AIm Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche hat der ACE Auto Club Europa e.V. die Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen Eggmühl und Hagelstadt geprüft. Während Eggmühl punktet, offenbart Hagelstadt erheblichen Nachholbedarf – dort fehlen sogar komplette Radstellplätze.
Der Auto Club Europa stellt sich im Rahmen eines bundesweiten Infrastrukturtests unter dem Motto „Fahrrad.Land.Umstieg.“ die Frage, wie sicher Fahrräder an kleineren Bahnhöfen in Kommunen bis 15.000 Einwohnern abgestellt werden können. Ziel der Aktion ist es, die Qualität der vorhandenen Fahrradinfrastruktur systematisch zu erfassen und damit eine Grundlage für Verbesserungen zu schaffen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kombination von Fahrrad und Bahn im Sinne eines nachhaltigen Bike-and-Ride-Angebots. Der Kreisvorstand Regensburg hat sich hier mit den Bahnhöfen in Hagelstadt und dem Schierlinger Ortsteil Eggmühl befasst.
„Niemand will sein Rad zwischen Unkraut und Müll abstellen“
Am Bahnhof in Eggmühl konnte der Vorstand eine überdachte Radabstellanlage in Augenschein nehmen. Die Anzahl der Plätze ist dabei ausreichend. Fahrradboxen für zum Beispiel teure E-Bikes gibt es nicht, auch den E-Bike-Akku kann man nicht laden. Ebenso fehlt eine Reparaturstation mit Werkzeug und Luftpumpe, wie es sie mittlerweile auch an vielen kleineren Bahnhöfen gibt. Mit 7,5 von 13 möglichen Punkten kommt der Bahnhof Eggmühl bei den Radabstellanlagen knapp auf die Bewertung „gut“. Weitere Punkte hätte es zum Beispiel für Leihfahrräder oder eine Kameraüberwachung gegeben.
Enttäuschen fiel dann der Test in Hagelstadt aus. Hier wurde das Bahnhofsgebäude zum Rathaus umgebaut – Radlständer hat man aber offenbar vergessen. Denn: Hier gibt es keine ausgewiesene Fläche für Fahrräder – im ACE-Test bedeutet dies null Punkte!
Auch in kleineren Orten müsse der Umstieg auf den ÖPNV gelingen können. „Es muss möglich sein, das Fahrzeug, mit dem man zum Bahnhof kommt, gut und sicher abzustellen. Das gilt nicht nur für einen Pkw, sondern auch für Fahrräder“, so der Vorsitzende des ACE-Kreises Regensburg, Stephan Neu. Und hier ist klar: „Niemand will sein Rad zwischen Unkraut und Müll abstellen – Radabstellanlagen müssen gut beleuchtet, sauber und wettergeschützt sein“, so Ursula Hildebrand, Regionalbeauftragte Club und Ehrenamt beim ACE und für Südbayern zuständig. „Und da Fahrräder, speziell auch E-Bikes, durchaus teuer sein können, sind Fahrradboxen dringend notwendig!“ Hier sieht der ACE-Kreisvorstand für Eggmühl durchaus noch Nachholbedarf – gerade auch bei der Sauberkeit. Für Hagelstadt sei angezeigt, eine moderne Radabstellanlage zu erstellen. Da von Null aus gedacht werden muss, „besteht die Möglichkeit, hier eine funktionale Anlage errichten zu können“, so Neu abschließend.
Die Tests des ACE-Ehrenamtes laufen noch bis Mitte August. Zur Europäischen Mobilitätswoche im September werden dann die bundesweiten Ergebnisse gebündelt und veröffentlicht.
ACE Auto Club Europa e.V. / RNRed