Der DGB Regensburg hat der Oberbürgermeisterkandidatin Astrid Freudenstein (CSU) ein Forderungspaket für die kommenden sechs Jahre übergeben. Im Mittelpunkt des Austauschs standen bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende sowie die konsequente Armutsminderung auf kommunaler Ebene.
Der Kreisvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Regensburg hat sich im Gewerkschaftshaus mit der Oberbürgermeisterkandidatin Astrid Freudenstein (CSU) zu einem Austausch über die kommunalpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre getroffen. Dabei überreichte der DGB das Paket „Sechs Forderungen für sechs Jahre“ als klare Erwartung an die nächste Stadtspitze.
„Ich danke dem DGB für die Einladung und den offenen Austausch. Die Arbeit der Gewerkschaften ist ein wichtiger Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt. Der Dialog mit den Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen ist mir sehr wichtig“, sagte Astrid Freudenstein im Gespräch. Im Zentrum des Treffens standen zwei Themen, die für viele Menschen in Regensburg unmittelbar entscheidend sind: bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende und Armutsminderung.
Azubi-Wohnheim: Ausbildung braucht Perspektive – auch beim Wohnen
Der DGB machte deutlich, dass eine starke Ausbildungspolitik ohne bezahlbares Wohnen nicht funktioniert. „Wer Auszubildende gewinnen und halten will, braucht Rahmenbedingungen, die Ausbildung realistisch möglich machen – gerade in einer Stadt mit hohen Mieten“, so Rico Irmischer, Vorsitzender des DGB in Regensburg. Ein Azubi-Wohnheim sei aus Sicht des DGB ein konkreter Baustein, um jungen Menschen eine Perspektive zu geben und Betriebe sowie öffentliche Arbeitgeber in ihrer Ausbildungsfähigkeit zu stärken.
Armutsminderung: Armutsbericht ist wichtiges Signal – jetzt braucht es Konsequenzen
Mit Blick auf steigende Lebenshaltungskosten und wachsende soziale Spaltung betonte der DGB die Bedeutung des Regensburger Armutsberichts. Er sei ein wichtiges Signal, weil er Probleme sichtbar mache, Handlungsbedarfe benenne und politische Verantwortung einfordere. „Der Bericht ist nicht das Ende, sondern der Anfang konsequenter Armutsminderung. Daran müssen wir gemeinsam weiterarbeiten – mit klaren Maßnahmen und messbaren Zielen“, so Katja Ertl, stellvertretende Vorsitzende des DGB in Regensburg.
Armut sei aus gewerkschaftlicher Sicht nicht nur eine soziale Frage, sondern auch eine Frage von Arbeits- und Lebensbedingungen. Viele Menschen, die die Stadt am Laufen halten – etwa in Pflege, Handel, Bildung, Logistik, Gastronomie oder kommunalen Diensten – spüren die Preissteigerungen besonders. Wenn Einkommen nicht reichen, Mieten steigen und soziale Infrastruktur unter Druck gerät, trifft das Beschäftigte und ihre Familien unmittelbar. Armutsminderung bedeutet daher auch gute Arbeit, Tarifbindung, faire Entlohnung und eine starke öffentliche Daseinsvorsorge – kommunal sichtbar unter anderem in bezahlbarem Wohnen, Mobilität, Kinderbetreuung, Beratung und Teilhabe.
Gespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten werden fortgesetzt
Der DGB kündigte an, die Gespräche mit mehreren demokratischen Kandidatinnen und Kandidaten fortzusetzen und die Umsetzung der Forderungen kritisch-konstruktiv zu begleiten. „Wir erwarten, dass die nächste Stadtspitze die Lebensrealität der Beschäftigten ernst nimmt. Unsere Forderungen sind ein Angebot zum Handeln – und wir bleiben dran“, so Irmischer abschließend.
DGB Region Oberpfalz / RNRed