Die Sallerner Regenbrücke soll den Verkehr im Regensburger Norden entlasten – doch kaum ein Projekt polarisiert so stark. Das sagen Regensburger Parteien und Initiativen über Nutzen, Kosten, Klimafolgen und die Frage: Braucht die Stadt dieses große Infrastrukturprojekt wirklich?
Die Nordspange Regensburg ist ein großangelegtes Verkehrsprojekt, das den Verkehr im Norden der Stadt gezielt entlasten soll. Es besteht aus drei verbundenen Bausteinen:
- Umbau des Lappersdorfer Kreisels
- Ausbau der Nordgaustraße von zwei auf vier Spuren
- Neubau der Sallerner Regenbrücke
Gemeinsam sollen diese Maßnahmen Pendlerinnen und Pendler, Anwohnende sowie Liefer- und Wirtschaftsverkehr entlasten, insbesondere rund um die Frankenstraße, das Alex-Center und das DEZ. Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich nach aktuellem Stand auf rund 175 Millionen Euro. Während viele sich für eine schnelle Umsetzung der geplanten Nordspange Regensburg aussprechen, äußern einige Parteien und Initiativen Bedenken.
Für einen vergleichbaren Überblick der politischen Positionen wurden sowohl die Regensburger Parteien als auch die Initiativen mit denselben Fragen konfrontiert:
- Wie stehen Sie zur geplanten Sallerner Regenbrücke?
- Welche Argumente sprechen aus Ihrer Sicht für oder gegen das Projekt?
- Falls Sie die Brücke ablehnen: Welche konkrete Alternative schlagen Sie vor, um die Verkehrsbelastung in Regensburg nachhaltig zu reduzieren?
PRO-Stimmen: Deshalb sind diese Parteien für die Sallerner Regenbrücke
Freie Wähler, Michael Schien:
Der Bau der „Nordspange Regensburg“ muss und wird kommen. Es herrscht Baurecht und die entsprechenden Verträge mit dem Bund, dem Freistaat Bayern, dem Landkreis Regensburg sowie dem Markt Lappersdorf sind durch die Stadt Regensburg bereits geschlossen und juristisch bindend. Ein Bürger- bzw. Ratsbegehren gegen den Ausbau der Nordgaustraße als von der Stadt zu leistendem Anteil an der Nordspange ist aus meiner Sicht juristisch nicht zulässig. Die Sallerner Regenbrücke ist zum einen notwendig, um den mit der Sanierung des Pfaffensteiner Tunnels sowie der Pfaffensteiner Brücke drohenden Verkehrsinfarkt im Raum Regensburg zu verhindern. Zum anderen werden die Anwohner der Amberger Straße wesentlich vom Durchgangsverkehr entlastet und die Stadtteile Sallern sowie Reinhausen werden durch die für Radfahrer sowie Fußgänger als Querung der Nordgaustraße nutzbare Einhausung besser miteinander verknüpft.
FDP, Horst Meierhofer:
Regensburg hat eine große Zahl an Einpendlern, also Menschen, die in der Stadt arbeiten, aber nicht wohnen. Sie tragen durch ihre Arbeit in hohem Maße dazu bei, dass es uns gut geht, z. B. durch die Gewerbesteuer, die sie zu erwirtschaften helfen. Deshalb ist eine gute Erreichbarkeit unserer Stadt für diese Menschen auch in unserem Interesse.
Derzeit konzentriert sich der Verkehr aus dem Norden fast ausschließlich auf Pfaffensteiner Tunnel und Brücke. Im Falle der Sanierung und Teilsperrung ist ein Chaos vorprogrammiert. Das schadet gerade auch allen Bewohnern des Stadtnordens. Deshalb muss die Sallerner Regenbrücke kommen. In Kombination mit Einhausung und Begrünung des Anschlusses führt sie auch noch zu einer Besserstellung der Anwohner.
Also: Stadt, Land, Wirtschaft und Bevölkerung profitieren, deshalb brauchen wir dieses Vorhaben!
