XPENG liefert gerade das neue Modell P7+ aus, eine Fastbacklimousine mit enormen Platzangebot gerade in der hinteren Sitzreihe. Aber auch neben dem größten Innenraum dieser Klasse und extrem schnellen Ladezeiten, hat der Stromer viel zu bieten – zu einem mehr als konkurrenzfähigen Preis.
Hofmann Automobile Ostbayern ist seit Ende 2024 der regionale XPENG-Händler und somit auch für alle Service- und Reparaturfragen zuständig. Ein Grund für die dort hohe Nachfrage ist sicher auch, dass die Fahrzeuge in Österreich in Steyr bei Magna gefertigt werden, also die Wertschöpfung im Bereich der Fahrzeugproduktion auch zum Teil eben in Europa verbleibt – das nimmt Vorbehalte.
Viel wichtiger ist aber natürlich das Auto selbst und da hat XPENG ein tolles Upgrade abgeliefert – mit einer dezent eigenständigeren Linienführung und einer sehr präsenten KI-Assistenz, die dem Fahrer bei allem erdenklichen im Verkehr hilft. Dabei vorweg: in Europa darf das Auto nicht völlig autonom fahren, auch wenn es das wohl schon könnte. Wir sehen uns das lieber noch ein bisschen an, bevor die KI das ganz alleine darf. Aber auch so unterstützt sie auf vielen Ebenen, zieht die Spiegel ein, wenn es eng wird (Radar sei Dank), meldet Fahrbahnprobleme und zeigt diese im Head-up, warnt bei unerwarteten Änderungen des umliegenden Verkehrs oder gibt dem Fahrer ein Signal, wenn er selbst an der Ampel „schläft“ und das Auto vor ihm schon losgefahren ist. Letzteres ist fein, denn so schaffen es alle schneller über die Ampeln – ein Beitrag zum Straßenfrieden. Die inzwischen verpflichtenden Assistenzen schaltet man ggf. über das Display ab, ein Sub-Menü ist dafür durchzuscrollen.
XPENG investiert viel in KI-gestützte Technik und es funktioniert dementsprechend sehr gut. Dazu kommt eine Kameraflut, die dem Fahrer bewegte Bilder gibt. Natürlich beim Zurückfahren, 360-Grad-View beim Einparken, aber auch der Rückspiegel ist ein Monitor, den die Heckkamera versorgt, inklusive Zoomfunktion. Ein Knopf am Spiegel schaltet den Monitor ab und er wird zum normalen Rückspiegel – leicht abgedunkelt. Wirklich gelungen ist aber die Projektion der Seitenspiegel in das Head-up-Display, wenn man blinkt. Dann erscheint nämlich ein Bild der beim echten Spiegel nach hinten gerichteten Kamera. Ohne den Blick von vorne abzuwenden, sieht man dann, ob von hinten ein Radler oder sonstiges kommt. Das ist sehr gelungen! Auch das gesamte Head-up ist in den Funktionen top. Unaufdringlich zeigt es den umfließenden Verkehr und nötige, sonstige Daten – aber das muss man „erfahren“.
Dazwischen sei hier eingeworfen, dass alles erklärte in der Serienausstattung dabei ist – neben belüfteten Massagesitzen, Panoramadach, Nappalleder, Navi, Sprachsteuerung und allem sonstigen, was man sich so wünscht. Und wer die Long Range- oder Performancevariante wählt, bekommt auch noch hinten Massagesitze und 20-Zoll-Felgen (Pilot-Sport übrigens). Als Sonderausstattung kann man gerade mal zwei Optionen ankreuzen: Anhängerkupplung und Metallic-Lack. That´s it. Maximum für alle.
Wie schon gesagt, gibt es drei Leistungsstufen. 180 kW (245 PS) im „Standard Range“, 230 kW (313 PS) im „Long Range“ und 370 kW (503 PS) mit 4-Rad-Antrieb im „AWD Performance“. Unser Test-fahrzeug war ein Long Range, und der geht stramm vorwärts, bis zu 200 km/h und ist in 6,2 Sekunden auf 100 km/h. Der Performance benötigt für letzteres knackige 4,3 Sekunden. Damit kann man als Spaß Nicht-Stromern das maximale Fürchten lehren. Wer das nicht vorhat, dem reichen die beiden anderen Varianten absolut. Vergessen wir auch nicht: wir haben eine 5-Meter-Limousine mit einem Radstand von 3 Metern – Hinterbänkler haben 30 cm vor den Knien Platz, Highlight! Die Abstimmung des Fahrwerks ist deshalb klar komfortabel ausgelegt – auch dann, wenn man in den Modis für das adaptive Fahrwerk „straff“ selektiert. Der P7+ mag die Hände am Steuer und für schnelle Lastwechsel sind die 2,1 Tonnen einfach nicht gedacht – der Passagier möchte gleiten, leise und mit Stil und Freude. So soll es sein. Dabei passen übrigens bis zu 1.931 Liter Ladevolumen hinten rein (umgeklappt).
Ganz hervorragend ist auch der Stromverbrauch. Wir haben die nicht hörbare Klima an und brauchen auf ebener Strecke bei 100 km/h 14,2 kWh für 100km (Reichweite damit 514 km) und bei 130 km/h 19,8 kWh (Reichweite damit 368 km). Vom Akku sind bei uns ca. 73 kWh nutzbar, beim Einstiegsmodell dürften es etwas unter 60 kWh sein. Die hohe Reichweite kommt vor allem durch das eben gute Design: der cW-Wert beträgt 0,21 – damit ist es eines der aerodynamischsten Fahrzeuge am gesamten Automarkt. Die Stirnfläche ist aber eben größer als bei einem Kleinwagen und so ist wie immer der Fahrtwind der Feind des Akkus, in der Stadt geht es mit langsamerer Fahrt oft noch weiter. Dazu ist der P7+ für eine 800 Volt-Ladetechnik ausgelegt – ca. 12 Minuten von 10 auf 80 % behalten sich sonst derzeit nur die Besten vor - mit bis zu 446 kW Ladeleistung.
Hier gibt es viel Fahrzeug, viel Ausstattung und viel Power bei wenig Verbrauch – ein absolut gelungener Stromer mit viel KI-Assistenz. Es gibt den P7+ in obig besagten drei Varianten, vornehmlich durch die Leistung unterschieden: für 46.600 Euro, 49.600 Euro und 53.600 Euro – almost all inclusive. Staatliche Förderungen sind dabei noch abzuziehen.
Nick Lengfellner I filter Magazin