Das Gloria erwacht zu neuem Leben – und verspricht Dolce Vita inmitten der Regensburger Innenstadt. Die Trattoria Gloria ist dabei mehr als ein Restaurant ist: Sie versteht sich als Hommage an das legendäre Kino der 1950er-Jahre. Die feierliche Neueröffnung gab bereits einen ersten Vorgeschmack darauf, was die Gäste dort künftig erwartet.
Nach dem Soft Opening Mitte April fand am Donnerstag, den 07. Mai, die offizielle Eröffnung der Trattoria Gloria statt. Lange hatten sich die Regensburgerinnen und Regensburger gewünscht, das denkmalgeschützte Gebäude mit seiner ikonischen Form und der markanten hohen Decke wieder von innen erleben zu können. Dieser Wunsch wurde nun erfüllt – nicht mehr als Kino, sondern als Ort des Genusses und der Begegnung. Mit der Trattoria Gloria zieht italienische Lebensfreude ein. Wir waren bei der feierlichen Neueröffnung.
Bereits am Eingang wurde man von einer Drag Queen in einem glamourösen weiß-goldenen Outfit feierlich mit einem Glas Sekt empfangen. Passend zur historischen Vergangenheit des Gebäudes gab es außerdem für jeden eine Mini-Popcorntüte. Vorbei an der Theke ging es in den Hauptsaal. Beim Betreten fiel sofort das warme Licht auf, die weichen Formen und die Gold-, Braun- und Rottöne des Raums. Der Charakter des ehemaligen Kinos ist dabei vielerorts noch spürbar geblieben.
Über 150 Gäste waren eingeladen, darunter auch der neue Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger und Kulturreferent Wolfgang Dersch, die beide herzliche Worte für die neue Lokalität fanden.

Viele Details, die an vergangene Zeit erinnern, sind erhalten geblieben. Unter anderem die goldene gewölbte Decke, die eine einzigartige Atmosphäre im Raum erzeugt. Auch die Gemälde über der Bühne, die sofort ins Auge fallen, sind noch da. Das Gloria ist kein Kinosaal mehr, doch die Bühne ist geblieben – und vielleicht laufen dort schon bald wieder Filme.
Regelmäßige Veranstaltungen und Dolce Vita von früh bis spät
Dort, wo die beiden Bands auf der Eröffnungsfeier den geladenen Gästen den Abend versüßten, sollen auch in Zukunft regelmäßig Veranstaltungen stattfinden – von Pianokonzerten über Fußballübertragungen bis hin zu nostalgischen Cinema-Abenden. Zudem sind regelmäßig Kochkurse geplant.
Vorne an der Theke im vorderen Bereich ist bereits ab halb 8 Uhr morgens geöffnet, sonntags ab 8 Uhr. Dort kann man sich schon am frühen Morgen Cornetto, Focaccia oder Panini schmecken lassen – und natürlich einen Espresso an der Bar genießen. Ganz wie in Bella Italia.

Im Hauptsaal reicht das kulinarische Angebot von Antipasti zum Teilen über hausgemachte Pasta und Pizza bis hin zu Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten. Die Küche orientiert sich an italienischen Klassikern, die modern interpretiert und mit hochwertigen Zutaten zubereitet werden.
„Alle sollen das Gloria wieder genießen können“
Im Mittelpunkt des Abends stand Betreiber Alex Desentis, der sichtlich gerührt auf der Bühne von den vergangenen Monaten erzählte. Für ihn sei es eine Ehre, hier sein Restaurant eröffnen zu dürfen. „Die Baustelle war ziemlich hart und lang, aber es ist schön geworden“, sagt er. Während des Baus sei zwischenzeitlich sogar eine ganze Generation von Tauben ins das Gebäude eingezogen – eine Anekdote, über die er heute lachen kann.
Seit 13 oder 14 Jahren lebe er inzwischen in Regensburg, erzählt Desentis. Das Gloria habe er in all der Zeit nur geschlossen gesehen. Umso bewegender sei für ihn der erste Samstag nach der Eröffnung gewesen, als viele Regensburgerinnen und Regensburger kamen und von ihren Erinnerungen an das Gebäude als Kino oder später als Disco erzählten. Sein Wunsch: „Alle sollen das Gloria wieder genießen können.“

