Gestern war der Spatenstich für das geplante Parkhaus am Unteren Wöhrd in Regensburg. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Stadtwerk-Geschäftsführer Manfred Koller läuteten gemeinsam mit weiteren Verantwortlichen den Neubau offiziell ein. Doch wie genau soll das Parkhaus aussehen? Wie lange wird gebaut? Und was bedeutet das für die Parksituation bis zur Fertigstellung?
Schon seit 2018 gab es eine lange politische Diskussion zum Thema Mobilitätsdrehscheibe. Doch nun soll der Bau des Parkhauses endlich starten: Der Spatenstich am Dienstag, den 03. März, symbolisierte den Anfang dafür.
„Ein immer weiter wie bisher funktioniert einfach nicht“

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer eröffnete die Pressekonferenz. Das geplante Parkhaus bezeichnete sie als einen Weg zu Lösung für die Herausforderungen der Zukunft. „Ein immer weiter wie bisher funktioniert einfach nicht“, so Maltz-Schwarzfischer.
Die zentrale Funktion der Mobilitätsdrehscheibe ist die Entlastung des Individualverkehrs – besonders dem Park- und Suchverkehr am Morgen soll damit Abhilfe geschaffen werden. Da sich der Untere Wöhrd in fußläufiger Distanz zur Altstadt befinde, sei er nach der aktuellen Oberbürgermeisterin der ideale Standort für das Parkhaus. Auch „Emil“, die kostenfreie Buslinie B, fährt regulär in die Innenstadt.
So sieht Parken am Unteren Wöhrd in der Zukunft aus
Geplant sind für die gesamte Fläche 1.000 Parkplätze. Davon sollen 580 im Parkhaus sein, welches über zehn Ebenen verfügt. Auf der Freifläche sollen 80 Anwohnerparkplätze zur Verfügung stehen. 50 Ladepunkte für E-Fahrzeuge wird es im Parkhaus geben, weitere 240 Ladestationen sind noch in der Vorbereitung. Auch Stellplätze für Familien, Frauen und Menschen mit Handicap sind vorgesehen. Die Einfahrt wird passiv durch eine automatische Kennzeichenerkennung geregelt, zusätzlich wird Personal von 7:00 Uhr bis 19:00 Uhr im Haus anzutreffen sein. Neben Treppenhäusern wird es auch Aufzüge geben, ebenso eine behindertengerechte WC-Anlage.
Beim Design des Gebäudes wird der Fokus auf eine Systembauweise und eine Fassade aus Metall gesetzt. Denn sie erfülle alle erforderlichen Vorgaben hinsichtlich Lüftung, Schall- und Blendeschutz. Außerdem ist eine Fassadenbegrünung an drei Seiten vorgesehen. Eine angenehmere Optik und die Lage auf der Insel zwischen zwei Donauarmen seien hierbei die Argumente für die Entscheidung gewesen. Das Dach des Gebäudes wird mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und der daraus generierte Strom soll hauptsächlich für die Ladestationen der E-Autos genutzt werden. Die Freifläche um das Gebäude hingegen wird nicht versiegelt, stattdessen mit Schotter bedeckt. Lediglich die Fahrgassen sollen asphaltiert werden.
Modern soll es werden und dennoch zum Umfeld passen. „So wird das Gebäude funktional und effizient errichtet, aber auch mit Fassadenbegrünung ein optisch ansprechendes Äußeres erhalten“, fasst Manfred Koller, Stadtwerk-Geschäftsführer, zusammen.
Ein Parkhaus in Rekordbauzeit?

Im weiteren Verlauf präsentierte Koller die Baufirma Goldbeck. Sie werden den Bau des Parkhauses übernehmen. Die Firma hat bereits mehrere Parkhäuser in Regensburg gebaut, wie beispielsweise die beiden Parkhäuser am Biopark.
Derzeit ist eine Bauzeit von zwölf Monaten vorgesehen. Das heißt, nächstes Jahr im April soll das Parkhaus schon stehen und nutzungsbereit sein. Koller bezeichnete diese Bauzeit als sensationell kurz.
Mögliche Einschränkungen am Unteren Wöhrd
Da die Freifläche am Unteren Wöhrd auch aktuell als Parkplatz genutzt wird, stellt sich die Frage, ob die kommenden Bauarbeiten zu Einschränkungen für Parkplatzsuchende führen.
Christine Böhm, Projektleiterin Immobilienmanagement das Stadtwerk. Regensburg, meinte, dass die aktuelle Absperrung an der Baufläche des Unteren Wöhrds dynamisch ist. Das heißt, bei Bedarf kann die Absperrung verringert oder vergrößert werden. Es werden bis zur Fertigstellung circa 224 Parkplätze in der Freifläche zur Verfügung stehen.
Für Besucher und Arbeitende in der Altstadt gibt es dennoch Ausweichmöglichkeiten. Der P+R Jahnstadion Regensburg kostet zum Beispiel ebenfalls nur einen Euro pro Tag für alle Insassen eines Pkw und ist mit den Buslinien 3, 5, 20, 21 und 38 gut an die Innenstadt angeschlossen. Auch der P+R West neben dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder sowie das Parkhaus TechCampus sind gute Alternativen und ebenfalls direkt an den ÖPNV angebunden. Die 20 Wohnmobilstellplätze, die der Baustelle weichen mussten, wurden an den P+R West verlegt.
Die Frage des Tarifs
In seiner Rede meinte Manfred Koller, dass die Tarife für alle Nutzergruppen attraktiv sein müssen, sodass auch möglichst viele das Angebot der Mobilitätsdrehscheibe in Anspruch nehmen. Wie hoch die Tarife sowohl im Parkhaus als auch auf der Freifläche sein werden, konnte jedoch noch nicht festgelegt werden.
Aktuell kostet das Parken am Unteren Wöhrd einen Euro für einen halben Tag und zwei Euro für einen ganzen Tag.
Mehr als ein Parkhaus

Fahrradverleih und Carsharing-Angebote gibt es bereits auf der Mobilitätsscheibe am Unteren Wöhrd. Künftig sind auch ein Hotelshuttle, eine Paketstation und eine Lastenradstation geplant.
Im Gespräch mit Dr. Thomas Burger, Oberbürgermeisterkandidat der SPD, kam erneut die Idee eines Flusstaxis auf. Das soll die Passagiere auf besonderem Wege auf die andere Seite der Donau bringen. Dr. Burger hält das für eine durchaus charmante Idee, „ein Schmankerl“.
Es bleibt spannend, wie sich die Mobilitätsdrehscheibe weiterentwickelt und wie gut das Projekt innerhalb der Bevölkerung angenommen wird. Letzteres könnte künftig davon abhängen, wie hoch die Parkgebühren ausfallen.
das Stadtwerk.Regensburg / Asra Emin / RNRed