Die Handwerkskammer (HWK) Niederbayern/Oberpfalz bündelt fünf zentrale Anliegen an die Politik in einem Positionspapier zur Kommunalwahl. Sowohl der HWK-Präsident als auch der HWK-Geschäftsführer fordern eine Kommunalpolitik, die das Handwerk als Partner anerkennt.
Das Handwerk in Niederbayern und der Oberpfalz leistet einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in der Heimat: durch seine regional und nachhaltig produzierten Produkte und Dienstleistungen, seine überdurchschnittliche Ausbildungsbereitschaft und auch dadurch, dass sich viele Handwerkerinnen und Handwerker am Sonntag, den 08. März 2026, für die Kommunalparlamente zur Wahl stellen. „Wir begrüßen dieses Engagement ausdrücklich, denn wir brauchen eine Kommunalpolitik, die das Handwerk als starken Partner anerkennt und handwerksfreundliche Rahmenbedingungen schafft“, sagen HWK-Präsident Dr. Georg Haber und HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger. Aus diesem Grund habe man zur Kommunalwahl ein Positionspapier formuliert, das ausdrücklich „als Angebot zur Zusammenarbeit“ verstanden werden solle. Darin gebündelt: fünf zentrale Anliegen der Handwerksorganisation in Niederbayern und der Oberpfalz.
Wahlrecht nutzen
„In den Kommunen vor Ort gibt es viele Handlungsspielräume und Möglichkeiten zur positiven Gestaltung unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Miteinanders. Das ist gelebte Demokratie und deshalb appelliere ich an alle Menschen, zur Wahl zu gehen und sich zu engagieren“, so Dr. Georg Haber. Das ostbayerische Handwerk sei immer dazu bereit, sich konstruktiv einzubringen. Aus diesem Grund habe die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz ihre Impulse und Vorschläge für ein starkes Ostbayern in einem Papier formuliert.
Leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur
Als erster Punkt wird darin die Bedeutung einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur ins Feld geführt. Sie sei die Grundvoraussetzung für die Arbeit des Handwerks und den Wirtschaftsverkehr. Kommunale Verkehrspolitik müsse Erreichbarkeit sichern, Staus vermeiden und zusätzliche Belastungen für Betriebe konsequent abbauen. Dr. Haber: „Neue staatliche Finanzierungsspielräume sind konsequent für eine leistungsfähige Straßeninfrastruktur zu nutzen.“ Außerdem seien insbesondere in Städten praxistaugliche Parkmöglichkeiten für Handwerksbetriebe im öffentlichen Raum vorzuhalten. „Neue Lösungen dürfen dabei nicht zu zusätzlicher Bürokratie oder neuen Kosten führen.“
Bezahlbare Gewerbeflächen ausweisen
Weiter beschäftigt sich das Positionspapier mit einer handwerksfreundlichen und aktiven Flächen- und Standortpolitik der Kommunen. Die Weiterentwicklung an bestehenden Betriebsstandorten sei insbesondere für Handwerks- und mittelständische Betriebe von zentraler Bedeutung und müsse gezielt gefördert werden. HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger sieht hier mancherorts Handlungsbedarf, denn: „Damit das Handwerk auch künftig Innovation, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung gewährleisten kann, braucht es bei Bedarf die Ausweisung zusätzlicher, kleinteilig parzellierter und bezahlbarer Gewerbeflächen, die insbesondere kleinen und mittelständischen Betrieben eine Ansiedlung und Entwicklung vor Ort und nahe bei ihren Kunden ermöglichen.“ Nicht nur in diesem Zusammenhang sei eine leistungsfähige und wirtschaftsfreundliche Kommunalverwaltung ein „zentraler Standortfaktor für Handwerk und Mittelstand“, findet auch Dr. Georg Haber: „Entscheidend sind dabei vereinfachte, beschleunigte und digitalisierte Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie transparente Zuständigkeiten mit zuverlässigen Ansprechpersonen.“
Berufliche Bildung am Wohnort stärken
Punkt vier im Positionspapier der Handwerkskammer: Eine möglichst wohnortnahe Stärkung beruflicher Bildung und der Fachkräfteversorgung. Konkrete Forderungen sind hier die Erhaltung regionaler Berufsschulstandorte, die gleichwertige Förderung von handwerklichen Bildungszentren im Vergleich zu Hochschulen sowie ein ausreichendes kommunales Angebot an geeignetem und bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende.
Aktive Integrationskultur
In puncto Fachkräfteversorgung trage auch eine gut organisierte Willkommenskultur entscheidend zur Attraktivität einer Kommune bei: „Damit Fachkräftezuwanderung gelingt, sollten Kommunen eine aktive Willkommens- und Integrationskultur fördern, die ausländischen Auszubildenden und Fachkräften und ihren Familien Orientierung, Unterstützung und einen schnellen Zugang zum gesellschaftlichen und beruflichen Leben bietet“, betont Dr. Georg Haber. Zusammen mit HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger ist er sich einig: „Zukunftsfähige Standortbedingungen sind in der nächsten Legislaturperiode die entscheidende Stellschraube dafür, ob sich eine Kommune positiv weiterentwickelt oder ob sie mittelfristig abgehängt wird.“
Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz / RNRed