Arbeitgeberbewertungen liefern wichtige Einblicke in Arbeitsbedingungen, Führungsstil, Gehalt, Work-Life-Balance sowie die Kultur in einem Unternehmen. Diese Einschätzungen helfen, einen potenziellen Arbeitgeber realistisch einzuschätzen – doch es lauern Fallstricke, da nicht jede Bewertung objektiv oder aussagekräftig ist.
Arbeitgeberbewertungen als wichtiges Tool für die Jobsuche
Internetplattformen, auf denen Beschäftigte ihren Arbeitgeber bewerten können, sind für Jobsuchende schon seit Jahren ein relevantes Tool, um sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren. Bereits 2021 hatte der Digitalverband Bitkom in einer repräsentativen Befragung ermittelt, dass sich 47 Prozent der Internetnutzenden schon einmal online über Portale wie kununu.com, meinchef.de oder glassdoor.de über Arbeitgeber informiert hatten. Platzhirsch kununu vereint nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 15 Millionen Erfahrungsberichte auf seiner Website.
Solche Arbeitgeberbewertungen sind ein guter Anhaltspunkt, um einen Überblick über die Arbeitsbedingungen in Unternehmen zu bekommen. Sie geben Informationen über die dort gezahlten Löhne und sind somit gute Anhaltspunkte für Gehaltsverhandlungen in Bewerbungsgesprächen. Darüber hinaus lässt sich aus den Bewertungen auch viel über die sogenannten Soft Facts wie die Firmenkultur, das Führungsverhalten und die Work-Life-Balance erfahren.
Nicht von der Gesamtbewertung täuschen lassen
Viele Jobinteressenten schauen sich die Profile der Unternehmen nur oberflächlich an und lassen sich so in manchen Fällen von der Gesamtbewertung täuschen, die oft in Sternen oder Punkten ausgedrückt wird. Natürlich ist ein solches Rating ein Hinweisgeber, um etwaige Schiefstände bei potenziellen Arbeitgebern sofort zu erkennen – liegt der Durchschnitt aller Bewertungen beispielsweise unter drei von fünf möglichen Sternen, scheint es zumindest in bestimmten Bereichen deutlich kritische Stimmen unter den Beschäftigten zu geben.
Dennoch empfiehlt es sich in jedem Fall, tiefer in die einzelnen Bewertungen einzutauchen. So können Aspekte, die einigen Mitarbeitenden negativ auffallen, andere gar nicht tangieren – etwa, weil sie nur eine bestimmte Abteilung betreffen oder manchen Jobsuchenden nicht wichtig sind. Und auch positive Bewertungen sind oft subjektiv: So können flache Hierarchien in Unternehmen für einige als förderlich wahrgenommen werden, andere präferieren hingegen klare Rangordnungen.
Darauf gilt es bei Arbeitgeberbewertungen zu achten
Um einen möglichst umfassenden und so objektiv wie möglichen Eindruck eines Unternehmens zu bekommen, sollten Jobinteressenten mehrere positive und negative Bewertungen lesen und miteinander vergleichen und dabei aktuelle Bewertungen priorisieren. Vor allem wiederkehrende Themen sind entweder ein deutliches Warnsignal oder ein Hinweis auf besonders positive Ausprägungen. Einzelne Extrembewertungen in beide Richtungen können eher vernachlässigt werden.
Zudem sollten Nutzende dieser Plattformen auf die Anzahl der Bewertungen achten: Einige Unternehmen haben sehr gute Durchschnittsbewertungen, die aber nur auf wenigen Erfahrungsberichten basieren.
Beispiel Finanzsektor: Viele Bewertungen, hoher Durschnitt, hohe Weiterempfehlung
Wer sich für einen Job in der Finanzbrache interessiert, findet auf den Arbeitgeberbewertungsportalen zahlreiche Unternehmen. Die wichtigsten Kriterien für einen attraktiven Arbeitgeber erfüllt beispielsweise die tecis Finanzdienstleistungen AG. Der Firmeneintrag von tecis bei kununu weist rund 2.500 Bewertungen auf, die durchschnittliche Bewertung der Zufriedenheit der Mitarbeitenden liegt bei 4,7 von 5 möglichen Sternen, ein Stern mehr als der Branchendurchschnitt. Auch die Weiterempfehlungsrate von 91 Prozent spricht für das Unternehmen. Solche Einträge sind demnach sehr hilfreich, um fundierte Entscheidungen über den Wunsch-Arbeitsplatz zu treffen.
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