BRÜCKE, Thomas Thurow:
Die Brücke und ich als Kandidat sind für die Realisierung der Sallerner Regenbrücke und der Nordspange, weil es mit ihr gelingt, den gesamten Stadtnorden vom Durchgangsverkehr in den Wohnstraßen zu befreien, der dort nicht hingehört. So erhöhen wir die Wohn- und Lebensqualität in ganz vielen Gebieten im Stadtnorden. Und wir schaffen so einen sehr wirksamen Lärmschutz für die Nordgau- und die Amberger Straße und verbinden somit zwei Stadtteile wieder miteinander. Und dies mit zusätzlichen Möglichkeiten der Aufenthaltsqualität auf der Einhausung mit hohen Grünanteilen. So erhöhen wir die Lebensqualität dort deutlich. Aber natürlich wollen wir das Projekt auch, weil wir ein verlässlicher Partner für all die sind, die dieses Projekt gemeinsam mit uns schultern. Außerdem wird dieses Projekt von zentraler Bedeutung sein, wenn es bei Schwierigkeiten auf den Bundesautobahnen Ausweichrouten braucht, insbesondere um unsere Wirtschaft „just in time“ zu beliefern.
SPD, Dr. Thomas Burger:
Ich stehe zum Projekt Nordspange als wichtigem Verkehrs- und Radwegeprojekt zur Entlastung des Regensburger Nordens und der Menschen, die hier wohnen. Regensburg braucht zudem mehr Flussquerungen, um einen Verkehrskollaps zu verhindern, den Wirtschaftsstandort Regensburg zu sichern sowie ÖPNV und Radverkehr zu stärken.
Die Nordspange umfasst neben der Sallerner Regenbrücke auch den Ausbau der Nordgaustraße. Sie führt zu einer erheblichen Verteilung des Verkehrs und entlastet die stark belastete Amberger Straße. Zudem wird die Brücke eine Querung für den ÖPNV sowie für den Rad- und Fußverkehr bieten, die Nordgaustraße wird begrünt eingehaust und es werden zahlreiche Lärmschutzmaßnahmen realisiert.
Eingriffe in die Natur kann ich jedoch nur vollständig vermeiden, wenn ich überhaupt keine weiteren Brücken baue. Eine geeignete spruchreife Alternativroute, die den Anforderungen gerecht wird, sehe ich nicht. Die Verkehrssteuerung in Sallern, Reinhausen und der Konradsiedlung muss jedoch sensibel betrachtet werden.
CSU, Dr. Astrid Freudenstein:
Die Sallerner Regenbrücke wird die Mobilität im Stadtnorden spürbar verbessern - und zwar für den Busverkehr und für Autos ebenso wie für Radler und Fußgänger. Die Bewohner des Sallerner Bergs bekommen endlich einen Lärmschutz auf 400 Metern Länge. Die Brücke wird auch Teil des Hauptradroutennetzes sein. Eingriffe in die Natur gibt es natürlich beim Neubau einer Brücke und beim Ausbau und der Einhausung der Nordgaustraße. Sie sind aber nicht gravierend und werden komplett ausgeglichen, sogar ein bisschen überkompensiert. Für wenige Menschen bedeutet das Projekt eine Verschlechterung ihrer Situation. Für die allermeisten allerdings bringt die Sallerner Regenbrücke eine deutliche Verbesserung – sie werden nach der Fertigstellung weniger Abgase und Lärm haben. Für unsere Wirtschaft, die darauf angewiesen ist, dass Arbeitskräfte und Güterverkehr die Stadt von Norden her gut erreichen können, ist die Sallerner Regenbrücke schlicht notwendig.
CSB, Christian Janele:
Angesichts von täglich rund 100.000 Einpendlern, 25.000 Auspendlern und einem Einwohnerzuwachs von 15.000 Menschen ist der Bau der Sallerner Regenbrücke dringend erforderlich.
Die neue Verbindung verbessert den Regional- und Stadtverkehr deutlich und entlastet stark betroffene Wohngebiete wie Steinweg, Reinhausen, Sallern sowie die Amberger Straße vom Durchgangsverkehr, Lärm und Emissionen.
Auch der Sallerner Berg wird von der Nordspange vom Lärm und Emission deutlich entlastet. Gleichzeitig schafft sie die Grundlage, den öffentlichen Nahverkehr zu beschleunigen und die Wirtschaft in Regensburg durch eine leistungsfähige Infrastruktur zu stärken.
