Der aktuelle Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe – im Rahmen des heutigen bundesweiten Hitzeaktionstages – stellt Regensburg ein schlechtes Zeugnis aus. Hohe Temperaturen, zu wenig Beschattung, erhebliche Baumverluste und anhaltende Trockenheit verschärfen die Belastung für die Domstadt. Nun fordert der Bund Naturschutz einen dringenden Handlungsbedarf.
Im Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der im Rahmen des bundesweiten Hitzeaktionstages am Donnerstag, den 11. Juni, durchgeführt wurde, zeigt erneut deutlich den Handlungsbedarf für Regensburg auf. „Während der Hitzewelle Ende Mai machte Regensburg mehrere Tage Schlagzeilen als die heißeste Stadt Deutschlands!“, heißt es seitens des Bund Naturschutz KG Regensburgs.
Wo sind die 2.873 Einzelbäume hin?
Besonders kritisch bewertet die DUH den sogenannten Beschirmungsgrad durch große Bäume und höhere Vegetation. Dieser Wert gibt an, wie stark das Stadtgebiet durch Grünstrukturen beschattet wird und damit vor Überhitzung geschützt ist. Regensburg erhielt hier die schlechteste Bewertung und damit die „rote Ampel“. Auch beim Baumbestand fällt die Bilanz negativ aus: Zwischen 2018 und 2025 gingen nach einer rechnerischen Annäherung des Bund Naturschutzes rund 2.873 Einzelbäume verloren.
Hinzu kommt die anhaltende Trockenheit. Von Ende Februar bis Ende Mai fielen in Regensburg lediglich rund 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Üblicherweise wären in diesem Zeitraum mehr als 120 bis 150 Liter zu erwarten gewesen. Zwar hat der Regen seit Anfang Juni zugenommen, allerdings häufig in Form von Unwettern mit Starkregen, Windbruch und Bodenerosion.
„Es besteht also dringender Handlungsbedarf“
Aus Sicht des Bund Naturschutzes ist die Situation besonders besorgniserregend, da Regensburg aufgrund seiner topografischen Lage schon heute stärker von Hitze und Trockenheit betroffen ist als viele andere Städte. Die Folgen des Klimawandels würden diese Bedingungen zusätzlich verschärfen.
„Wenn in „kühleren“ Städten Bäume verloren gehen, ist das schlecht, wenn in Regensburg kein Turnaround vom Baumverlust hin zu mehr Bäumen gelingt, wird die Lebensqualität für Mensch, Tier und Pflanze immer belastender“, heißt es in einer öffentlichen Pressemitteilung des Bund Naturschutzes.
Anbei finden Sie eine Aufzählung, was es für den Bund Naturschutz KR Regensburg bräuchte, um den Hitze-Check aus der „roten Ampel“ zu bewegen:
- mehr Bäume in der Gesamtstadt nach der 3-30-300-Regel.
- einen Stopp beim Verlust von klimarelevanten Grünflächen oder schattenspendenden Einzelbäumen wie z.B. durch den in Aufstellung befindlichen BBP217 (Stadtwald an der Lilienthalstraße). Der BN begrüßt es, wenn Bürgerinnen und Bürger sich für den Schutz von Bäumen einsetzen.
- eine neue grüne und blaue Infrastruktur bis hin zu neuen öffentlichen Parkanlagen, Grünzügen (Odessapark; Römerpark, …) und Erhalt und Stärkung der grünen Achsen.
- Entsiegelung wo immer möglich. Regensburg hat hier sehr viele unnötig versiegelte Flächen.
- aktiven und nachhaltigen Klimaschutz durch Jede und Jeden, eine private wie auch öffentliche Energie- und Mobilitätswende!
Bund Naturschutz KG Regensburg / RNRed