Der Landkreis Regensburg bleibt Bayerns sicherste Region: Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 wurden weniger Straftaten registriert und gleichzeitig mehr Fälle aufgeklärt. Besonders erfreulich sei die niedrigste Kriminalitätsrate im Freistaat und der deutliche Rückgang bei Diebstählen.
Eine hervorragende Sicherheitslage im Landkreis Regensburg konnte der Oberpfälzer Polizeivizepräsident Robert Fuchs bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 kürzlich im Regensburger Landratsamt präsentieren, denn das Sicherheitsniveau liegt weiterhin deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt. „Mit einem Rückgang der Gesamtstraftaten, der niedrigsten Häufigkeitszahl in ganz Bayern sowie einem gleichzeitigen Anstieg der Aufklärungsquote zeigt sich für den Landkreis Regensburg eine sehr positive Entwicklung. Hier lässt es sich weiterhin gut und sicher leben“, lautet das Fazit des Oberpfälzer Polizeivizepräsidenten im gemeinsamen Sicherheitsgespräch 2026 mit Landrätin Tanja Schweiger.
Höchste Aufklärungsquote seit 10 Jahren
Die Zahl der Gesamtstraftaten ging im Landkreis Regensburg im Vergleich zum Vorjahr (2024) um fast 14 Prozent beziehungsweise 616 Fälle auf insgesamt 3.824 Delikte in 2025 zurück. Damit wurde der zweitniedrigste Wert im Zehnjahresvergleich erreicht. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote erneut auf 70,5 Prozent und übertraf damit sogar den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2021. Damit werden inzwischen weit mehr als zwei Drittel aller Straftaten im Landkreis Regensburg aufgeklärt. Sowohl der Landkreis Regensburg als auch die Oberpfalz liegen damit deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 66 Prozent. Auch die Häufigkeitszahl – also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner – entwickelte sich im Landkreis erfreulich: Sie sank auf 1.949 und liegt damit weiterhin deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt von 4.094. Im Vergleich aller 96 Landkreise und kreisfreien Städte belegt der Landkreis Regensburg damit den ersten Platz in Bayern.
Landrätin Tanja Schweiger würdigte die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Polizei und Landratsamt, die in vielen Bereichen tagtäglich gelebt werde: „Dass wir in puncto Sicherheit bayernweit zu den Spitzenreitern zählen, verdanken wir auch dem großen Engagement des Polizeipräsidiums Oberpfalz mit seinen Dienststellen sowie den vielen Einsatzkräften, die sich tagtäglich für die Menschen im Landkreis einsetzen. Dafür gilt ihnen mein herzlicher Dank.“
In den einzelnen Deliktsbereichen zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 überwiegend positive Entwicklungen für den Landkreis Regensburg.
Straßenkriminalität und Sachbeschädigungen weiter rückläufig
Bei der Straßenkriminalität – also Straftaten auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, die für das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung von besonderer Bedeutung sind – setzte sich die positive Entwicklung im Landkreis Regensburg fort. Die Zahl der Fälle ging deutlich von 695 in 2024 auf 489 Delikte in 2025 (-29,64%) zurück und markierte damit den niedrigsten Stand im Zehnjahresvergleich. Besonders stark rückläufig waren Straßendiebstähle. Die Entwicklung entspricht dem Trend in Bayern sowie in der Oberpfalz. Die Polizei führt den Rückgang unter anderem auf verstärkte Präsenz im öffentlichen Raum zurück. Auch bei den Sachbeschädigungen zeigte sich eine positive Entwicklung. Die Zahl der Fälle ging von 467 auf 446 Delikte in 2025 zurück und lag damit auf dem niedrigsten Stand im Zehnjahresvergleich.
Deutlicher Rückgang bei Diebstahlsdelikten
Im Bereich der Diebstahlsdelikte gab es auch einen deutlichen Rückgang um 26,28 Prozent auf insgesamt 881 Delikte – der niedrigste Stand im Zehnjahresvergleich. Auch bei den Wohnungseinbruchdiebstählen setzte sich der rückläufige Trend fort. Die Zahl der Fälle ging um 28,13 Prozent zurück. Oberpfalzweit wurden 2025 insgesamt 200 Fälle registriert – der niedrigste Wert in ganz Bayern.
Rückgang bei tatverdächtigen Zuwanderern
Die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer ging von 293 auf 234 Personen zurück. Nachdem die Zahlen seit 2021 kontinuierlich angestiegen waren, wurde damit erstmals wieder ein Rückgang verzeichnet. Die meisten tatverdächtigen Zuwanderer im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz stammen aus Syrien, der Ukraine, Tunesien, Irak und Iran. Das Asyllagebild 2025 zeigt zudem, dass sich keine Asylbewerberunterkunft im Landkreis Regensburg unter den zehn einsatzintensivsten Einrichtungen in der Oberpfalz befand. Die häufigsten Einsatzanlässe waren Abschiebungen, Streitigkeiten und Körperverletzungen.