Für Radfahrerinnen, Radfahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger entsteht eine direkte Querung über den Regen ohne lange Umwege. Zusammen mit dem Ausbau des Lappersdorfer Kreisels sichert die Brücke zudem die Erreichbarkeit von Stadt und Region während der Sanierung des Tunnels und der Donaubrücke Pfaffenstein.
Die PARTEI Regensburg, Ingo Frank:
Verkehr ist brutal wichtig, deshalb sind wir ja für die Sallerner Regenbrücke, 4-spurig in der Nordgaustraße und Sandgasse, damit auch zukünftige Verkehre, die entstehen werden, wenn bis Haslbach alles mit Wohnbebauung erschlossen sein wird, sowie eine für den Autoverkehr freigegebene Steinerne und neue Holzgartensteg, damit dann dieses Verkehrsaufkommen, das im Norden Trichterförmig aufgenommen wird, durchlässig bleibt, um auf die Südseite der Donau zu gelangen. Das Wiedererlauben des Parkens auf Dom-, Haid- und Neupfarrplatz schließt dann das Gesamtprojekt Schwammstadt ab.
Und wenn ich Alternativen nennen müsste, würde ich sagen, nichts tun. Wenn man aber doch was machen will, würde ich, obwohl ich nicht dagegen bin, Folgendes vorschlagen:
Schienenverkehr stärken von Maxhütte über Regenstauf, Haslbach, den dann neuen Walhalla Bahnhof, Burgweinting, Obertraubling bis Straubing. Den Landkreis bitten, eine alternative Straße von Regenstauf nach Wenzenbach zu bauen. Radverkehr am Regen ausbauen und stärken. Regenvertiefung, um Pendeln mit Schiffsverkehr zu ermöglichen.
AfD, ohne Angabe eines Ansprechpartners:
Wir halten die Sallerner Regenbrücke für die nächst- und bestmögliche Infrastrukturmaßnahme, die Regensburg jetzt konkret voranbringen kann. Sie schließt eine zentrale Lücke im Verkehrsnetz und stärkt die Nordspange und die Verbindung über den Regen als Gesamtpaket Sallerner Regenbrücke, Lappersdorfer Kreisel, Nordgaustraße.
Gerade die arbeitenden Bürgerinnen und Bürger spüren täglich, was Stau und Umwege bedeuten: Zeitverlust, Stress, schlechter und längere Fahrzeiten die auch die Umwelt belasten. Für Handwerk, Mittelstand, Lieferverkehre und Pendler ist Zuverlässigkeit ein Standortfaktor – wenn die Erreichbarkeit leidet, leidet am Ende auch die Wertschöpfung. Die IHK Regensburg bewertet die Nordspange als zentrales Infrastrukturprojekt für Stadt und Region.
Natürlich gibt es Einwände zu Lärmverlagerung und Kostenrisiken. Diese sind durch Planung, Lärmschutzmaßnahmen und klare Verkehrslenkung zu minimieren. Rechtlich stehen dem Bau nach jahrelanger Prüfung keine Hindernisse mehr entgegen; es besteht Baurecht. Sie ist jetzt umsetzbar.
Unser Fazit: Wer Regensburg wirtschaftlich stark und alltagstauglich halten will, muss Infrastruktur verbessern – und die Sallerner Regenbrücke ist dafür der nächste konsequente Schritt.
Contra-Stimmen: Kritik und mögliche Alternativen zur Sallerner Regenbrücke
ÖDP, Benedikt Suttner:
Als ÖDP halten wir die Sallerner Regenbrücke für eine fatale Fehlplanung. Die Idee dazu entstammt einer Zeit, in der man glaubte, die Verkehrsplanung dem motorisierten Individualverkehr unterordnen zu müssen. Mit dieser Brücke würden wir die letzte Frischluftschneise einer Stadt verbauen, deren steinerne Innenstadt schon jetzt in den Sommermonaten überhitzt. Auch die Kosten sind angesichts der angespannten Haushaltslage irrwitzig. Wir bräuchten dann Gelder für den Bau, für die Zuwegung auf städtischer Seite und auch für den Unterhalt und die Instandsetzung. Nicht zuletzt wird wertvoller Naturraum am Regen zerstört. Sie sehen schon, Gegenargumente gibt es genug.
