Die Linke Regensburg wendet sich an Bischof Rudolf Voderholzer wegen der Schließung des Bischofshof-Areals. Sie schlägt sozialverträgliche, gemeinwohlorientierte Nutzung vor, inklusive dauerhafter Bezahlbarkeit, Klimaschutz und Einbezug der Mitarbeiterschaft.
Die Haus- und Kommunalpolitiker von Die Linke Regensburg haben sich mit einem Schreiben an Bischof Rudolf Voderholzer gewandt. Anlass ist die angekündigte Schließung des Regensburger Standorts der Brauerei Bischofshof. Ziel des Briefes ist es, soziale, gemeinwohlorientierte Nutzungsmöglichkeiten für das Areal vorzuschlagen:
Brief der Linken Regensburg
Eure Exzellenz, sehr geehrter Herr Bischof,
die Ankündigung der Schließung des Regensburger Standorts der Brauerei Bischofshof hat uns tief bewegt. Für die rund 60 betroffenen Mitarbeiter*innen bedeutet dieser Schritt eine Zäsur. In einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Unsicherheit verlieren sie ihren Arbeitsplatz. Unser Mitgefühl gilt an dieser Stelle ausdrücklich den Beschäftigten und ihren Familien. In der aktuellen Debatte um die künftige Nutzung des Areals werden vermehrt Stimmen laut, die eine klassische Wohnbebauung oder den Verkauf der attraktiven Flächen fordern. Als Die Linke Regensburg treten wir an Sie heran, um Vorschläge für dieses Areal vorzulegen, die über marktlogische Überlegungen hinausgehen und die soziale Verantwortung des Eigentums in den Mittelpunkt stellen. Unser Ziel ist ein Regensburg, das für Menschen aller Einkommensgruppen lebenswert bleibt. Die soziale Entwicklung des Areals könnte zu diesem Ziel ihren Teil beitragen.
Wir sind überzeugt, dass unser Ansatz eng mit dem Gemeinwohlaspekt der katholischen Soziallehre korrespondiert und sich insbesondere an den Prinzipien von Solidarität, Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung orientiert. Deshalb unterbreiten wir Ihnen für den Fall einer Wohnbebauung folgende Vorschläge für eine künftige Entwicklung des Geländes:
Gemeinnütziger Erbbau statt Veräußerung
Das Areal sollte nicht an private Bauträger veräußert werden, die primär renditeorientiert agieren. Stattdessen schlagen wir einen gemeinnützigen Erbbau über Stiftungen, die öffentliche Hand sowie Genossenschaften vor. Dies entspräche dem Gedanken, dass Eigentum stets auch dem Gemeinwohl verpflichtet ist. So kann Wohnraum in bester Lage auch für Menschen mit niedrigen Einkommen geschaffen werden.
Dauerhaft bezahlbarer Wohnraum
Während das Regensburger Baulandmodell Sozialbindungen von 40 Jahren vorsieht, könnte hier durch Selbstverpflichtungen ein Modell geschaffen werden, mit dessen Hilfe Wohnraum längerfristig für Menschen mit niedrigem Einkommen gesichert werden kann. Klimagerechtigkeit als soziale Frage: Menschen mit niedrigen Einkommen leiden am stärksten unter der zunehmenden Hitzeentwicklung in der Stadt. Der Schutz der
Schwächeren vor den Folgen der Klimakrise ist auch Ausdruck christlicher Verantwortung. Durch eine Bebauung, die dies berücksichtigt, werden diese
Menschen weniger unter den Folgen der Klimakrise zu leiden haben.
Orte der Gemeinschaft
Um der Vereinsamung entgegenzuwirken, können soziale Treffpunkte mitgedacht werden. Dies fördert das gesellschaftliche Miteinander und stärkt den sozialen Zusammenhalt im Sinne einer solidarischen Stadtgesellschaft und hilft den Menschen dabei, eine Bindung zu ihrem Quartier und den Mitmenschen darin zu entwickeln.
Einbezug und Würdigung der Mitarbeiterschaft
Wir schlagen vor, die betroffenen Mitarbeiter der Brauerei aktiv in den Gestaltungsprozess einzubeziehen. Ob durch bevorzugte Wohnungsangebote oder Orte der Erinnerung an die Brautradition: Ihr langjähriger Einsatz und ihre Verbundenheit mit diesem Ort verdienen Anerkennung und eine sichtbare Würdigung.
Eure Exzellenz, wir glauben fest daran, dass die Kirche hier ein starkes Zeichen für eine karitative und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung setzen kann und ihrer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird. Unsere Vorschläge sind eine Einladung, die Zukunft des Bischofshof-Areals im Sinne der sozialen Gerechtigkeit und der christlichen Nächstenliebe zu gestalten.
Wir freuen uns sehr auf Ihre Antwort und verbleiben mit freundlichen Grüßen stellvertretend für viele Genoss*innen und Unterstützer*innen:
- Sebastian Wanner Oberbürgermeisterkandidat Die Linke Regensburg Mitglied des Parteirats Die Linke
- Laura Neumann Stadtratskandidatin Die Linke Regensburg
- Michelle Hake Stadtratskandidatin Die Linke Regensburg
- Jonathan Brune Stadtratskandidat*in Die Linke Regensburg
- Mitglied im Landesvorstand Die Linke Bayern
- Jonas Gelner Co-Kreissprecher Die Linke Regensburg
- Stadtratskandidat Die Linke Regensburg
- Patricia Hümmer Co-Kreissprecher*in Die Linke Regensburg
Die Linke Regensburg / RNRed