Persönlich wurde es, als er von seinen Anfängen erzählte: Schon mit 15 habe er begonnen, von zuhause aus Cola zu verkaufen. Aufgewachsen sei er allein mit seiner Mutter.
Immer wieder stockte ihm an diesem Abend die Stimme. Desentis dankte allen, die ihm zur Seite gestanden waren, seinem Geschäftspartner Thorsten, seiner Assistentin Jessica und vielen weiteren Wegbegleitern, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre – und vor allem bedankte er sich bei seiner Frau und seiner Familie. Besonders hob er auch das Küchen- und Serviceteam hervor, das in den vergangenen Wochen Enormes geleistet habe. Ferdinand Weber bezeichnete er als seinen Mentor.
Weber betonte in seiner anschließenden Rede die Einzigartigkeit des Gloria. Er sei früher oft in diesem Kinosaal gesessen, ohne dass ihm wichtig gewesen sei, welcher Film eigentlich lief. Für ihn war klar: Wenn jemand diesem besonderen Ort neues Leben einhauchen könne, dann Alex Desentis. Auch seine starke Frau hob er hervor, ebenso wie seine Familie, die in den vergangenen Monaten oft auf ihn verzichten musste. Zum Abschluss sagte er: „Der Start war schon mal sensationell! Danke Alex, dass du uns diesen wunderbaren Ort zurückgegeben hast.“

Auch Kulturreferent Wolfgang Dersch hob die besondere Bedeutung dieses Gebäudes und seine Geschichte hervor. „Solche Juwelen sind Identifikationsorte.“ Das Gloria werde neu interpretiert: Statt Projektionen und Popcorn gebe es nun Pizza und Pasta. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Ort wieder von Leben erfüllt sein werde.
Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger hielt sich schließlich kurz, machte aber ebenfalls seine Freude über die Eröffnung deutlich. Er äußerte die Hoffnung, dass man sich künftig oft im Gloria sehen werde. „Nun will ich die Stimmung nicht weiter einbremsen“, schloss er augenzwinkernd seine Rede.
Die lockere und emotionale Atmosphäre sorgte dafür, dass man schnell miteinander ins Gespräch kam und sich alle Gäste sichtlich wohlfühlten. Zudem konnten sie sich bereits von der Kulinarik der Trattoria Gloria überzeugen: zunächst mit verschiedenen Häppchen, später mit frisch zubereiteter Pizza – und natürlich Wein und Aperol Spritz.
Schon an diesem Abend wurde spürbar, welches Potenzial in diesem Ort steckt – nicht nur als Restaurant, sondern als Treffpunkt inmitten der Domstadt.
Auf dass die Menschen an diesem geschichtsträchtigen Ort wieder zusammenkommen, gemeinsam kulinarische Momente erleben, lange Gespräche führen und das Leben genießen. Schließlich ist gutes Essen immer auch ein kleiner Toast auf das Leben. Alla dolce vita!
Wer tiefer in das Konzept, die Ideen und die Geschichte des Gebäudes rund um das neue Gloria eintauchen möchte, findet hier einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen. Während der Bauphase hat Betreiber Alex Desentis uns von seiner Planung, der Vision und der Umsetzung erzählt. Außerdem geht es um die Geschichte des imposanten Gebäudes – ergänzt durch historische Bilder, die zeigen, wie es früher einmal ausgesehen hat. Hier geht es zum Artikel: Neues Leben im Gloria: Dolce Vita von früh bis spät
Marina Triebswetter | filterVERLAG