Vorschläge für geeignete Alternativen der ÖPD
Es gibt den Spruch: „Wer Straßen säht, wird Verkehr ernten“. Der Bau von Straßen hat aber noch nie dauerhaft zu einer Entlastung beigetragen. Stattdessen müssen wir den ÖPNV massiv ausbauen, um die Straße vom Individualverkehr zu entlasten. Dann sind die Straßen auch für den Gütertransport all der Dinge frei, die über die Schiene ihr Ziel nicht erreichen können. Weit vor den Toren der Stadt braucht es Pendlerparkplätze und für all das ist der enge Schulterschluss mit dem Landkreis nötig. Da müssen wir ansetzen.
Volt, Lisa Brenner:
Den Bau der Sallerner Regenbrücke sowie den Ausbau der Nordgaustraße lehnen wir ab. Die Planung ist veraltet und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein modernes Mobilitätskonzept. Mehr Autoverkehr in der Innenstadt belastet die Umwelt und verringert die Lebensqualität in Regensburg. Zudem verbaut die Brücke eine von zwei Kaltluftschneisen und verstärkt somit das Hitzeproblem in der Altstadt.
Vorschläge für geeignete Alternativen von Volt
Stattdessen setzen wir uns für den Ausbau der P+R-Stellplätze am Lappersdorfer Kreisel und eine bessere Anbindung des Nordens durch den ÖPNV ein. Das P+R wird zu Fuß, mit dem Fahrrad und durch einen attraktiven Bustakt mit vergünstigten Tickets erreichbar sein. Zusätzlich wird für Radfahrende die Überführung der B16 um eine Fahrradbrücke erweitert. Die auf diese Weise eingesparten öffentlichen Gelder von circa 100 Millionen Euro können somit in nachhaltige und zukunftssichere Verkehrsprojekte fließen.
Die Linke, Sebastian Wanner:
Wir lehnen die Sallerner Regenbrücke ab. Sie ist ein massiv schädlicher Eingriff in die Umwelt und den Regensburger Norden und beruht auf einer Verkehrsplanung der Vergangenheit. Neben den hohen Klima- und Umweltschäden sowie den Folgeschäden (z. B. Gesundheitsschäden durch fehlenden Naturraum und Abgase), spielen auch die hohen Kosten im dreistelligen Millionenbereich eine Rolle. Dieses Geld könnte sicherlich besser investiert werden, z. B. in den ÖPNV und die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen.
Vorschläge für geeignete Alternativen der Linke
Als Alternative schlagen wir kurzfristig eine Verbesserung des Park and Ride-Systems vor. Pendler*innen könnten kurzfristig per Expressbus in die Industriegebiete gebracht werden, langfristig muss der ÖPNV um eine Straßenbahn ergänzt werden. Auch die gezielte Förderung des Radverkehrs muss Teil der Lösung sein.
Die SRB wäre ein Fehler, keine Entlastung. Der Verkehr von morgen lässt sich nicht mit Plänen von vorgestern gestalten.
Bündnis 90 / DIE GRÜNEN, Dr. Helene Sigloch:
Ich bin entschieden gegen das Großprojekt rund um die Sallerner Regenbrücke. Es ist ein Dinosaurier-Projekt, das mit heutiger Verkehrsplanung nichts zu tun hat.
Die Brücke zerstört wertvollen Naturraum am Regenufer und damit eins der wichtigsten Naherholungsgebiete im Regensburger Norden. Die an die Brücke anschließende Stadtautobahn wird nicht einfach nur Verkehr umlenken, sondern sie wird zusätzlichen Autoverkehr in unsere Stadt ziehen. Der Pendlerparkplatz im Lappersdorfer Kreisel ist nicht einmal als P&R-Platz ausgelegt.