Rauschgiftkriminalität deutlich rückläufig
Bei der Rauschgiftkriminalität sank die Zahl der Fälle von 171 im Jahr 2024 auf 109 Delikte im Jahr 2025 – ein Rückgang um mehr als 36 Prozent und der niedrigste Wert im Zehnjahresvergleich. Die Entwicklung entspricht dem bayernweiten Trend sowie den Zahlen in der Oberpfalz. Die Zahlen müssten laut Polizei jedoch im Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis betrachtet werden. Die Aufklärungsquote erreichte mit 96,3 Prozent erneut ein sehr hohes Niveau.
Mehr Verkehrsunfälle, aber weniger Verletzte
Im Bereich der Verkehrsunfälle gab es einen leichten Anstieg der Gesamtzahlen von 5.546 im Jahr 2024 auf 5.679 Fälle im Jahr 2025. Positiv entwickelte sich hingegen die Zahl der Unfälle mit Personenschäden: Diese ging von 655 auf 616 zurück. Auch die Zahl der Verletzten sank von 852 auf 832. Sorge bereitet allerdings der Anstieg der Verkehrstoten von sechs auf zehn Personen.
Anstieg bei der Gewaltkriminalität
Einen Anstieg verzeichnete der Landkreis Regensburg lediglich im Bereich der Gewaltkriminalität. Die Zahl der Delikte stieg um 8,5 Prozent auf insgesamt 161 Taten im Jahr 2025 und erreichte damit den Höchststand im Zehnjahresvergleich. Sowohl im öffentlichen als auch im nichtöffentlichen Raum nahmen die Fallzahlen leicht zu. Auch die gefährlichen und schweren Körperverletzungen stiegen erneut an und lagen mit 125 Fällen nahezu auf dem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2017. Als mögliche Ursachen nannte Polizeivizepräsident Robert Fuchs unter anderem eine Zunahme von Konfliktsituationen, häufig im Zusammenhang mit Alkoholkonsum und Gruppendynamiken. Die Polizei bewertet die Entwicklung dennoch nicht als grundlegende Verschlechterung der Sicherheitslage. Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Fallzahlen könnten bereits einzelne Ereignisse oder Tätergruppierungen die Statistik deutlich beeinflussen. Gleichzeitig erreichte die Polizei in diesem Deliktsbereich eine sehr hohe Aufklärungsquote von 93,8 Prozent.
Themen aus dem Landratsamt
Neben der Vorstellung der aktuellen Sicherheitslage wurden beim gemeinsamen Austausch auch Maßnahmen und Projekte aus dem Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes thematisiert. Die Straßenverkehrsbehörde informierte über ein Pilotprojekt an zwei Unfallhäufungsstellen sowie über Maßnahmen zur Schulwegsicherheit auf Grundlage qualifizierter Schulwegpläne. Das Kreisjugendamt stellte darüber hinaus das neue BVS-Team („Beratung – Vermittlung – Schutz“) vor. Dieses dient als zentrale Anlaufstelle bei Gefährdungsfällen und steht dabei auch der Polizei als Ansprechpartner zur Verfügung.
Teilnehmer des diesjährigen Sicherheitsgesprächs
Am Sicherheitsgespräch 2026 nahmen seitens der Polizei teil: Polizeivizepräsident Robert Fuchs, Leiter der Abteilung Einsatz; Polizeioberrat Sven Buhl vom Sachgebiet E2 des Polizeipräsidiums Oberpfalz; Leitender Kriminaldirektor Robert Fuchs und Kriminalhauptkommissar Martin Schmidmeier von der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg; Polizeihauptmeisterin Julia Harm vom Präsidialbüro des Polizeipräsidiums Oberpfalz sowie Erster Polizeihauptkommissar Günter Hammer von der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg. Weiterhin die Leiter der vier Polizeiinspektionen im Landkreis: Erster Polizeihauptkommissar Thomas Kolb (PI Neutraubling), Erster Polizeihauptkommissar Michael Wurm (PI Nittendorf), Polizeihauptkommissar Florian Beck (PI Regenstauf) und Erster Polizeihauptkommissar Josef Neft (PI Wörth a.d. Donau).
Vom Landratsamt waren neben Landrätin Tanja Schweiger auch Manuela Pichl-Vogl, Leiterin der Abteilung für Öffentliche Sicherheit und Ordnung; Fabian Gareis, Leiter der Sozialabteilung; Albert Bleicher vom Sachgebiet Jagd- und Waffenrecht, Katastrophenschutz und Feuerwehrwesen; Alexander Damm, Leiter des Sachgebiets Sicherheitsrecht, Anna-Lena Salfer vom Sachgebiet Verkehrswesen; Tobias Franz, Leiter der Sozialen Dienste im Kreisjugendamt; sowie Claudine Tauscher, Leiterin des Sachgebiets Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, vertreten.
Landkreis Regensburg / RNRed