Kletzenbrot – ein traditionsreiches Weihnachtsgebäck – gehört zu den ältesten Festtagsspeisen der Region. Mit getrockneten Birnen, Nüssen und aromatischen Gewürzen verbindet es bäuerliche Geschichte, Genuss und jahrhundertealte Weihnachtstradition.
Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Genüsse – es duftet nach frisch gebackenen Plätzchen und Stollen, nach Glühwein und Punsch. Die Menschen treffen sich auf den Weihnachtsmärkten und genießen Zeit mit Freunden und Familie, während fröhliche Weihnachtslieder durch die kalte Luft klingen. Weihnachten ist seit jeher eine besondere Zeit, in der Tradition nicht nur erlebt, sondern auch gelebt wird.
Zu diesen Traditionen gehört auch das Kletzenbrot – eines der ältesten Weihnachtsgebäcke in Bayern und Österreich, das bereits im Mittelalter zubereitet wurde. Es ist fest mit der bäuerlichen Kultur verbunden und galt damals als Symbol für Fruchtbarkeit und Wohlstand.
Früchte des Spätsommers, die nicht eingelagert werden konnten, wurden im Ofen getrocknet. Die getrockneten Birnen, die sogenannten Kletzen, gaben dem Brot seinen Namen. Gemeinsam mit Nüssen und aromatischen Gewürzen wurden sie in einen Brotteig eingearbeitet. So entstand eine gehaltvolle und würzige Festtagsspeise, die nach dem Adventsfasten entweder am Heiligen Abend oder am Stephanitag (26. Dezember) vom Hausvater persönlich angeschnitten und an die Familie sowie an Mägde und Knechte verteilt wurde. Selbst das Vieh erhielt eine sogenannte „Maulgabe“, um Glück und Segen über den Stall zu bringen.
Kletzenbrot ist leicht zuzubereiten und schmeckt großen wie kleinen Leckermäulern. Das traditionelle Rezept enthält Rum, dieser kann jedoch problemlos durch Most ersetzt werden.
Zutaten:
- 600 g Kletzen, Dörrbirnen
- 500 g Dörrpflaumen
- 300 g getrocknete Feigen
- 150 g Sultaninen
- 150 g Haselnüsse, grob gehackt
- 300 g Walnüsse, grob gehackt
- etwas Rum oder Most
- 1 ½ Bio Orangen, Saft und Schale
- 1 ½ Bio Zitronen, Saft und Schale
- 1 ½ Messerspitzen Backpulver
- 1 ½ Teelöffel Zimt
- 1 Messerspitze Nelken, gemahlen
- 1 Messerspitze Kardamom gemahlen
- 1 Messerspitze Piment, gemahlen
- 375 g (Roggen-)mehl
- 150 g flüssige Butter
- 3 Eier, davon das Eiklar
- eine Prise Salz
- Eigelb zum Bestreichen
- geschälte Mandeln zum Verzieren
Zubereitung:
- Früchte vorbereiten: Kletzen, Dörrpflaumen, Feigen und Sultaninen waschen, in einem Topf mit Wasser bedecken und wenige Minuten weichkochen, damit sie im Brot später eine angenehme Konsistenz haben. Anschließend abgießen und klein würfeln. Das getrocknete Obst mit Rum oder Most übergießen und mindestens zwei Stunden, besser über Nacht, ziehen lassen.
- Teig zubereiten: Mehl, Gewürze, flüssige Butter, Eiklar und Saft vermischen und per Hand oder mit dem Knethaken zu einem glatten Teig verkneten. Anschließend vorsichtig die Trockenfrüchte und Nüsse unterheben. Die Früchte sollten dabei möglichst nicht zerdrückt werden. Den Teig anschließend mindestens eine Stunde zugedeckt ruhen lassen.
- Formen: Den Teig in zwei längliche Laibe formen oder in zwei gut eingefettete Kastenformen geben. Anschließend die Oberflächen mit Eigelb bestreichen und mit Mandeln verzieren.
- Backen: Bei 150 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 80 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen und anschließend in Klarsichtfolie wickeln.
Wir wünschen viel Freude beim Backen und Genießen!
Kathrin Gnilka I filter Magazin