Vorschläge für geeignete Alternativen der Grünen
Wichtig ist aber auch: Wir müssen für die Menschen in der Amberger Straße eine Lösung finden und auch während des Umbaus des Pfaffensteiner Tunnels muss die Logistik für die Regensburger Unternehmen funktionieren. Eine direkte Verbindung von der B16 zur Pilsen-Allee kann in Kombination mit einem attraktiven Park&Ride-Angebot im Regensburger Norden und einer guten Bus-Anbindung des Walhalla-Bahnhofs sowohl dem Pendelverkehr als auch der Logistik gerecht werden.
Ribisl-Partei e.V., Jakob Friedl:
Die Sallerner Regenbrücke ist Steuergeldverschwendung. Zwischen Alex Center und Regenufer entsteht mit Lärmschutzwänden und Einhausungsmauer ein Absperrriegel. Die Amberger Straße wird dabei nur zu 30 Prozent vom MIV entlastet, während die Lärmbelastung in der Umgebung steigen wird. Eine vielspurige Bundestraßen- & Autobahnausfahrt beim Alex Center löst keine Verkehrsprobleme. Schon im Kreisel selbst mit seinen vielen Ampeln sind Staus vorprogrammiert. Bei Staus auf der Autobahn entstehen „attraktive“ Abkürzungen durch das Stadtgebiet.
Die rückwärtsgewandten Planungen sind um Jahrzehnte veraltet. Es fehlen z.B. ein Park- & Ride-Parkhaus mit Busanbindung und Infrastruktur im Kreisel oder ein ausreichend breiter Radweg.
Vorschläge für geeignete Alternativen der Ribisl-Partei
Um die Verkehrsbelastung abzumildern, muss der MIV so gut es geht vermieden oder umgelenkt werden. Park- & Ride-Angebote und ÖPNV Umsteigemöglichkeiten müssen attraktiver, Rad- bzw. Lastenradverleih und Carsharing massiv ausgebaut werden: Geringere Kosten – lebenswertere Stadt.
LBV Kreisgruppe Regensburg (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.), Thomas Aumer:
Grundsätzlich stehen wir einer immer weiteren Versieglung von Flächen für den Ausbau von Straßen für den Individualverkehr kritisch gegenüber. Zudem wäre die geplante Summe sicherlich äußerst hilfreich, um damit den ÖPNV attraktiver zu gestalten.
Der Fluss Regen hatte bis 2021 stets eine sehr gute Wasserqualität und erfüllte damit auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Durch Sedimenteintrag, ungewollten Zufuhr von Nährstoffen hat sich dies drastisch verändert. Die abnehmende Fließgeschwindigkeit führt zu einem Verlust der einst guten Wasserqualität. Weitere Hemmnisse (Brückenpfeiler) sind hier sicherlich nicht hilfreich.
Bürgerinitiative „Mobilität neu denken“, Wolfgang Bogie:
Aus Sicht der BI Mobilität neu denken führt der neue Autobahnzubringer zu mehr Pkw-Pendlerverkehr in die Stadt und markiert den Beginn einer Stadtautobahn von Nord nach Süd. Für die vierspurig ausgebaute Nordgaustraße werden 33.000 Fahrzeuge täglich prognostiziert. Das Bauvorhaben zerstört das Regental als FFH-Naturraum und stadtnahes Erholungsgebiet mit wichtiger Frischluftschneise. Es gilt als veraltet, ignoriert aktuelle Klimaziele und verschärft ökologische Probleme. Statt weitere Steuergelder, wie immer, in Straßeninfrastruktur zu investieren, fordert die BI mehr Mittel für umweltfreundliche und sozial gerechte Verkehrsarten. Allein der vierstreifige Ausbau von einem Kilometer Nordgaustraße soll 112 Mio. Euro kosten – rund 100.000 Euro pro Meter. Alternativen sind im Mobilitätskonzept Großraum Regensburg benannt: ein S-bahnähnlicher Bahnausbau, Expressbuslinien, ein durchgängiges Radwegenetz sowie ein deutlich dichterer und besser getakteter ÖPNV im Landkreis, auch für Früh- und Spätschichten.
Wie stehen Sie zum Projekt Nordspange Regensburg und dem Bau einer Sallerner Regenbrücke? Schreiben Sie uns gerne Ihre Meinung – direkt an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Marina Triebswetter | filterMAGAZIN