Rund 100 Pflegekräfte der Caritas Regensburg haben am Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg ein starkes Zeichen gesetzt: Mit einem Drum Circle machten sie auf ihre Situation aufmerksam. Laut, kreativ und gemeinsam fordern sie mehr Anerkennung, bessere Bedingungen und politische Aufmerksamkeit.
Der Applaus vom Balkon ist verklungen – nun übernehmen Pflegeprofis selbst den Rhythmus. Die Caritas Regensburg veranstaltete wenige Tage vor dem Internationalen Tag der Pflegenden am Haus der Bayerischen Geschichte einen Community Drum Circle unter dem Motto „Trommeln für die Pflege“.
„Pflege muss sich zeigen“
Mit Blick auf die Donau wurde getrommelt, was das Herz und die Hände hergaben: laut, lebendig und miteinander. „Gleich wird’s laut“, begrüßte Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann die Runde: rund 100 Pflegeprofis aus dem gesamten Bistum. Als Caritasdirektor ist Weißmann Geschäftsführer und Arbeitgeber von rund 2000 Pflegefachpersonen, vor rund 40 Jahren lernte er selbst den Beruf des Krankenpflegers. Doch warum trommelt Pflege?
„Weil es höchste Zeit dafür ist“, sagte Weißmann. „Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt. In den Einrichtungen fehlt Personal. Und zugleich haben wir eine Politik, die zwar gerne über Pflege, aber selten mit ihr spricht.“ Das müsse sich ändern. Der Caritasdirektor plädiert beispielsweise für eine Pflegekammer in Bayern. „Nur Pflege weiß, was Pflege braucht. Dafür muss sie sich zeigen. Stolz. Selbstbewusst. Unüberhörbar.“
„Ich trommle für eine Pflege, die gesehen, gehört und unterstützt wird“
Den Takt gab Ricarda Raabe vor, Altenpflegerin und professionelle Trommlerin aus Berlin. Mit einfachen körpersprachlichen Signalen führte sie durch den Drum Circle. „Trommeln reduziert Stress, stärkt Achtsamkeit und verbindet Menschen. Genau diese Energie brauchen wir, um Pflege sichtbar und stark zu machen“, sagte Raabe. „Ich trommle für eine Pflege, die gesehen, gehört und unterstützt wird. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, mit jedem Trommelschlag den Moment zu feiern und Menschen zu verbinden.“
Pflegeprofis aus allen Bereichen
Im Drum Circle trommelten Pflegeprofis aus allen Bereichen mit – aus dem Krankenhaus, aus der ambulanten Pflege und aus den Altenheimen. Auch aus Straubing, Kelheim, Donaustauf, Grafenwöhr, Laberweinting oder Neustadt/Waldnaab waren Caritasvertreterinnen dabei. Angelika Schebelle, Kreis-Caritasvorsitzende Straubing und ebenfalls gelernte Pflegefachperson, sagte: „Pflege ist wichtig für unsere Gesellschaft. Wir müssen auf uns aufmerksam machen.“ Und Claudia Steinbauer, Leiterin der Katholischen Akademie in Regensburg, ergänzte: „Stillsein verändert nicht
Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V. / RNRed