Der Traum von den eigenen vier Wänden lebt. Auch in der jüngeren Generation. Doch gerade in Deutschland tun sich die Junioren schwer mit dem Kauf eines Eigenheims. Woran liegt das? Und was kann man tun?
In Deutschland geht es erst spät ins Eigenheim – wenn überhaupt
Die Quote der Eigenheimbesitzer in den EU-Staaten ist nirgends so niedrig wie in Deutschland. Das geht aus einer Grafik des Informationsdienstes des Instituts der deutschen Wirtschaft nach Eurostat-Daten hervor. Besonders betroffen: die Jüngeren. Knapp 70 Prozent der 18- bis 40-Jährigen träumten zwar von den eigenen vier Wänden, aber nur 27 Prozent von ihnen lebten im Eigenheim, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung schon vor Jahren. Seitdem hat sich die Entwicklung noch verstärkt. Beispiel Nordrhein-Westfalen. Laut Zensus ist die Eigentumsquote bei Erwachsenen erst ab einem Alter von 49 Jahren höher als die Mietquote. Zehn Jahre zuvor lag der Wendepunkt noch bei einem Alter von 41 Jahren.
Warum ist die Eigenheimquote unter Jüngeren so niedrig?
Die Gründe dafür sind vielschichtig. An erster Stelle steht das Preisniveau: In vielen deutschen Großstädten sind Immobilienpreise und Baukosten in den vergangenen Jahren stark gestiegen, während die Löhne der jüngeren Generation nicht im gleichen Tempo mitzogen. Hinzu kommt das Zinsniveau, das nach der Niedrigzinsphase spürbar angestiegen ist und die monatlichen Raten für viele Baufinanzierungen deutlich verteuert hat. Wer heute mit Anfang 30 eine Immobilie finanzieren möchte, braucht meist deutlich mehr Eigenkapital als noch die Generation der Eltern.
Ein weiterer Faktor ist die im europäischen Vergleich hohe Regulierungsdichte beim Immobilienerwerb in Deutschland, etwa durch Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklerkosten. Diese Erwerbsnebenkosten schlagen mit mehreren Prozentpunkten des Kaufpreises zu Buche und müssen zusätzlich zum Eigenkapital gestemmt werden. In anderen EU-Ländern, etwa in Spanien oder Italien, ist der Immobilienbesitz zudem kulturell stärker verankert und wird oft schon früh innerhalb der Familie weitergegeben oder unterstützt.
Auch der deutsche Mietmarkt spielt eine Rolle: Er gilt als vergleichsweise gut ausgebaut und reguliert. Mieten ist dadurch attraktiver als in vielen Nachbarländern. Wer trotz aller Knappheit einen bezahlbaren und sicheren Wohnraum zur Miete gefunden hat, verspürt weniger Druck, frühzeitig zu kaufen.
Früh sparen und vergleichen lohnen sich
Wie trotz aller Hindernisse der Weg in die eigenen Wände aussehen kann? Den hat zum Beispiel der Finanzdienstleister tecis in einem Video auf seinem YouTube-Kanal zusammengefasst. Auch wenn Eigenkapital nicht zwingend vorgeschrieben ist, verbessert es in der Regel die Finanzierungskonditionen und senkt das Risiko. Mindestens die Erwerbsnebenkosten aus eigenen Mitteln zu zahlen, ist häufig sinnvoll.
In der Regel benötigt man 10 Prozent für die Erwerbsnebenkosten. Dafür ist ein Sparplan notwendig, monatlich, mit kleinen Beträgen, guter Rendite und wenig Schwankungen. Fehlt noch die Finanzierung. Dafür empfiehlt tecis, nicht einfach zur Hausbank zu gehen, sondern die Zinsen und Konditionen verschiedener Anbieter zu vergleichen.
Und eins ist auch klar: Wer möglichst schon in jungen Jahren ins Eigenheim ziehen will, sollte umso früher mit dem Sparen beginnen. Selbst kleinste Beträge können helfen. Denn dank Zinseszins können sie über die Jahre zu stattlichen Summen heranwachsen. Und der Traum von den eigenen vier Wänden wird vielleicht umso früher wahr.
Gastbeitrag