre zeigen, wozu sie in dieser Gruppe fähig sind.
„Es ist natürlich im Moment sehr enttäuschend. Hierherzukommen, die ersten beiden Spiele zu verlieren und so auszuscheiden. Das war nicht das, was wir uns für diese Woche vorgenommen hatten. Ich bin trotzdem sehr stolz auf unsere Jungs“, sagte Regensburgs Headcoach Matt Vance nach dem Spiel. „Unsere Stärken liegen normalerweise im Pitching und in der Verteidigung, und beides hat uns dort zu Beginn im Stich gelassen.“
Vielversprechender Beginn, schnelle Ernüchterung
Im ersten Inning sah es noch nach einem anderen Abend aus. Norwin Staps eröffnete mit einem Single, Kohei Sasagawa folgte, Nino Sacasa Petzsch schob per Bunt-Single den ersten Run nach Hause. Elias von Gaßen schlug ein Double mit zwei weiteren RBI. Devon Ramirez Beaver vollendete den Inning mit dem vierten Treffer. 4:0, und die Armin-Wolf-Arena war dabei.
Brno antwortete aber noch im selben Inning. Zwei Wild Pitches des Regensburger Starters brachten das frühe Chaos: Drei Brno-Runner kamen nach Hause, darunter zwei über Fehler. Nach der ersten Hälfte stand es bereits 4:3. Starter Konno warf nicht mehr im zweiten Durchgang.
Die Chancen blieben auf den Bases
Ab dem zweiten Inning übernahm Quentin Moulin auf dem Mount. In der Offensive begann sich indes ein Muster zu wiederholen, das den Abend prägte: Die Legionäre kamen auf die Bases, aber sie kamen nicht nach Hause.
Im zweiten Inning stand Alexander Schmidt auf der zweiten Base nach einem Double ins tiefe Left-Center. Staps konnte ihn nicht bewegen: Groundout, Ende des Innings. Im dritten war Sasagawa mit einem Walk unterwegs, wurde aber beim Versuch auf die zweite Base abgefangen. Sacasa ging per Flyout aus, Harms schaffte noch ein Double – doch Rauwolf beendete den Inning mit einem Flyout. Wieder ein Runner auf zweiter Base, wieder kein Run.
Das kritischste Inning war das fünfte. Regensburg lag 6:4 zurück – und hatte Sasagawa und Sacasa auf zweiter und dritter Base mit nur einem Out. Ein Sacrifice Fly, ein einfacher Single hätte gereicht. Harms ging per Flyout aus. Rauwolf ging per Flyout aus. Zwei Runner blieben zurück.
Im achten Inning, inzwischen 10:7 im Rückstand, kam die letzte Gelegenheit. Verzin lief auf Base, Staps holte sich kurz darauf einen Single, Thumann stand auf zweiter. Sasagawa am Schlag. Der Mann, der an diesem Abend dreimal in vier Versuchen einen Hit hatte. Strikeout swinging. Wieder zwei Runner left on base.
Acht LOB insgesamt für die Legionäre über neun Innings. Die Brno-Pitcher ließen keine kostenlosen Runs zu, wenn es darauf ankam.
Spiel kippt im sechsten Inning
Moulin, der als Verlierer gewertet wurde, hielt das Spiel bis zum sechsten Inning offen. Dann kam der Einbruch: Hajtmar per Walk, Ogino über einen Bunt-Error auf Base, Prokop nutzte eine Fielder’s Choice zum Punkten. Jose Colina schlug anschließend einen Two-Run-Homerun ins rechte Outfield. 9:4 für Brno nach Wechsel zu Bock.
Die Legionäre antworteten im siebten Inning mit Charakter. Sacasa traf ein Sacrifice Fly, Domenic Rauwolf schickte einen Two-Run-Homerun über den Zaun im Rightfield. Die Armin-Wolf-Arena lebte noch einmal auf. Aber Brno ließ sich nicht mehr in Bedrängnis bringen: Ein weiterer Run noch im siebten Inning über einen Wild Pitch, einen weiteren im achten durch einen RBI-Single von Pernička. Der Endstand: 11:7. Im neunten Inning saßen drei aufeinanderfolgende Strikeouts für Sacasa, Harms und Rauwolf.
Stärkste Regensburger am Abend: Sasagawa mit drei Hits und zwei Runs in vier Versuchen, Rauwolf mit dem Homerun und zwei RBI, Sacasa mit zwei Hits und zwei RBI.
Parma setzt sich weiter ab
Bereits am Nachmittag hatte der Tabellenführer seinen Status untermauert. ASD Parma gewann mit 6:2 gegen die Oosterhout Twins und bleibt damit im Turnier ohne Niederlage.  Bocchi dominierte sechs Innings lang mit nur einem zugelassenen Run und acht Strikeouts bei 92 Pitches, Scotti schloss die Partie mit weiteren vier Strikeouts in drei Innings und dem Save ab. 
Robel Garcia, ehemaliger MLB-Spieler, setzte den Ton mit einem Solo-Homerun im ersten Inning. Im sechsten Inning antwortete Parma auf den ersten Oosterhout-Run mit zwei eigenen, Geraldo vollendete im siebten mit einem Two-Run-Single auf 6:1. Rob Paller fügte im achten für Oosterhout noch einen Solohomer zum 6:2-Endstand hinzu. Im neunten Inning gelangten die Poesmans-Brüder mit keinem Out auf zweite und dritte Base, doch Scotti überstand die Situation mit zwei Groundouts und einem Strikeout.
Noch eine Siegchance
Parma führt die Gruppe mit 2:0-Siegen an, Oosterhout liegt bei 1:1, Brno und die Legionäre folgen dahinter. Die beiden Abschlusspartien am Sonntag, den 31. Mai, beginnen um 11:00 Uhr: Draci Brno gegen Oosterhout Twins und um 15:30 Uhr die Guggenberger Legionäre gegen ASD Parma.
Das Final Four ist für Regensburg nicht mehr erreichbar. Aber das Abschlussduell gegen den Turnierfavoriten aus der Serie A Gold bietet eine letzte Gelegenheit – und die Möglichkeit, in der eigenen Arena einen anderen Eindruck zu hinterlassen als an den ersten beiden Spieltagen.
Guggenberger Legionäre Regensburg - Regensburg Legionäre e.V. / RNRed