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Die Zahl der registrierten Straftaten hat in Bayern seit Beginn der Corona-Krise abgenommen. Das zeigt ein erstes Lagebild des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA): Der Polizei wurden weniger Einbrüche, Ladendiebstähle, Körperverletzungen, Betrugsdelikte und Sexualstraftaten gemeldet.

Während der Corona-Krise wurden bislang weniger Einbrüche, Diebstähle, Körperverletzungsdelikte und Sexualstraftaten registriert. „Der ‚Corona-Effekt‘ auf die Kriminalität ist hier zum Teil deutlich sichtbar", erklärte Herrmann. Er verwies aber auch darauf, dass der Beobachtungszeitraum für belastbare Trendaussagen noch zu kurz sei. Herrmann erwartet auch einen Rückgang bei den Verkehrsunfallzahlen, nachdem derzeit deutlich weniger Autos unterwegs sind.

Weniger Kriminalität aufgrund der Ausgangsbeschränkung

Bei den Wohnungseinbrüchen liege es laut Herrmann auf der Hand, dass es aufgrund der Ausgangsbeschränkung und des hohen Entdeckungsrisikos Einbrecher derzeit deutlich schwerer haben, ungestört auf Beutezug zu gehen. Der deutliche Rückgang bei den Ladendiebstählen hänge offenkundig mit der Schließung vieler Geschäfte zusammen.Die Rückgänge bei der Zahl der Körperverletzungen und der Sexualdelikte im öffentlichen Raum sind für Herrmann auch auf das stark eingeschränkte Freizeit- und Ausgehverhalten zurückzuführen, das beispielsweise nachts und alkoholisiert sonst viele Tatgelegenheiten bietet.

Zurückhaltung bei Anzeigen?

Beim Rückgang der Betrugsdelikte mit und ohne Tatmittel Internet könnte nach Einschätzung des BLKA auch ein zurückhaltenderes Anzeigeverhalten eine Rolle spielen. „Möglicherweise verzichten einige Geschädigte derzeit auf eine Anzeige bei der Polizei, um die Wohnung nicht verlassen zu müssen“, so Herrmanns Vermutung. Berücksichtigt werden müsse auch, dass manche Geschädigte möglicherweise zunächst erst noch abwarten, ob beispielsweise die Ware doch noch geliefert wird oder ein Kontakt zum mutmaßlichen Betrüger hergestellt werden kann, um das bereits gezahlte Geld zurückzuerhalten.

Keine erhöhten Fälle von häuslicher Gewalt

Bei der Zahl der angezeigten Fälle von häuslicher Gewalt zeige nach Herrmanns Worten eine erste Trendbeobachtung kein erhöhtes Fallaufkommen. Inwiefern Gewaltvorfälle, die während der Ausgangsbeschränkung stattgefunden haben, erst zu einem späteren Zeitpunkt angezeigt werden, müsse abgewartet werden. „Bitte melden Sie sich umgehend bei der Polizei, falls Sie Opfer von Häuslicher Gewalt geworden sind oder davon mitbekommen haben", rät Herrmann. Betroffene könnten sich jederzeit an den Notruf 110 oder eine Polizeidienststelle wenden, so Herrmann. Die Bayerische Polizei werde weiterhin konsequent gegen häusliche Gewalt vorgehen.

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