Der SSV Jahn muss sich im Toto-Pokal-Halbfinale vor 14.089 Fans im Jahnstadion Regensburg aus dem Wettbewerb verabschieden. Gegen den TSV 1860 München blieb man trotz einer Überzahl an Torchancen ohne eigenen Treffer. Stürmer Sigurd Haugen rettete die Löwen mit seinem Alleingang ins Finale.
Der SSV Jahn muss zum Halbfinale auf einige Stammspieler verzichten: Torhüter Felix Gebhardt (Blessur am Oberschenkel), Leopold Wurm und Oscar Schönfelder (beide erkrankt) standen nicht zur Verfügung. Jahn Interimstrainer Munier Raychouni schenkte Leon Wechsel und Leo Mätzler das Vertrauen. Auch auf der Gegenseite musste rotiert werden. Trainer Markus Kauczinski brachte Hobsch und Schifferl für Steinkötter und Faßmann. Abwerhchef Jesper Verlaat trat die Reise nach Regensburg nach einer Trainingsverletzung gar nicht erst an.
Jahnelf überlegen, aber ohne Torerfolg
Den besseren Start erwischten die Gäste aus der Isarstadt. Sigurd Haugen setzte sich gegen Leo Mätzler durch und kam aus nächster Nähe zum Abschluss. Felix Strauss sprang für seinen österreichischen Teamkollegen in die Presche und klärte bevor Keeper Wechsel eingreifen musste (4.). Nach dem ersten kurzen Aufreger fand die Jahnelf zu ihrem Spiel, Bene Sallers Versuch aus der Ferne blieb bis hierhin der einzige Abschluss (8.). Löwen-Kapitän Thore Jacobsen ging gegen Karbstein zu spät in den Zweikampf und holte sich die frühe Gelbe Karte ab (10.). Nach einiger Abstinenz meldete sich der Jahn dann nach rund zwanzig Minuten vor dem Münchner Tor zurück. Einen langen Ball nahm Hottmann aus spitzem Winkel mit vollem Risiko. Sein Volleyschuss rauschte am langen Pfosten vorbei (18.). Dann ging das nächste Raunen durchs gefüllte Jahnstadion Regensburg. Bene Saller fasste sich aus rund sechzehn Metern ein Herz und schloss diesmal wuchtig flach ab. Torhüter Dähne konnte nur mit Mühe abwehren (23.). Wieder war die Jahnelf das torgefährliche Team: Eric Hottmann legte mit der Hacke im Strafraum auf Adrian Fein zurück. Der Mittelfeldspieler versierte das kurze Eck an, mit einer unfassbaren Parade kam Dähne noch irgendwie ans Spielgerät und verhinderte so die Jahn Führung (29.). Der SSV spielte einen selbstbewussten und kontrollierten Fußball und hielt das Spielgrät oft in der Hälfte der Gäste. An einem Freistoß aus dem Halbfeld schrammte Karbstein knapp vorbei, sodass er in die Hände von Dähne fiel (39.).
Haugen rettet Löwen, Jahnelf findet kein Mittel
Der zweite Durchgang begann personell unverändert, aber direkt fulminant. Eine Hereingabe von Karbstein konnte weder der Jahn verwerten, noch die Löwen klären. So musste schließlich Dähne aus dem Getümmel den Ball auf der Linie klären – das wäre der Traumstart für die Jahnelf gewesen (46.). Diesen erwischten dann die Gäste aus Giesing. Sigurd Haugen setzte zum Alleingang an und traf zur Führung (54.). Davon wollte sich die Jahnelf nicht beirren lassen, Noel Eichinger verpasste knapp (59.). Aus abseitsverdächtiger Position startete dann erneut Haugen, der auf Danhof ablegte. Abgefälscht flog der Ball über Wechsel hinweg an die Latte – Glück für den Jahn (71.). Der TSV 1860 schaltete dann in den Verwaltungsmodus, der Jahnelf fiel er sichtlich schwer gegen den disziplinierten Defensiv-Verbund zu Chancen zu kommen. Hottmann probierte es nach Dietz-Vorarbeit (79.). Lippmann hatte auf der Gegenseite die Möglichkeit, doch Wechsel im Jahn Tor war zur Stelle (82.). Die Regensburger gestalteten ihre Offensivbemühungen zu kompliziert. Mit dem 0:1-Rückstand wollte sich die Hausherren nicht zufriedengeben und warfen alles nach vorne. Diese Bemühungen wurden nicht belohnt, der SSV Jahn scheidet etwas schmeichelhaft gegen den TSV 1860 aus.
SSV Jahn Regensburg e.V. / RNRed